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Parrot — Parsen.
1675 nach Paris zurück und wurde dort Rath derAkademie. Hauptwerke: Siege Ludwigs XIV. imJnvalideuhause; Verherrlichungen anderer franz.Könige im Schlosse zu Versailles; ein sogen. Mai-Gemälde in Notrc-Dame zu Paris. P. führte auchdie Radiruadel mit sicherer Hand. 2) Charles,Sohn u. Schüler des Vor., geb. 1688 in Paris, gest.24. Mai 1752 daselbst, bildete sich in Rom ».Bene-dig zum Schlachtenmaler, ward 1721 Mitglied und1745 Professor an der Pariser Kunstakademie, be-gleitete Ludwig XV. in den Krieg u. malte von ihmgeschlagene Schlachten, aber auch Jagdbilder. 3)Pierre, Maler n. Nadirer, Nesse u. Schüler vonP. 1), geb. 1664 in Avignon, gest. 1739 in Paris alsaußerordentl. Mitglied der Malerakademie. Nachdemer einige Zeit nnler Josephe P. gelernt, ward er inRom unter Marattis Leitung Historienmaler n. zeigtin seinen Bildern Feinheit der Zeichnung, Klarheitdes Kolorites und Sicherheit der Technik. R-gml.
Parrot, Johann Jakob Friedrich Wil-helm, deutscher Naturforscher, geb. 14. Oct. 1792in Karlsruhe; war erst Arzt in Dorpat, unternahm1811 u. 1812 mit Engelhardt eine mineralog. Reisein die Krim u. an den Kaukasus, war 1815 Stabs-arzt bei der russischen Armee und seit 1821 Professorder Physiologie, Pathologie u. Semiotik in Dorpat;er reiste 1824 in diePyrenäen, 1829anfdenArarat,1837 an dasNordcap u.st. 15.Jan. 1840 zuDorpat.Er schrieb: Ansichten über dis allgemeine Krankheits-lehre, Riga 1821; Uber Gasometrie, Dorpat 1814;Reise in die Krim u. den Kaukasus, Berl. 1815 ff.,2 Bde.; Reise zum Ararat, ebd. 1834, 2 BLe. r.
Parry, William Eduard, brit. Polarreisemder, geb. 19. Dec. 1790 in Bath; diente seit 1803als Midshipman auf der englischen Flotte n. wnrde1811 zum Schuhe des Walfischfanges mit einemKanonenboot ansgesandt, mit dem er bis zum 70."n. Br. vordrang, machte Beobachtungen über dieBestimmung der Polhöhs mittels Beobachtung derFixsterne, die er später veröffentlichte. 1818 erhielter bei der Aufsuchung der nordwestlichen Durchfahrtdes CapitLn Roß die Führung des Schiffes Alexan-der; 1819 drang er auf einer zweiten Expeditiondurch den bisher unbekannten Lancastersnnd und dieBarrowstraße in den Melvillesnnd bis jenseits des110.° der wesil. L. von Greenwich vor, n. erhielt beiseiner Rückkehr im Nov. 1820 den dafür von derNegierung ausgesctzten Preis von 5000 Psd. Sterl.,daraus unternahm er bis 1827 noch drei Nordpol-expcditioncn ohne besondere Resultate, wnrde 1829vom König Wilhelm IV. in den Rittcrstand erhoben,war 1829 bis 1834 Commissär der Ackerbaugesell-schaft in Australien, erhielt 1837 den Auftrag, denan die Admiralität übertragenen Packetpostdienst zuorganisircn, wurde dann OomptroUsr ol Ltss-mLlnoliinorz-n. Generalinspector des Haslarhospitals,1852 Contreadmiral der Blauen Flagge, 1853 Gou-verneur des Mannehospitals zu Greenwich u. starb8. Juli 1855 in Bad Ems. Eine Gesammtauszabeseiner Neisebeschreibungen erschien unter dem TitelI'onr vo^a§s8 to tbs PlortR kole, Lond. 1833, 5Bde. Vgl. ülomoir ok 8ir IV. 8. ?. (von seinemSohn), Lond. 1857. Nach ihm sind im Nordpolar-meer die Parryinseln u. der Bafsin-Parry-Archipel,int Großen Ocean die Parrygruppe (nordwestlichesPolynesien) benannt. Schroot.
parr(lat.), Theil;?.guota, ein Theilder Erbschaft,welcher bloß relativ nach seinen Verhältnissen zumGanzen bestimmt ist, z.B. ?. guauba, welcher ab-solnt bestimmt is!,z. B. eine bestimmte Geldsumme.
