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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
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Polarisationsmikroskop Polarstrom.

rochen weniger gedreht. Manche Quarzplatten dre-he» die P-cbene nach rechts, andere nach links; man»lerschkidet darnach rechts u. links drehenden Quarz.Die Drehung der P-ebene erklärte Fresnel so: durchdas Blättchen gehen zwei circularpolarisirte, entge-gengesetzt rotircnds Strahlen, von denen der einedem andern voraneilt. Bei der Interferenz dersel-ben heben sich die Rotationen auf und cs bleibt eingeradlinig polarisirter Strahl zurück, dessen P--sebencgegen die des eintretenden Strahls uni einen ge-wissen Winkel gedreht ist. Dieser Winkel hängt da-von ab, wie viel der eine -strahl dein anderen vor-angecilt ist, also von der Dicke des Blättchens; er istdieser Dicke proportional. Ganz dünne oder ganzdicke Platten geben keine lebhaften Farben mehr.Das Quarzblättchen bietet das feinste Mittel, zuprüfe», ob ein Lichtstrahl polarisirt sei oder nicht,piihrt man nämlich den Strahl durch ei» solchesBlättchen und analysirt ihn sodann am Zcrlegnngs-jpiegel od. durch einen Nicol, so erscheinen die Far-ben schon bei der geringsten P. der geprüften Strah-len (Polarijkop, s. d.). Tritt zu dem Blättchen nochei» die P-cbene drehender Körper, so ändert sich dieFarbe. Besonders empfindlich hierin ist die der obenerwähnten, gelben Mischfarbe complementäre grau-lneue Farbe, wie sie ein Quarzblättchen von 35inmLicke bei parallelen P-sspicgeln oder NicolS zeigt.Schaltet man neben dem Quarzblättchen zwischen Lenbeiden Nicols einen Körper ein, der nur im gering-sten die P-scbene dreht, so erhält die graublaueFarbe einen röthlichcn oder bläulichen Ton. Diannennt daher diese Farbe die Ubcrgangssarbe(tarnte cko pasanAs) n. benutzt ihre EmpfindlichkeitsiirdieSaccharimetrie. Die Eigenschaft nämlich,die P-sebcnc zu drehen, haben außer dem Qnarz n.anderen festen Körpern vorzugsweise Flüssigkeiten,wie Terpentinöl, Gummilösung, Znckerlösnng rc.,doch in weit geringerem Grade. Erst beim Durch-gang des Lichts Lurch eine dickere Schicht ist dieDrehung meßbar. Bei Znckerlösnng insbesondereist die Drehung dem Zuckergehalt proportional.Hieraus bernhtdas Saccharimeter,welches denZucker-gehallansderDrehnng bestimmt. Um hierbei kleineAendernngen zu messen, schaltet man die Znckerlösnngneben dem Quarzblättchen zwischen zwei Nicols ein,wodurch die Übergangssarbe geändert wird n. drehtden einen Nicol so lange, dis Liese Farbe wieder her-gestellt ist. Die Grüße dieser Drehung dient zur Be-rechnung des Zuckergehalts. Ähnlich wie für dieTechnik, gewinnt die P. immer mehr an Bedeutungin der Physiologie für die zoochemische Analyse vonthierischen Flüssigkeiten; in der Mineralogie für dieoptische Untersuchung der Krysialle, in der Astrono-mie für die Untersuchung des Lichts der Planeten,Kometen n. Fixsterne u. a. m. Über das historisches- den Art. Optik. Stahl.

Polarisationsmikroskops. Polarisation b)5).

Polariskop, ein Instrument, mit dem man po-Urisirtes Licht von natürlichem unterscheiden kann.Ran läßt das zu untersuchende Licht durch eine scnk-pcht zur optischen Achse geschlissene Kalkspalh- oder^uarzplatie gehen n. untersucht die durchtretcndenStrahlen mit einem Nicol. War Las Licht polari-sitt, so zeigen sich Farben u. Ringe, bei natürlichemUcht keine.(st Len Art. Polarisation).

