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Parsismus — Part.
achter wegen seiner Rechtlichkeit wie seines Unter-nehmungsgeistes. In ihren Unternehmungen schlie-ßen sie sich jetzt gewöhnlich den Engländern an, sürderen Zwecke sie sich bisher stets als eins treue u.in den westlichen Theilen Indiens sehr mächtige u.einflußreiche Stütze bewährt haben. Sie sind denBriten nach Kabul gesalzt, manche haben sich inden Seeplätzen Chinas niedergelassen, selbst in Lon-don und in Liverpool sind in der jüngsten Zeit par-sijchs Häuser entstanden; sie betheiligen sich an allenZweigen des Handels u. der großen Industrie, sindRheder u. Eisenbahnnnternehmer, am liebsten aberBankiers und Mäkler. Militärs findet man unterihnen nicht. Ihre Religion ist noch immer die Lehre desZarathustra, welche nach ihnen in Europa gewöhn-lich Parsismus genannt wird. Allerdings habe»sie im Lause der Zeit, wie in ihren Sitten und Ge-wohnheiten , so auch in der Religion manches vonden ihnen befreundeten Hindus angenommen, be-ginne» aber dieses Fremde wieder abzulegen, wo-gegen sie immer mehr der europäischen Sitte undBildung denZugang eröffnen. Ihre nationcileÄleid-ung besteht in einem weiten Gewand (Sakra) miteiner kleinen Tasche an der Brust, dann dem Kosti,einer dünnen, ans 72 Fäden bestehenden Schnur,welche dreimal um den Leib gewunden und mit vierKnoten gebunden wird. Dazu eine kleine, ans chine-sischer Seide gefertigte Mütze, welche nie abgelegtwird. Die Sitte bei der Geburt eines Kindes durchdie Astrologen das Horoskop stelle» zu lassen, ist zwarnoch allgemein, wird jedoch nur von der Masse undden Frauen sür unentbehrlich gehalten. Die Todteuwerde» auf den Leichc»stätten,Dakyma genannt, nachreligiöse: Borschrift den Raubvögeln preisgegcbcn.Kein Parse, welcher irgendwie die Mittel dazu besitzt,versäumt es, seinen Kindern eine europäische Erzieh-ung geben zu lassen. Alle öffentlichen und privatenZchulanstalten Bombays (mit Ausnahme derer derMissionäre) sind mit P. gefüllt, selbst für Mädchen(was sonst im Orient nicht leicht geschieht) sind Schn-len in Bombay gegründet worden und voller Schü-lerinnen. Eine Stiftung, welche zu Ehren ihres an-gesehensten Glaubensgenossen den Namen 8ir llem-seffee ösojssliiw/s translatlon kund führt, besitztein jährliches Einkommen von 40,000 Rupien sürdenZweck, gute curopäischeBücher in daZGndscheratizu übersetzen u. dann billig od. ganz umsonst unterdie P. zu verbreiten. Auch durch die Presse suchendie P. gleich den Briten auf die Masse zu wirken;Ende 1858 erschienen in Bombay 1-1 Blätter (wor-unter 3 täglich) in Gudscherati, welche unter den P.die größte Verbreitung haben. Auch die europäischeWissenschaft findet Eingang; nicht wenige stndirenselbst schon Medicin (trotz der widerstrebenden Satz-ungen ihrer Religion); namentlich aber sind es dieeuropäischen Forschungen über ihre heiligen Schrif-ten, welche bereits vielfach u. mit gutem Erfolge (z.B. vonLoradseiü 8npnrcisoiii)zu eigenem Studium»ach europäischer Methode Beraulassnug gegebenhaben. In den letzten Jahren ist auch anregend ansdie Priesterschaft gewirkt worden und es lernen jetztdie jungen P-pricster auf der hohen Schule zu Punadie Zenogrammatik nach europäischem System. Ander Spitze ihrer Religionsgemeinschaft stand vonAlters her ein Vorstand von sünf gewählten Per-sonen, dasPantschajat, LeffenAnsehenaberseit Mitte
