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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
Seite
120
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Reserve bildeten und für Ausfälle zurückgehaltenwurden. An der Spitze der gesammten Vertheidig-ung stand Trochn. Die Verpflegung der Truppenwurde fllr etwa 3 Monats sicher gestellt und für dieEinwohnerschaft ein 45tägiger Mnndvorrath herbei-geschafst. So standen die Verhältnisse, als die Maas-armee u. die III. deutsche Armee vor der Hauptstadterschienen. Die Maasarmee (Garde- 4. und 12.Armeecorps, 5. u. 6. Cav.-Div. unter dem Kron-prinzen von Sachsens rlickte am rechten Marneufervor und schloß 18. Sept. die Festung ans der Nord-u. Ostseite, von der Marne bis zur unteren Seine,ein. Die Vorpostenlinie des 12. Armee-Corps zogsich von Neuilly an der Marne am Westrands desWaldes von Bondy bis zum Onrg-Canal hin, die-jenige des Garde-Corps folgte dem Morcebach bisDugny u. Stains nordöstlich St. Denis, die des 4.Armee-Corps lief über Pierresitte, Montmagny bisEughien les Bains und wurde später ans die Halb-insel von Argentenil ausgedehnt, welche vorläufigvon den Cav.-Divisionen besetzt wurde. Die aus derBefestigung von St. Denis vorgeschobenen franz.Truppenabtheilungen wichen nach wenigen Schüssenbeim Anmarsch der Deutschen zurück. Ernstere Zu-sammenstöße veraulaßte der Aufmarsch der III. Ar-mee (5. und 6. preuß. n. 2. bayer. Armee-Corps,würtemb. Div., 2. u. 4. Cav.-Div.) im S. von P.Am 17. Sept. trieb das 5. Armee-Corps TruppenLes 13. franz. Corps in dem MündnngSdrcieck zwi-schen Marne u. Seine vom Montmesly in die Fe-stungswerke zurück. Beim weiteren Vormarsch nachO. mußte am 18. das linke Scincnfer vom Feindegesäubert werden, ehe man zu Brückenschlägen schrei-ten konnte u. 19. wurde die 18. Jnf.-Brig. währendLes Marsches nach Versailles auf der Hochfläche vonChatillon von dem 14. franz. Armeecorps ange-griffen, welches den Südrand des Waldes von Meu-Lon u. das Plateau bis zum Dorf le Plessis Piqnetbesetzt hatte. Es gelang Len Franzosen unter Gen.Ducrot eine Zeitlang den Deutschen den Besitz derStraße nach Versailles streitig zu machen, PetitBicetre zu nehmen und die Lisiere des Waldes vonBerrieres zu besetzen. Als indessen gegen 8 UhrMorgens die 17. Jnf.-Brig. n. Thcile des 2. bayer.Corps in das Gefecht eingriffen, wurden die franz.Divisionen über das Plateau zurückgeworfen. Gen.von Kirchbach setzte mit dem 5. Armeecorps gegenMittag den Marsch auf Versailles fort, während das2. bayer. Corps den Feind nach heftigem Kampfenoch aus Plessis Pignet, der Redoute de Chatil-lon und den Ortschaften Fontenay anx Roses, undBourg la Reine vertrieb,, um dort die Vorpostenausznstellen. Die Franzosen räumten darauf auchdie Dörfer Bagneux, Chatillon und Clamart, sowieLeu Wald von Mendon. Das 5. Armeecorps besetzteam selben Tage Versailles ohne Kampf und schloßdie Hauptstadt von der unteren Seine bei Bongivalüber Sövres ein, im Walde von Meudon mit dem2. bayer. Corps in Verbindung tretend. Zur Rech-ten dieses Corps hatte das 6. prenß. Armeecorpsauf beiden Seineusern gegen P. Front gemacht undim Anschluß an dasselbe sicherte die württembergischeDiv. die Einschließung südlich der Marne. Somitstanden 19. Sept. Abends mehr als 6 deutsche Ar-meecorps in 11 Meilen langer Fronteutwickelungden Wällen von P. gegenüber, während eine zahl-

