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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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u. Legenden, ebd. 1874; sie übersetzte auch aus demEnglischen, z. B.: Englische Lyriker des 19.Jahrh.,Mach. 1867. 2 ) Wilhelm von, Sohn der Bor.,renommirter militär-technischer Schriftsteller, geb.7. Sept. 1828 in Darmstadt; trat 1844 in das groß-hcrzogl. hessische Militär u. machte, seit 1847 Ossi-zier, 1848 den Zug gegen Dänemark u. 1849 dengegen die badischen Insurgenten mit; kam 1852zum Scharfschützencorps, um dessen Organisationec sich große Verdienste erwarb, u. wurde 1856 Mit-glied der Zenghausdircction; 1857 war er längereZeit auf Urlaub in Rußland. Er nahm 1862 seinenAbschied u. starb 21. Auz. 1871 in Darmstadt. Erveröffentlichte: Nene Studien über die gezogenenFeuerwaffen der Infanterie, Darmst. 1861—64, 2Ade., n. Supplement, ebd. 1865; Neue Hintcrlad-uugSgewchre, nach officiellen Versuchen benrtheilt,ebd. 1867; mit H.Wcyzandt, Die deutsche Gewehr-srage im I. 1871, ebd. 1871; als Dichter schr. er:Jmiiwrlelleii des Schlachtfeldes, Darmst. 1870, u.Schwanenlieder, ebd. 1871; auch als Ludwig Sie-grist den burlesk-humoristischen Roman: Leben,Wirken und Ende des obersürstlich WinkelkramschenGenerals Leberecht vom Knopf, 2.A., Darmst. 1877.

ploa-pion (franz.), Spottname des Prinzen Na-poleon, Sohns des Königs Jcrome.

Plonsk, Kreisstadt im russ.-poln. Gouv. Plock;5812 Ew.

Plotliros, aus Lykopolis in Ägypten, der her-vorragendste Ncnplatoniker, geb. 205 n. Ehr., Schü-ler des Ammonios Sakkas in Alexandrien, machtedann Reisen durch Persien n. Indien, lehrte hieraufseit 244 die neuplatonische Lehre in Rom u. lebtezuletzt seit 269 in Campanien, wo er einen Staatnach platonischen Ideen (die sog. Platonopolis) grün-den wollte, aber vor der Handanlegung aus einemLandgutc dort 270 starb. Seine Schriften, welche seinSchüler Porphyrios in sechs Enneaden (Abschnitte),jede neun Bücher begreifend, theilte, ihre Schreibartzu verbessern suchte u. deshalb viele Zusätze machte,enthalten moralische, physikalische, kosmologische,psychologische u. Abhandlungen vermischten Inhalts.Herausgcgen wurden sie lateinisch übers, von Mar-silinsFicinns, Flor. 1492, Basel 1559, lat. u. griech.Bas. 1580, griechisch von Crenzer, Oxforb 1835,3Bde.; von Kirchhofs, Lpz. 1856; deutsch von Engclhardt, Erlang. 1820; französisch von Bonillet,Par. 1859—61, 3 Bde. P. glaubte die reine Pla-tonische Lehre wieder hergcstellt zu haben, weicht abervon dieser insofern ab, als er das Eine oder Gute,welches bei Plato als die höchste der Ideen gilt, überdie Sphäre der Ideen hinaussctzt u. von dieser ab-soluten Einheit erst die Ideenwelt emanireu läßt.Danach wurde daS höchste Ziel der Erkcnntniß beiihm die ekstatische Erhebung zu dem Einen Guten,welche nicht durch begriffliches Denken sondern durchein höheres Vermögen erreicht wird. (Vgl. Plato-msiiiiis). Unverkennbar ist bei P. die Mischunggriechischer mit judench östlichen u. orientalischen An-schauungen (vgl. Neuplatonismus). Vgl. Richter,Uber Leben und Geistcsentwickelung des P., Halle^64; Kirchner, Die Philosophie deS P., ebd. 1854.