des vorigen Jahrh. stetig abgenommen hat. AlleVersuche, dasselbe durch Reformen neu zu beleben(z. B. 1787) sind fruchtlos geblieben. 1838 wandtesich dasselbe an die britische Regierung mit der Bitte,seinen Beschlüssen gesetzliche Kraft zu verleihen, alsjedoch dieselbe abschtäglich beschicken wurde, verlores in der Gemeinde alles Ansehen. Der Mangeleiner obersten Behörde wird sehr gefühlt; der Wunschnach einem eigenen Gesetzbuchs ist insofern erfüllt,als 1860 der Entwurf desselben vollendet war. DieP. sind sehr ivohlthätig; die edle Freigebigkeit, sowiedie Verdienste um das Gemeinwesen des reichstenaller P., des 1859 verstorbenen Dschemsidschi Dschi-dfchiboi (s. d.), von dem auch die zu Puna gegründetegelehrte Schule ihren Namen hat, ist selbst in Europabekannt u. durch deffenErnennnng zum Baronet (dererste Orientale) von Seiten der Königin von Eng-land anerkannt worden. Über die Religion der P.s. Zarathustra. Vgl. Graul, Reise nach Ostindien,Lpz. 1854, 3. Bd.; Dosabhoi Framji (em Parse),'1'lls Lnrsoos in Inäia, London 1859; PetcrmannsReise in den Orient, Berl. 1861, 2 Bde.; Spiegel,Einleitung in die traditionellenSchriften derP., Lpz.1860. S. auch Feueranbeter.
ParsiZuins, s. n. Parsen n. Zarathustra.
Parsisprache, s. u. Persische Sprache.
Pars oUs, Tüeophilus, nordamerikan. Rechts-gelehrter n. Theosoph, geb. 17. Mai 1797 zu New-buryport (Massachusetts), gradnirte 1815 am Har-vard College, prakticirte im Bureau des RichtersWilliam Prcscott, besuchte Europa, übte einigeJahrcdie Advocatnr in Tanmon u. später in Boston; warein fleißiger Mitarbeiter an der ldlortii Tmsriesmliaviscv u. anderen bedeutenden Zeitschriften n. grün-dete die Bnitsci 8tatoa' Intorarz' (lazsttö. Früh-zeitig wandte er sich der Sivedenborgschen oder Ren-Jerusalem-Kirche zu n. entwickelte zur Vertheidignngu. Erklärung ihrerDoctrinen eine rege schriftstelleri-sche Thätigkeit. Drei Bände Lssa/z, Bost. 1845bis 1857; Oons Homo, 6oc1-LIau, London 1871 u.Mrs Inünito null tlls bünito, Bost. 1872, sind seinehauptsächlichsten Sivedenborgschen Schriften. 1847erhielt P. den von Dane gegründeten Lehrstuhl derJurisprudenz an der Harvard-Universität und thatsich dort hervor durch eine Reihe werthvoller juristi-scher Werk, bcs. über Handels- und Seerecht; dann:Mas poUtüoal, psrgoiml and proporbz- riffllts ok noitnögn oktlas llnitoü 8tntoa, ebd. 1875; P. schriebaußerdem 1859 noch eine Biographie seines VatersTheophilns P., der sich als Oderrichter des StaatesMassachusetts durch seine richterlichen Entscheidungeneinen bedeutenden Am erworben hatte. Bartüng.
Parsonstown (Birr), Marktstadt in der Graf-schaft Kings County der irischen Prov. Leinster, amBirr, oberhalb seiner Mündung in den Shannon,Eiscnbahnsiaiion; etwas Leinwandfabrikation; 2670Ew. Dabei Schloß Birr mit Lord Rosses berühm-tem Teleskop.
psra pro toto (lat.), der Thsil für das Ganze,Redefignr, bei welcher zur Begreifung des Ganzenein einzelner Theil desselben gebraucht wird.
Parsteiuer See (Paarsteiner See), See imKreise Ängermünde des preuß. Regbez. Potsdam,nordwestl. von OLerberg; 11 llm lang u. 4 Lin breil.
Part (v. Lat.), Antheil an etwas.
Part, so v. w. Schiffspart, s. u. Rheder.