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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Paropamisos — Parroccl.

n. Reiter, Stand u. stehen. Paronymie.AbleitnngderWorte, üeuvwinatüo; Paronymik, Lehre davon, d.

Paropamisos (die richtigere Form ist die desPtolemäus: Paropanisos od. Parapanisos), bei denantiken Schriftstellern der Name des asiatischen Ge-birges Hindukusch, der Grenzscheide zwischen Indienu. Baktrien; zur Zeit der ersten Bekanntschaft unterAlexander d. Gr. wurde es Indischer Kaukasusgenannt. Später wurde der NameP. auf den west-lichen Theil, ungefähr den heutigen Kohibaba, be-schränkt. Danach hießen die dort wohnenden BöllerParopanisaden u. unter Alexander d. Gr. u. denSeleukidischen Königen gab es eine Satrapie der

Paropanisaden, ungefähr das heutige Kabulistau, mitder Hauptstadt Kabnra (Kabul). Thi-lcmann.

' Paros, 1) Insel des Ägäischen Meeres, südlichvon Delos, westlich von Naxos, im Alterthum eine

- der reichsten Kykladen; darauf das Flüßchen Asoposi n. der Berg Marpessa, worin der durch seine Weiße

».Feinkörnigkeit berühmte Parische Marmor ge-brochen wurde; äußerst fruchtbar (Öl, Wein), dieViehzucht war sehr bedeutend; Hauptstadt: Paros.Vaterland des Dichters Archilochos, der Maler Po-lygnotos, Arkesilaos und Nikänor und der BildnerAgorakritos u. Skopas; heißt jetzt Paro, gehört zurNomarchie der Kykladen, Eparchie Naxos, ca. 220Ufüm groß mit 9000 Ew. Die Gebirge, welche die(4 ganze Insel erfüllen, bestehen ans Marmor, diehöchste Spitze ist der Hl. Eliasberg (805 in), westlichH davon der Berg Marpessa, in dem noch die ausge-sx beuteten, verlassenen Gruben u. Stollen vorhandenxs' sind. Die Insel ist fruchtbar, aber schlecht angebaut,namentlich fehlen Bäume; das meiste Land gehörtder Kirche. Die Küste, namentlich im O., ist hasen-reich, der Hafen von Naussa (im N.) ist der beste u.k sehr geräumig. — P. wurde zuerst von Phönikerncolonisirt, welche von den Jonern verdrängt wurden.Es kam bald zu hoher Bliithe, namentlich entwickeltesichderHandel u. wurden von hier mehrere Colonien,namentlich auf der Insel Thasos u. in der Propontisgegründet. Weil es sich mit Len Persern zur Unter-werfung Griechenlands verbunden hatte, so belagerte

- es Mltiades nach derSchlacht bei Marathon, jedochvergeblich. Später eroberten es die Athener unterThemistokles; es sank jedoch unter Athens Herrschaft».während des Peloponnesischen Krieges u. hatte inder Folge mit den übrigen Kykladen gleiches Schick-sal. Im 3. Jahrh. kam es an die Ptolemäer, fielan Athen zurück, wurde aber um 150 v. Chr. kurzeZeit dem politischen Könige Mithridates zinspflichtiz; von diesem kam es an die Römer. 1207 wurdees zum Herzogthum Naxos geschlagen. Es kam inder Folge als Mitgift einer Sanudo an das HansSommariva, im 15. Jahrh. an das Haus der Benierund dann an die Türken. Hier wurde 1027 die alsParischeChronikod.Llar»iora4.ru»äolia»a bekannteMarmortafcl mit der alten Geschichte Griechenlands(dis znin Jahre 203 v. Ehr.) entdeckt, welche seit1667 der Universität Oxford gehört (s. Arundcl 2).Amio.JnliiOöi Sieg der Benetianer (unter Mon-cenigo) über die Türken. Unter der Herrschaft derletzteren sankP.immer mehr, die Wälder u.Ölbauin-pflanzungenwurden zerstört. JmRussisch-türkischenKrüge hatte 1770 die russische Flotte unter Orlowu.Spiridow bei Naussa eine längereZeit ihreHanpdMtion u. ihren Waffenplatz. 1828 kam es anGne

