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Part — Parthenon.
Part, eines Takels, einer Talje heißt jeder ein-zelne Theil des Läufers, von einem Block bis zumanderen. Die P. von dem festen Punkt des einenBlocks bis zur ersten Scheibe des anderen heißt festeP., die folgenden Enden von Scheibe zu Scheibelaufende P-en, das letzte Ende von der letztenScheibe, an welchem die Kraft wirkt, lose P., oderauch Fall.
parisge (fr.), Theilung; daher Partagetrac-tat, Theilungsvertrag.
Partauna, Stadt in der ital. Prov. Trapani;vorzüglicher Wein, ferner Obst, Öl rc.; 12,467 Ew.
Partei, mehrere Dinge Einer Art in unbestimm-ter Menge; bes. von Menschen, welche einen ge-meinschaftlichen Zweck haben, oder ein gleiches In-teresse an etwas nehmen; mit Andeutung des Zweckesspricht mau von Religions-P-en, politischen P-en rc.;P-geist, das Streben, ausschließlich die Interesseneiner P. zur Geltung zu bringen, ohne Rücksicht ansSchonung, Recht und Billigkeit gegen Nichtpartei-genossen; seine höchste leidenschaftliche Steigerung istP-wnth. P-lichkeit, rücksichtslose Hinneigung zueiner P. und deren Interessen, im Gegensatz der,bes. für ein richtiges, Gründe und Gcgengrüudc ab-wagendes Urtheil geforderten Unparteilichkeit.Bor Gericht der streitende Theil, gleichviel ob es einIndividuum oder mehrere sind.
Parteigänger, früher Bezeichnung derjenigenSoldtruppen oder ihrer Führer, die sich derjenigenPartei auschlossen, die am besten bezahlte, meist führ-ten sie ans eigene Hand eine Art kleinen Krieg, derdaher auch P-krieg genannt wird. In der »euerenZeit versteht man unter P. diejenigen Corps oderderen Führer, die in keinem eigentlichen Zusammen-hänge mit der Armee stehen, sich an diese nur für disDauer eines Krieges anschließen u. ähnlich wie dieFreicorps (s. d.) in kleineren Abtheilungen auflretenund dem Feinde auf alle mögliche Weise wie z. B.durch Abfangen von Transporten, Befreiung vonGefangenen, Zerstörung von Commuuicationen rc.zu schaden suchen. z-
Partenay, so v. w. Parthenay.
Partenheim, Flecken im Kreise Oppenheim derHess. Pro. Rheinhessen, Schloß, Kirche mit merkwür-digen Wandmalereien; 1100 Ew.
Partenkircheu, Markts!, im Bez.-Amt Werden-fels des daher. Regbez. Oberbayern, am Fuße derZugspitz, unvollständige lateinische Schule; 1875:1356 Ew. Es wird wegen seiner romantischen Lageu. seines milden Klimas znr Sommerfrische stark be-sucht. Nahebei am Ansgange des Rainthals u. ander Partnach das Kainzen- oder Kanitzerbad,ringsum von hohen Bergen umgeben, unter ihnensüdwestlich von P. dieZugsp itz. Die schwach alka-lische Quelle wird bei Gicht, Rheumatismus, Leber-u. Pfortaderstockung, Bleichsucht, Tnberculose, Ka-tarrh der Luftwege u. der Lungen rc. mit Erfolg ge-braucht. Auch ist eineMilch-u.Molkeukuranstalt vor-Händen, ferner werden Kiefernnadelbäder u.Kräuter-säfteverabreicht. P.hieß imAlterthum Parthanumod. Parrodunum u. war Standquartier der erstenrhätischen Cohorte. H. Berns.
Parterre, Erdgeschoß; Plätze daselbst im Thea-ter; in den Gärten ein größerer ebenerPlatz, welchervorzugsweise durch Blumen, Statuen und anderesZierwerk ausgeschmückt u.meistens mitgroßerRegel-
mäßigkeit angelegt ist, in neuerer Zeit vielfach mitden sog. Teppich- od. Mosaikbeeten.
