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jCooillwtor
Gedichten, Zara 1860, und des Russen BodjanskyGesch. der slav. Volkspoesie u. d. T.: Volla poosiapopolare slava re. 1870 wurde er zum Erzieher desFürsten Milan Obreiwwitsch von Serbien berufen u.zog sich nach dessen Mllndigkeitserkläruiig 1874 nachAgram zurück, wo er nun wieder ganz sich der Pflegeder snsslavischen Literatur hingibt. Booch-Arkoffy."
pooillatar (lat.), Mundschenk, bei den Alten einSklave, zuweilen auch ein schöner Knabe.
Pöckcln, s. Pökeln.
Pocken, Variola, Variolois, Blattern. 1) Ge-schichte derselben. Nach Moore sollen die P. schonum das Jahr 1120 v. Chr. in Indien u. China ge-herrscht haben; ja dieHindus hatten sogareineeigeneGottheit für diese Krankheit. Im Occideut scheinen siczur Zeit des Hippokrates, Aetius u.Celsus gleichfallsschon bekannt gewesen zu sein. Die ersten genauenBeschreibungen der Krankheit, aus denen man dasVorkommen der Blattern mit Sicherheit erkennenkann, stammen von Rhazes, einem arabischen Arzte(9. od. 10. Jahrh. der christl. Zeitrechnung) , der inseinem Buch äo variolis sb mordiliis von den P. alseiner in seinem Baterlande allgemein bekannten undverbreiteten Krankheit spricht. Im Occident erlang-ten dis P. erst eine größere Verbreitung durch dieKreuzzüge im 11., 12. u. 13. Jahrh.; die erste Epi-demie in Deutschland beobachtete man im 1.1493.Die nachfolgende Zeit ist sehr reich an P-epidcmien,u. es gehören dahin sicher eine Menge Seuchen dieserZeit, die mit dem Namen Pestilenz, heiliges Feuer,bezeichnet wurden. In Frankreich sollen die P. im12. Jahrh., gegen Ende desselben Jahrh. in England,1527 in Dänemark, 1578 in Schweden, 1565 inHolland zuerst gcwüthet haben. NachAmerikawnrdedie Seuche 1507 durch die Spanier verschleppt. EinenEinhalt bekamen die meist sehr mörderischen P-epi-demien durch die 1798 gemachte segensreiche Erfind-ung Jenners, durch die Knhpockenimpfung (s. d.).Durch letztere gelang es, den bösartigen Charakterder Epidemien gutartiger zu machen, die wahre,schlimme Pocke (Variola vera) in eine leichtere Form(Variolois) zu verwandeln. Dieses Resultat kannnicht durch die Thalsache herabgemindert werden,daß auch in den letzten P-epidemien und noch heuteschwere P°fälle Vorkommen (dies ist davon abhängig,daß bei Einzelnen eine ungewöhnliche, nicht durch dieImpfung tilgbare Empfänglichkeit für dasP-gist be-steht), sondern muß nach den statistischen Ergebnissenüber die Mortalität der Geimpften u. Nichtgeimpftenin den einzelnen Epidemien benrthcilt werden (s.Knhpockenimpfung) 2) Pathologie. Die P. ent-stehen stets durch Ansteckung, durch Übertragung desspccifischen P-contagiums auf den Menschen. DieseÜbertragung kann von Person zu Person stattfinden,od. durch Effecten, die mit P-gift besudelt sind, z. B.Kleidungsstücke, Wäsche, Lumpen. JmletztereuFallekann das P-gift in entfernte Gegenden eingeschlepptwerden, während der persönliche Verkehr die Aus-dehnung einer P-epidemie an einem Orte fördert.Das Pockengift ist in dem EiterderPockeupusteln ent-halten und sowol im frischen wie eingetrockneten Zu-stande austcckungsfähig. Auch in der von P-krankenausgeathmeten Luft soll dasselbe enthalten sein undwürde dann das Krankheitsgift durch Einathmungin den Körper gelangen, während wol in den häu-figsten Fällen staubförmig zertheiltcr P-eiter durch
— Pocken.