Plötze, Name zweier Fischartcn. 1) IwucisousratünsD. (Rothauge), 20 cm lang, Mund endstän-°>g; Leib gestreckt, nur wenig znsammengedrückt;-Rust-, Bauch- u. Afterflossen schön roth; Schwanz-

— Plücker.

und Rückenflosse roth mit schwarzen Flecken; Rückenmeist blaugrllu, Seiten silberweiß; häufig und sehrformenreich. 2)D. (Loarckinius) sriptiiroplrtlialniusD.sRothfeder, Rothange), 20 em lang. Von der vori-gen Art durch den steil aufsteigenden Unterkiefer unddie scharfe Bauchkante hinter den Bauchflossen sofortunterscheidbar. Schlundzähne doppelreihig; Bauch-,After- und Schwanzflosse prächtig roth, Brust- undRückenflosse durch schwarze Fleckchen getrübt roth;Rücken blaugrllu, Seiten messinggelb bis silberweiß.Vorkommen wie vorhin. Auf den Fischmärkteu inBerlin geht Dwueisous rutilus unter dem NamenP.,Loarckinius erz-tliropöitlialmus wird Rothauge ge-nannt. Die Namen beider Fisch- haben vielfachenVerwechselungen unterlegen. Farwick.

Plötzensee, kleiner See, 5 km nordwestlich vonBerlin; au demselben die große Berliner Gefange-neiiaustalt für etwa 1200 Gefangene.

Plötzkau, Marktflecken im auhalt. Kreise Beru-burg, links an der Saale; Bsrgschloß, alte Kirche,Strafanstalt, Zuckerfabrik, Kalksteinbruch; 1875:1560 Ew. — P. war 1603—65 Sitz einer Neben-linie des HanseS Anhalt (Anhalt-Köthen-P.).

Ploufl, Parmo Karl, dän. Journalist, geb.29. Oct. 1813 in Kolding; seit 1841 Redacteur desBlattes lsückrölanäst, Hauptorgau der skandinavi-schen politischen Richtung u. früher liberal, jetzt reac-tionär, welches, trotz seines pöbelhaften Charakters,während einer Periode großen Einfluß übte, der jetztaber sehr gesunken ist. P. ist auch lyrischer, bes. po-litisch-lyrischer Dichter; lieferte samlsäs Oi§tg, Ko-penh. 1862, u. a. Vgl. Dän. Literatur. «-

Plotziren (v. Franz.), zusammcnfalten, daherauch in der Taktik gebräuchlich für diejenigen Evo-lutionen, wodurch aus der Linienformation die Co-lonne und zwar meist die geschlossene formirt wird,indem die einzelnen dis Linie bildenden Unterabtheil-ungen vor- od. hintereinander geschoben werden; dasP. ist daher der Gegensatz zum Deployiren, s. Ab-

Plozk, so v. w. Plock. (brechen.

Plinker, Julius, bedeutender Mathematiker,u. Physiker, geb. 16. Juli 1801 zu Elberfeld; bildetesich aus auf den Universitäten zu Bonn, Berlin undHeidelberg, ging dann nach Paris, wo er durch dieArbeiten von Monge, Poncelet, Carnot bes. angeregtwurde. 1825 ließ er sich als Privatdoccnt in Bonnnieder, wurde 1829 hier außerordentlicher Professor;1833 ging er in gleicher Eigenschaft nach Berlin, womau mit dem Plane umging, eine der französischenpolytechnischen Schule entsprechende Anstalt einzu-richten; da dies Project sich zerschlug, ging er 1834als ordentlicherProfessor decMathematik nach Halle,1836 wieder nach Bonn, wo er mit der genanntenProfessur noch die der Physik verband. Er st. hier22. Mai 1868. Sein Hauptverdienst liegt in derAusbildung der analytischen Geometrie, in welcherer so Bedeutendes geleistet hat, daß ihm außer Des-cartesNiemand znrSeite gestelltwerdeukann; außerzahlreichen Aufsätzen veröffentlichte er: Analytisch-geometr. Entwickelungen, Essen 1828—31; Theorieder algebraischen Curven, Bonn 1839; System derGeometrie desRaumes, Düsseld. 1846 n. Nene Geo-metrie des Raumes, Lpz. 1868 (2. Theil, herans-gegeben von F. Klein). Da die analytische Betracht-ungsweise in Deutschland anfänglich wenig Zustimm-ung fand, indem die meisten Mathematiker sich au-