Parthe, Fluß im Königreich Sachsen, entspringtim Kolditzer Walde n. fällt nach 48 üiu langein Lausebei Leipzig in die Pleiße.
Parthenay, Stadt u. Hauptort in dem 8 Can-tone und 70 Gem. mit 73,317 Ew. umfassenden,gleichnam. Arr. des sranz. Dep. Deux-Scvres, amThoue; Gerichtshof erster Instanz, mehrere alteKir-cheu, Schullehrerseminar, Fabriken in Leder, Hüten,Porcellau, Tuch, Wollenzeugen rc., Bieh- und Ge-treidehandel; 1872: 3853 Ew. (Gem. 4778). P.litt viel im Bendeekriege.
Parthcnia (Pariheneia,gr.),Gesänge,vonJnnz-fraueu unter Tanz u. Flötenbegleitung gesungen.
Parthenicr waren die zahlreichen Kinder, diein Sparta und wahrscheinlich auch in den Lagernwährend des ersten messeuischeu Krieges aus regetlo-senu.uichtebenbllrtigeuBerbindungenderSpariiatenu. Spartiatiuneu erwachsen waren. Die AbneigungderRegierung, diese jungenLeute in das spartialischeBürgerrecht u. dendorischeuGrundsatz aufznnehmen,veraulaßte die P., sich unter Phalauthos zu einergefährlichen Verschwörung zu verwinden. Als dieRe-gieruug dieses erfuhr, bol sie dem Phalauthos dieHand zurÄuswandernng. So gründeten die P. daun708 v. Chr. die Colonie Tarent. Hertzberg.
Parthenros, griech. Dichter aus Nikäa in Bi-thynien; im Mithridatischen Kriege gefangen, kamer nach Rom, lebte daun in Neapel, wo er LehrerBergils im Griechischen war, u. zuletzt in Rom; erfchr. Elegien (verloren) und für seinen Freund, denDichter Gallus, 7/c^r r^wre-ccöt- TraS^uarwr- (vonden Leiden der Liebenden, 36 aus älteren Dichterngenommene, in Prosa gekleidete erotische Erzählun-gen, da diese Erzählungen meistaus der Mythologieund zwar nach alcxaudriuischer Art aus entlegenenSagen entnommen sind, so wird P. auch zu de» My-thographeugerechnet). Herausgeg. von W-stermannin den Ll/tüo^ruM ^raoel, Braunschw. 1843 u.in Meinekes Analoeta. Lloxanürlna. 1843. Riese.
Parthenogenesis,Jungfcrnbrut, die Fort-Pflanzung durch unbefruchtete Eier. Im Grunde ge-nommen ist die geschlechtliche Fortpflanzung nur einebesondere Form des Wachsthums. Aber währenddie Eizelle, die Grundlage des neu entstehenden Or-ganismus, in weitaus den meisten Fällen nicht Ener-gie genug besitzt, um eine selbständige Weiterent-Wickelung zu ermöglichen, dazu vielmehr eines An-stoßes, eines Kräftezuwachses durch die Befrucht-ung bedarf, gibt es doch zahlreiche Fälle, in welchendie unbefruchtet gebliebene, jungfräuliche Eizellecinem neuen Organismus das Dasein gibt. Ei»hervorragendes Beispiel bieten die Bienen, aus deren 'befruchteten Eiern Weibchen (Königinnen und Ar-beiter) heranwachsen, während ans den unbefruchte-ten Eiern Männchen (Drohnen) entstehen. Auch dielebendig gebärenden Generationen der Blattläuse(s. d.) können hieher gezählt werden. Die P. bildetein vermittelndes Stadium zwischen geschlechtlicheru. ungeschlechtlicher Fortpflanzung. Thome.
Parthenon (gr.), Jungfrauengcmach; Tempelder jungfräulichen Athene; bes. der berühmte, ISOEllen lange, IVO Ellen breite Atheuetempel auf derAkropolis von Athen, s. d. (a. Geogr.). Vgl. Cur-tius, Die Akropolis von Athen, Berl. 1844.