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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
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Pokrow — Sl. Pol.

siigt werden. Das Einpökeln geschieht in der Weise,daß man das von Fett u. Knochen befreite, möglichstjunge nnd in große Stöcke zerschnittene Fleisch starkund sorgfältig mit Salz einreibt, einige Tage langliege» nnd die während der Zeit gebildete Salzlakeablaufen laßt, das Fleisch von derselben durch Pressenmit Hebeln od. Gewichten noch mehr befreit, noch-mals mit Salz einreibt, wieder liegen läßt rc. nndschließlich in Fässern verpackt u. mit der ausgepreß-le» Salzlösung übergossen hinstellt. In Westfalenwird dasFleisch zu den berühmten Schinken in ofse-neu Mulden mit grobem Salz eingeriebcn n. dannso lange stehen gelassen, bis die Salzlauge dasselbebedeckt. In Hamburg bringt man das Fleisch inluftdicht schließende Ctzlinder u. fügt dann die Salz-lake hinzu, wobei dieselbe sehr gut in das Fleischeindringt. Nach Runge wälzt man das einznpökelndeFleisch zunächst in dem Gemisch von Salz, Salpeter». Zucker, näht darauf dasselbe in Leinwand ein n.legt es in einen Napf. Nachdem sich nach 12 bis 15Slunden etwas Lake gebildet hat, wird es umge-wendel, n. diese Operation so oft wiederholt, bis esvollkommen durchsalzen ist, was »ach ungefähr sechsTagen erfolgt. Die Leinwand hält die Fleischflllssig-keil möglichst zurück n. der Verlust an derselben istbei dieser Riethode nur ein sehr geringer. Bei Rind-fleisch bedarf man znm Einsalzen pro Ctr. etwa 2,5bst Salz; Schweinefleisch bedarf ein weit größeresQuantum; sür Haushaltungen bedient man sich mitVortheil eines Gemenges von l 6 Thln.Salz, HTHl.Salpeter u. I Tbl. Zucker. Die Conservirung desFleisches durch Einsalzen beruht auf der Entwässer-ung desselben n. dein Eintritt des Kochsalzes in dieFleischfaser. Die Entwässerung besteht aber nichtbloß in der einfachen Entziehung von Wasser, son-der», wie die Salzlake nachweist, in der Hinweg,»ahme der Hanptbeslandihcile einer cvncentrirtcnFleischbrühe. Es sind vor Allem Milchsäure, Phos-phorsänre, Magnesia, Kali, Kreatin und Kreatinin,welche dem Fleische durch das Einpökeln entzogenwerden. Werden diese Stoffe nicht von anderer Seiteersetzt, so wird das Fleisch zu einem mangelhaftenNahrungsmittel. Dies ist in um so höherem Gradeder Fall, je länger dasFleisch über die erforderlicheZeit der Einwirkung des Salzes rc. ansgesetzt bleibt.Das beste nnd zarteste Fleisch wird aus diese Weisehart u. holzig (bes. Schinken) ».alsNahrungsmittelnicht nur fast werthlos, sondern geradezu unverdau-lich n. gesundheitswidrig. Anhaltender Genuß vonPökelfleisch ist überhaupt schädlich n. der aus der Seeost in so erschreckender Gestalt austretende, in einermangelhaften Beschaffenheit der Säfte beruhendeSkorbut wird auf folchenGenuß zurückgeführt. DasPökelfleisch ist daher bei nicht durchaus sachgemäßerZubereitung unter allen Umständen ein sehr zweifel-haftes Nahrungsmittel u.jede andere Art der Fleisch-conservirung dem P. vorzuziehen; s.Conserve. Lic-big schlägt vor, das Fleisch mit einer Salzlake ein-zasalze», die aus Kochsalz, Natronsalpeter, Chlor-lalium u.Fleischexlractbesteht. Hierher gehört auchdas Einsalzen der Fische, welches einfach in derWeise geschieht, daß man in Holland z. B. den Fi-schen den Kops abschneidet, sie in Salzlake legt, siedann wieder heransnimmt, darauf trocknet, schichten-,wehe in Fässer packt n. dann versendet. Fischrogenu. Sardellen werden aus ähnliche Weise conjervirt/

^Anch thierische Häute sucht man durch Einsalzen vorFäulniß zu schützen. Die Landwirthe salzen Grün-fntter ein, um dem Rindvieh für den Winter einefrischere Speise bieten zu können. Selbst Blumenn. Früchte werden behufs der Lonservirnng einge-Halzcn. Matzet.