chenland. Bgl. Roß, Reisen auf den griechischenInseln des Ägäischen Meeres, Stnltg. 1811. 2)(Parikia, Paroikia) Hanptort auf voriger, an derWKüsie, mit weiter Bucht, elendes, ans den Trüm-mern des alten Paros gebautes Städtchen, mit etwasHandel; 1917 Ew. Die Umgegend, wie die ganzeInsel, ist reich an Trümmern aus alter Zeit. DieKirche zur Hl. Jungfrau, deren Gründung der heil.Helena inderSagczugeschriebeuwird, ist die schönsteauf den Kykladen. Dronle.

Parotis (griech.),s. Ohrspeicheldrüse.

Parotitis, s. Ohrspcicheldrüsenentzündung.

Paroxysmus (griech.), die Wiederholung, derWiedereintrittvonKrankheitscrscheinungennach einergewissen Zeit, in welcher dieselben mehr od. wenigerschwiegen, bei den in Anfällen auftretenden Krank-heiten, wie Wechsclfieber, Epilepsie, Asthma. Diekrankheitsfreie Zwischenzeit nennt man Inter Mis-sion, bei fieberhaften Krankheiten die fieberfreieZwischenzeit Apyrexie. Apyrektisch, fieberfrei.

Paroxytönon (griech.), ein Wort, welches aufder vorletzten Silbe einen Acut hat, s. n. Accent.

Parqnetboden,s. Parket.

Parr, Katharina, s. Katharina 12 ).

Parret, ein 60 Icm langer Küstenfluß in derenglischen Grafschaft Somerset, entspringt bei Crew-kerne in der Grafschaft Dorset, wird bei Jlchesterfür kleine Fahrzeuge und bei Bridzewater für See-schiffe bis zu 200 Tonnen schiffbar und ergießt sichdurch den Brent-Marsch in den Kanal von Bristol.An seiner Mündung steigt die Flnth sehr häufig biszu 10 w.

Parrhasros, aus Ephesos, berühmter griechischerMaler, um 400 v. Ehr., Schüler des Euenor undNebenbuhler des geuxis, zugleich Haupt der Joui-scheu schule. Sein Hauptverdienst bestand in derVollkommenheit des äußeren Umrisses, weshalb erder Gesetzgeber der Malerei genannt wurde. MsMalerköuig ging er in Purpurmantel,u. mit Kroneund goldenem Stab einher, unterlag aber gleichwolin seinem Wettstreit mit Timanthes zu Samos miteinem Preisgemälde, welches den Kampf des Ajaxu. Odysseus um die Waffen des Achilleus darstellte.Bon einem anderen Wettstreit weiß die Sage zu er-zählen, der gemäß Zeuxis Weintrauben so natürlichgemalt haben soll, daß die Vögel herbeigeflogen wä-ren, um daran zu naschen, während P. selber einenVorhang darüber gemalt haben soll, der selbst denZeuxis der Art getäuscht hätte, daß er sich augeschickt,denselben wegzuziehen. Daraus ist zu schließen, daßP. der realistischen Richtung folgte, welche höchsteNaturwahrheitanstrcbt. Hauptwerke: Der schwitzendeu. der anfathmendeWafsenIäufer u. das alle Tugen-den und Schwächen der Athener zeigende Bild desAthenischen Volkes. Regnet.

Parrhcsie(v.Griech.), Freimüthigkeit imReden,leichter, uubezwungener Anstand, auch in Körperbe-wegungen.

Parricida, Vatermörder, vgl. Johann 31).

parrioiüsum (karioickium.lat.), Vater- od. Elteru-mord; Verwaudtenmord; bei den altenRömernjedestodeswürdige Verbrechen gegen den Staat.

Parrocel, 1) Josephe, franz. Geschichts- undSchlachtenmaler und Nadirer, geb. 1643 in Brig-nolcs, gest. 1. März 1704 in Paris. Er bildete sichzuerst in Marseille, dann bei Bourgignon, ginA