Parsberg, Flecken im Bez.-Amt Belburg desbayer. Regbez. Oberpfalz und Rcgensburg, an derSchwarzen Lader, Station der Bayer. Staatsbah-nen; 842 Ew.
Parsdorf, Dorf im Bez.-Amt Ebersberg desbayer. Regbez. Oberbayern; 966 Ew.; hier 15.Juli1800 Waffenstillstand zwischen den Franzosen undÖsterreichern.
Parsen (Rnrsi, d. i. Perser), ist in neuerer Zeit,im Gegensatz zu dem allgemeinen ethnographischen-Namen der Perser, der gewöhnliche Name für die,früher gewöhnlich Glieder od. Geber (arabisch statu,Ungläubiger) genannten Perser gewesen, welche »achder Zerstörung des Reiches der Sasaniden durch dieAraber treue Anhänger der alten Religionslehre derZarathustra geblieben sind. Von Mohammedaner»fanatisch verfolgt, flüchteten sich dieselben theils ineinzelne, weniger zugängliche Tyeile Persiens, theilsnach der nordwestl. Küste von Indien, wo sie sichbis auf die Gegenwart abgeschlossen in ihrer eigeu-thümlichen Nationalität erhalten haben. In Persienhaben sich P. nur noch in Jezd, Taft und i» eini-gen umliegenden Ortschaften in Kirman, sowie ein-zetne in Teheran erhalten; während man dieselbenvor 100 Jahren noch ans 100,000 angab, beträgtihre Gesammtzahl in Persien gegenwärtig nur nochetwa 7000, die zum großen Theil in dürftigen Ber-hältnifsen leben. In Indien dagegen, wo sie sich na-mentlich seit der Besitzergreifung Bombays durch dieBrite», frei bewegen können, ist ihre Zahl, wie ihrReichthnm in stetem Wachsen begriffen. Vor lüüJahren lebten in Bombay, Surat n. den benach-barten Orten etwa 50,000 Perser, 1858 betrug dieZahl derselben 150,000, wovon allein 110,000 aufdie Insel Bombay kamen. Die P. selbst besitzen un-ter dem Titel Kässa-i-Zirnjan (d. i. Erzählung vonSanjan) zwar selbst einen Bericht von ihrer Über-siedelung nach Indien, Loch ist derselbe erst i. I.1599 verfaßt. Um sich der Unduldsamkeit der mo-hammedanischen Eroberer zu entziehen, flüchtete einekleine Anzahl von Bekennern der alten Persische»Religion auf die benachbarte Insel Hormus, siedeltwspäter aber, da sie sich auch hier nicht mehr sicherfühlten, nach der Insel Diu an der indischen Aiisieüber. Durch die Prophezeiungen eines ihrer Prie-ster erschreckt, verließen sie jedoch auch dieseZnfltlchls-statte wieder u. wandten sich 717 n. Chr. nach derStadt Sanjan (bei Daman) ans dem indischen Fest-lande, wo ihnen der Hindukönig Duldung u. Wohn-stätten gewährte. Die P. wohmen hier Jahrhundertelang, wie es scheint, wegen ihres Glaubens unbe-lästigt, bis sich die Mohammedaner auch in Indienansbrciteten. Sie wandcrtcn nun von Sanjan voll-ständig aus u. wandten sich nach Nausarja in G»-dscherat, wo noch heute viele P. wohnen. Obgleichvon den Moslems verachtet u. bedrückt, verbreitete»sie sich doch auch über umliegende Städte, zu Ansehenu. Reichthnm gelangten sie aber erst, als die Euro-päer in Indien mächtig wurden. Die P., welche in .physischer Beziehung deutlich dasGeprägc ihrcriram- ^schen Abkunst tragen, haben sich vorzugsweise de>» ;Handel gewidmet. Der Parse ist bekannt und ge- j
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