reiche Cavalerie das Land hinter der Cernirungs-linie deckte. Man begann sofort die Cernirnngspo-sitionen zu befestigen, um sich gegen feindliche Ans-fälle n. Dnrchbruchsversuche widerstandsfähige Ver.theidignngsstellungen zu schaffen. Diese mit großerSorgfalt, meist unter dem Feuer der franz. Festungs-geschütze ausgeführten Arbeiten erleichterten es inder Folge dem Belagerer wesentlich, die stets mitgroßer Ueberlegenheit unternommenen Ausfälle zu-rllckznweisen. Am 21. Sept. rückte das 11. Armee-corps indieCernirnngslinie ein n. besetzte den Raumzwischen oberer Seine u. Marne, während sich das6. Corps mehr links schob und den Raum zwischenSeine n. Bicvre deckte. Im deutschen Hauptquar-tier lag die Absicht vor, P. anszuhnngern, man nahman, daß es unmöglich gewesen wäre, die über 2 Mill.Seelen zählende Bevölkerung für längere Zeit zuverproviantiren. Die Truppen erhielten daher Be-fehl sich im Allgemeinen defensiv zu verhalten. Alsdann im Lause des Octbr. keine Anzeichen für einebaldige Capitulation infolge Mangels an Lebens-mitteln sichtbar wurden, traf man die zu einer Be-lagerung erforderlichen Vorbereitungen. Bis EndeSept. beschränkten sich auch die Belagerten darauf,die Stellungen der Deutschen von den Forts aus zubeschießen und in kleinen Unternehmungen die Vor-posten derselben zn beunruhigen. Am 30. Sept. be-gann indessen die Reihe der großen Ausfälle, welchedie Durchbrechung der deutschen Cernirnng und denEntsatz der Hauptstadt mit Hilfe der in den nichtoccnpirten Tycilen des franz. Gebietes zusammcu-gebrachten Heere zum Zweck hatten. Au dem ge-nannten Tage ging Gen. Binoy mit dem 13. Corpsgegen die vom 0. Armeecorps besetzten DörfcrL'Hai,Chevilly , Thiais u. Choisy-le-Roi vor, anfwelchevorher ein lebhaftes mehrstündiges Geschützfeuer derFestungswerke gerichtet war. Die Franzosen dran-gen zum Theil in dis genannten Ortschaften ein,konnten dieselben indessen vor dem Andringeu derRegimenter der 11. Jnf.-Div. nicht halten n. wur-den endlich mit einem Verlust von etwa 2000 Mauaznrückgeworfen. Der Verlust der als Vertheidigergedeckter stehenden Deutschen betrug nur 450 Mann.

In der 2. Woche des Oct. wurde das inzwischen vonSedan eingetroffene 1. bayer. Armeecorps mit der22. Jnf.-Div. zur Rückendeckung der Cernirnng ausOrleans dirigirt, um die Formirung Verfranz. Loire-armee zn stören. Statt derselben rückte die nach demFall von Toul disponibel gewordene 17. Jnf.-Div.in die Stellung des 11. Armeecorps ein, währenddie 21 . Jnf.-Div. dieses Corps in den Wald vonMendon zwischen Scvres n. Clamart eingeschoben cwurde und die nach dem Falle von Straßburg nach f:P. beorderte 1. Garde-Landwehrdiv. auf dem linkenFlügel des 5. Armeecorps bei St. Germain en Laye 8Stellung nahm. Die Wahrnehmung dieser Trap- stpenbcwegungen und die Nachricht von Gefechten ander Straße nach Orleans ließen den Belagerer den 9Abmarsch deutscher Hecrestheile aus der Cernirnngs- sfilinie vermachen. Gen. Binoy erhielt daher den Be-fehl, 13. Oct. mit dem 13. Corps eine größere Re-cognoscirnng nach S. zu machen. Er ging mit etwa Z25,000 Mann in 2 Colonnen auf Bagnenx undChatillon vor, sich in den Flanken durch Schemde-wegnngen deckend und drang in beide Orte, die von irden Vorposten der 4. bayer. Div. besetzt waren, ein, x