^ Pakrow, Kreishanptstadt im russ. Gonv. Wla-Idim-ir, an der Shilka, nahe der Mündung in dieKljasma, n. an der Eisenbahn Moskan-Nisch'nei, mitbcdeutenbemHolzhandel;2886Ew. DabeidasreichePokrowkloster, entstanden anS der ans der InselWjetkaniedergerissenenKirche, welche im18. Jahrh.in einem Eichenwald, bei der Sloboda Mitkowkawieder aufgebaut wurde.

Poklltien (Wojwodschaft Halicz), hieß im Mit-telalter der südöstliche Theil von Galizien. Die Be-wohner, jetzt noch Pokutier genannt, sind einZweig der Rnßniaken u. haben viele eigenthümlicheVolksgcbräuche; ihr Hauptort istKolomea am Pruth.

Pol, so v. w. Drehpunkt, s. Pole.

Pol, Vinzent, poln. Dichter, geb. 20. April1807 beiLnblin, gest. 1873; stndirtc inWilna, nahman der Poln.Revolntion 1830 theil, ging 1831 nachStraßburg, u. angeregt durch Beranger, dichtete er,nachdem er 1832 eine längere Reise in den Karpa-then gemacht hatte, seine in edlem Volkstone gehal-tene Lieder des Januß (kiosni ckannsüa, 1833),welche größtemheils dem Kriegs- und Lagerlebenentlehnt, mit der größten Anerkennung begrüßt wur-den; aus derselben Zeit, obgleich erst 1816 erschie-nen, sind die Bilder ans dem Leben und der Wan-derung; am höchsten erhob sich P-s dichterischer undpatriotischer Schwung in seinem Lied von unseremLand (l?1o8ii 0 momi nasWj, 1843), welchem 1866als Seitenstück das viel schwächere Lied „von unseremHaus" folgte. Im Volkston gehalten sind LesjnsLrtnrinlca u. die Geschichte vom Schuster Kilinskiaus der Zeit 1833—35, veröffentlicht 1841. DieBauernaufstände in Galizien 1846 wandten P. vonder Begeisterung und Liebe zum Volke ab und führ-ten ihn der Verherrlichung alter Traditionen desAdels zu; diese Richtung, welcher die sehr anmuthigepoet. Plauderei (staavocka): Die Aventure des HerrnBenedikt Winnizki, 1830, ihre Entstehung verdankt,ist in der zweiten Lebensperiode des Dichters dieherrschende, in welcher er nach einer vorübergehen-den administrative» Tbätigkeit in Lemberg an derOasoliniana, wo er die Zeitschrift klrbl. Oaaol.organisirte u. einer kurzen akademischen Thätigkeitin Krakau als Professorder Geographie in Lemberglebte (seine geograph. Werke, so z. B. das von denKarpathen, haben großen Werth). Plaudereien vonLen guten alten Zeiten in größerem Maßstabe sindZ-lolwrt, 1855, und kaollccks Irobmaiwlcie, 1862;kleinere Erzählungen dieser Art sind: Zonatoralca2Aoäa, 1855, Ltrzganlcau.a., die älterenges. erschie-nen inI'osrizw^V.kola, 4Bde., Wien 1857. Nehriiig.

St. Pol, 1) (St. P. de Leon) Stadl im Arrond.Morlaix des sranz. Dep. Finistere, am Canal (LaManche); sehenswcrthealteKathedrale(größtentheilsaus dem 13.Iahrh.), Kirche Notre-Dame de Creiz-ker (aus dem 14. n. 15. Jahrh.), alter bischöflicherPalast (jetzt Local der städtischen Behörden), Eom-munal-College; Leinwandfabrikation, Handel mitGemüsen, Hanf, Lein, Leinwand, Wachs, Honig,Pferden u. Rindvieh; 1877: 3503 Ew. (Gemeinde

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