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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Poitevin

werthe Kirche mit 3 Schiffen n. einer Seitenkapelle(theilweise aus dem 11. Jahrh.), Civil- u. Militär-Hospital, großes Zuchthaus; Fabrikation von Psro-pfen, Socken, Messerschmiedewaaren rc., Brannt-weinbrennerei, mechanisches Sägewerk, Mühlen,Getreide- u. Viehhandel; 1877: 5063 Ew. — P. istGeburtsort Ludwigs des Heiligen. Hier 3. Septbr.1561 unter dem Vorsitz Karls iX.Religionsgespräch(Colloquium von P.) zwischen den Nesormirteu undden Katholiken. H- Berns.

Poitctiin (franz.), Bewohner von Poitou, auchder von diesen gesprochene Dialekt.

Poi tctnn, P r o s p e r, srauz. Grammatiker, geb.um 1810, war nach Vollendung seiner Studien län-gere Zeit Prosessor der Rhetorik am College Rolliuin Paris u. machte sich rühmlich bekannt durch seineItstnäe msblioäigns st raisonnös äss Iiomoiiz'moset äss paroiiz-mos Iranyai.s, 1835, neue A. 1874;Oletionnaira unlversel cks In lavZus kranyaise,1854—60,2 Bde.; Im Arammairs, Iss esrivains stIss t^po^raphss modernes, 1863^; Lonrs xr-rtignocle la litterature iranxaise, 1865, 2 Bde.; IIIu-strations littsrairss äs In Uranos, 2. A. 1874;dann durch das Gedicht TVIr-kasolia. st Vasililci,1833, u. einige dramatische Arbeiten. i--

Poitiers, Stadt n. Hauptort in dem franz. Dep.Vienne, sowie in dem lOCantone u. 87 Gemeindenmit 113,762 Ew. umfassenden, gleichnam. Arrond.,einst Hauptstadt der Landschaft Poitou, am Zusam-menfluß der Boivre u. des Clain, auf einem steilenHügel, Station der Orleans- u. der Vendeer Eisen-bahn. Es ist Sitz der Departements- u. Arrondisse-mentsbehörden , eines Bischofs, eines Gerichtshofserster Instanz, eines Handelsgerichts, einer Handels-,Gewerbe- u. Ackerbankammer, einer Snccnrsale derBank von Frankreich und einer Akademie, und hatmehrere bemerkenswerthe, meist gvthische Kirchen,darunter die Kathedrale St. Pierre (1162 unterHeinrich Plantagenet begonnen und im 14. Jahrh.vollendet) mit 3 Schiffen, 3 Portalen u. 2 unvoll-endeten Thürmen, die KircheNotre-Dame (größten-theils aus dem 11. Jahrh.) mit einer bewunderns-würdigen Fagade, die Kirche der Ste.-Radegonde,der Schutzpatron!» der Stadt, mit einer Krypta, inder sich dic Grabmäler der heiligen Radegonde (Zielvieler Wallfahrten), der heil.Agnes u. der heil. Dis-ciole befinden, die Kirche St. Porchaire aus dem16. Jahrh. und die Kirche St. Jean aus einem derersten christlichen Jahrhunderte, ferner einen Justiz-palast (das alte schloß der Grafen von Poitiers),Präsecturgebäude, mehrere große öffentliche Plätze,schöne Promenade in dem Park von Blossac, Fa-cnltäten für Jurisprudenz, Wissenschaften u. Litera-tur, Vorbereitungsschule für Medicin u. Pharmacie,Lyceum, Normalschule fürLehrer, Großes Seminar,zwei geistliche Colleges, öffentliche Bibliothek voncnva 30,000 Bänden (darunter 2l4Jncunabeln) u.400 Manuscripten, Museum für Antiquitäten undNaturwissenschaften, Botanischen Garten, mehrerewissenschaftlichen. gemeittnützigeGeselljchaften.Taub-stumiueniustitut rc.; Loh - u. Wcißgerbereien, Prä-paration von Gänsebälgen zum Export nach Amerika,Bereitung von renommirtcm Käse (Lloubbsrna^s),Bierbrauerei, Fabrikation von Öl, Essig, Liqueuren,Handschuhen, Marmor- n. Töpserwaareu, mechani-sche Sägewerke, Gießereien, lebhaften Handel mit

— Pökeln.