Polarität, der Zustand eines Körpers, in wel-

chem derselbe an zwei entgegengesetzten Punkten,Polen, entgegengesetzte, d. h. in ihrer Bereinigungeinander gerade anshebende, Eigenschaften besitzt; sospricht man von P. eines Magnets, der galvan. Bat-terie rc. Im weiteren Sinne bezeichnet P. ein ent-gegengesetztes Verhalten überhaupt.

Polarkreise sind die in einer Entfernung von23" 28" von dem Nord- wie von dein Südpol anderscheinbaren Hohlkligel des Himmels wie an der Erd-oberfläche gezogen gedachten Kreislinien, die alsovom Ägnator 00" 32" abstehen. Den nürdl. Polar-kreis am Himmel (u. nach ihm auch den irdischen)nennt man den arktischen, weil er den nahe beimPolarstern im Sternbild des kleinen Bären (griech.Arlcbos) befindlichen Nordpol umgibt, den südl. dementsprechend den antarktischen.

Polarläitdcr, die Lander, welche innerhalb derPolarkreise liegen, unterschieden in Nord- u. Süb-P.

Polarlicht, s. Nordlicht.

Polarmecr (Polarocean), so v. w. Eismeer.

Polarnacht ist die an jedem der beiden Endpoleabwechselnd ein halbes Jahr dauernde 'Nacht, welchemit dem Winterhalbjahr der zugehörigen Erdhälfteznsamniensällt. Auch pflegt man so diejenige Zeit zunenne», in welcher den übrigen Theilen der Polar-zone die Sonne während mehr denn 24 Stunde.!nicht ausgeht; Liese langen Mitternächte verkürzensich aber vom Pol »ach seinem Polarkreis hin vonß Jahre bis zu 1 Tage, oder kaum darüber.

Polarstern (griech. Kynosnra), Fixstern zweiterGröße am Ende des Schwanzes des Kleinen Bären,ist ein Doppelstern. Bei seiner Nähe an dem nördl.Himmelspol war er für die Schifffahrt, vor Erfind,ung des Kompasses, von größter Wichtigkeit. Um ihnleicht anfznflnden, zieht man durch die beiden letztenSterne des Vierecks iin Großen Bären eine geradeLinie, welche nordwärts nin daS Fünffache verlängert,den P. trifft. Wegen der Präcesston der Nachtgleichen(s. d.) ist der Pol des Äguators am Himmel verän-derlich. Unser heutiger P. war zu Hipparchs Zeiten(125 v. Ehr.) 12" vom 'Nordpol entfernt, jetzt nur °. Die größte Nähe am 'Nordpol (23"") wird derP. im Jahre 2102 erreichen. Bon La an wird er sichwieder davon entferne» und der späteren Nachweltwird er gar nicht mehr P. sein. Nach 24-15 Jahren,von der Zeit seiner grüßten 'Nähe an, wird der Sterndritter Größe am Knie des Ccpheus P. werden undnur 56" vom Pol entfernt bleiben. Ungefähr 2800v. Chr. war der Helle Stern zweiter Größe amSchwänze des Drachen (zwischen dem Schwänze desGroßen Bären und Len beiden kenntlichen Sternenans der Brust des Kleinen Bären) P. n. stand geradeim Nordpol. Dem Südpol stehl das Sternbild desSeeoctanlen am nächsten; da aber dieses nur Sterneder fünften Größe hat, so wird ein Stern dritterGröße (,4) in der kleinen Wasserschlange für den süd-lichen P. genommen, obgleich er noch über il" vomSüdpol entfernt ist. Specht.»

Polarstrom nennt man diejenige Lnftbcwegung,welche ans der nördlichen wie südlichen Erdhälfte vonden polaren Breiten gegen die heiße Zone gerichtetist und entgegengesetzt dem Äqualorialstrom kalte,trockne n. schwere Luft bringt. Auch bezeichnet mandie ans Len hohen in die niederen Breiten ziehendenEMeercsströme als polare, nämlich arktische auf der, nördlichen, antarktische ausdersüdlichen Erdhalbkugel.