^ Eindringen in die Nthem- u. Bsrdanungsorgane die^ Ansteckung vermittelt. Eine einmalige Erkrankungpflegt vor weiteren Erkrankungen zu schützen, obwelimmerhin einige Fälle constatirt sind, wo dieselbenPersonen noch einmaleineP-erkrankungdurchmachenmußten. Völlig verschieden von den P., Variola u.Variolois, die, wie schon oben erwähnt, nur Gradeein u. derselben Krankheit sind u. durch ein n. das-selbe Krankheitsgift hervorgerufcn werden, sind dieWind-P. (Varioollsn), die ihr eigenes specifischesKrankheitsgift besitzen u. immer eine leichte Erkrank-ung darstellen (s. d.). So bald eine AnstetAmg durch ^das P-gift stattgesnnden hat, dauert es 8—14 Tage(Jncubationsstadium), ehe irgend welche Krankheits-erscheinnngeu anftreten. Es vermehrt sich in dieser >Zeit das Krankheitsgift in dem angesteckten Körper. jDann tritt, häufig unter einem Schüttelfröste, bei !der Variola eintägiges, bei der Variolois ein 1 - 2 - !
tägiges Vorläuferstadium ein, in welchem Ziehen in !denGliederti, Appetitlosigkeit, Brechneigung, Schwin-del, Kreuz- n. Ruckcnschmerzen mit fieberhaften Tem-peraturen die Haupterscheinnngen bilden. Am Endedes 1. oder 2. Tages bei Variolois, des 3. oder 4.Tages bei Variola beginnt derAnsbruch desP-aus-schlages (Stack, srnptionis) n. zwar stets zuerst imGesicht und sich dann die nächsten Tage auf Hals,Nnmpf n. Extremitäten allmählich verbreitend. Esentstehen zunächst rothe Flecken oder rothe Knötchenin mehr od. weniger großer Anzahl u. verwandelnsich dann die Flecken od. Knötchen in Blasen mit an-fangs klarem, späterhin eitrig getrübtem Inhalt, dieauf ihrer Höhe eine Delle zeigen (P-pusteln). Stichtman Liese P-pnsteln an, so entleert sich nur ein Theilihres Inhalts u. hat die genauere Untersuchung ge-lehrt, daß dies von dem fächerigen Bau der Pustelnherrührt. Während bei den wahren P. der Ausbruchder Pustel» auf einmal stattznfinden Pflegt, geschiehtder der Varioloicksn in Nachschüben und findet manneben wohlentwickelten P-pnsteln rothe Flecken undKnötchen, die ersten Anfänge der P-efflorescenz, wiewasserklare Bläschen. Sobald der Ausbruch desExanthems beendet ist, was nach 3 — 5 Tagen zugeschehen Pflegt, mindert sich das Fieber n. die Tem-peratur des Körpers erreicht in mäßig schweren Fäl-len schon nach 24 Stunden die normale Ziffer. Nun-mehr fängt der P-inhalt an, einzutrocknen, es bildensich braune Krusten, die sich schließlich abheben n. beiVariolois einen rothen Fleck, welcher jedoch nach län-gerer Zeit dis normale Farbe der Haut wieder an-itimml, bei Variola eine bleibende runde Vertiefungmit weißlicher Färbung (P-narbe) hinterläßt, wo-durch das Gesicht das Ansehen bekommt, wie wennErbsen in die Haut eingedrückt gewesen wären (Erb-sengesichter). Die Aussicht ans Genesung ist in allenmäßig schweren Fällen gut. Bedenklicher wird dieErkrankung, wenn die P. sehr dicht stehen (V. oW-klusntss), oder wenn der Inhalt der P. blutig ge-färbt ist (V. ornsnias s. liaoinorrliaZioas, schwarzeP.), oder wenn eine complicirende Erkrankung sichhinzngesellt. Von letzteren sind am häufigsten Ent-zündung des Brustfells, des Herzbeutels, Unter-leibsentzündung, Bräune. Auch anhaltende, hoheFiebertemperaturen sind sehr gefährlich, weil sieHirn-erscheinnngen hcrbcifllhrcn, namentlich aber fettigeEntartung des Herzfleischcs zur Folge haben, wodurchder Tod durch Herzerlahmung droht. Die Verhüt