Sämereien, Wolle,Wein, Getreide, Maronen, LeinHonig, Leder, Schafwolle, Gänsefedern rc.; 1877:31,692 Einw. Über den Clain führen 6 Brücken(darunter 2 Eisenbahnbrücken) und 2 andere überdie Boivre. Das Thal der Boivre ist mit dem-jenigen des Clain durch einen 300 in langen Tunnelverbunden. P. besitzt viele keltische, römische n. mittel-alterliche Baudenkmäler, n. a. die Überreste einesrömischen Aqnäductcs rc. Oberhalb der VorstadtSt.Saturnin befindet sich ein 6,^ >n langer, 4,^ nrbreiter n. über 2 in hoher Dolmen (Istorro-Iwvss).

P. hieß im Alterthum Limonum od. Pictavium u.war eine Stadl der Pictavier; schon zu den Zeilendes Ptolemäus bedeutend. Hier 732 Sieg KarlMartells über die Araber unter Abdurrhaman. InP. wurden mehrere Kirchenversammlungen gehalten,u. a. 1004, welche den Bann über Kirchenräuber,n. 1100 die letzte, welche über König Philipp u.dieBertrada den Bann aussprach. 1431 stiftete Karl VII.hier eine Universität, welche während der ersten Re-volution aufgehoben wurde. 19. Sept. 1356 ausdem nahen Feld MaupertuiS Niederlage der Fran-zosen unter König Johann durch die Engländer un-ter dem Schwarzen Prinzen. H- Berns.

Poitiers, Diana von, s. Valentinois.

Poitou, ehemalige Landschaft in Frankreich, mitder Hauptstadt Poitiers zwischen Bretagne, Anjou,Touraine, Marche, Angonmois, Saintonge n. demAtlantischen Ocea»; theilte sich in Ober-P. (jetztDep. Vienne) u. Nieder-P. (jetzt die Dep. DeuxSevreS n. Vendee). Im Alterthnm wohnten iu P.die Pictones. Nach der Eroberung durch die Römerkam es zu Ttzgulbania. sseunäa u. wurde dann vonden Westgothen besetzt und im 6. Jahrh. von denFrauken unter Chlodwig erobert; vom Ende des 7. !

Jahrh. bis in die Mitte des 8. Jahrh. besaß es Her-zog Endes von Aquitanien u. dessen Nachfolger, 768vereinigte cs Pipin mit seinen Besitzungen. DieGrafe», welchevondenfränkischenKönigen eingesetztwurden, machten sich gegen Ende des 9. Jahrh. erb-lich u. nahmen den Titel als.Herzögc vonÄquitanienan. 1137 kam P. durch Heirath an England, demes König Philipp II. August 1202 wieder abnahm;er belieh damit Arthnr, Herzog von Bretagne, und1206 verleibte er den größten Thcil von P. Frank-reich ein. 20. Mai 1259 wurde es förmlich anFrankreich abgetreten. 8. Mai 1360 kam es durchLen Frieden von Bretigny an England zurück. Kö-nig Karl V. nahm es Len Engländern 1372 ab u.gab es Nov. 1380 seinem Bruder Johann, Herzog :von Berry, nach dessen Tode 1416 es Karl VI. !seinem Sohn Johann gab, welcher 4. April 1417 iohne Erben starb. Seitdem ist P. bei der KroneFrankreich geblieben. Klcmschmidk.

Pojang- (Poyang-) See, bedeutender Landjee inder chinesischen Prov. Kiangsi, der die Gewässer desKiakiang u. Kinkiang u. a. empsängt. Sein Abflußgeht in den Jantsekiang.

Pökelfleisch, s. Pökeln.

Pökeln (Pöckeln, Bökeln, Einsalzen), eine seilmi-

dettklichenZeitenaugewenLeteMethovcLerFleischcon-servirung, welcheinderBehandlung des Fleisches mitKochsalz besteht, dem zur Erhaltung einer schönen w<then Farbe des Fleisches unter Umständen etwas Sal-peter u. Zucker zur Ertheilnng eines guten Beige-schmacks auch Nelken, Psefser, Lorbeerblättern, beige-