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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
Seite
119
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P-er Frieden zwischen denselben Mächten; die älterenBourbons nahmen nun ihre Residenz wieder in P.Am 28. Juli 1817 Friede zwischen Frankreich undPortugal; durch die Jnlirevolution vom 27.29.Juli 1830 wurdeKarlX. wieder aus Frankreich ver-trieben u. Philipp Ludwig zum König der Franzosengemacht. Unter ihm wurde P. auf Thiers Antrag be-festigt (1840). Über die Februarrevolution (1848),die Junitage (1848) u. den Staatsstreich von 1851s. u. Frankreich (Gesch.) XII. X) u. 6). Unter derRegierung Napoleons III. begannen, zum Theilans politischen Rücksichten, die großartigen innerenUmgestaltungen der Stadt. Hier 30. März 1856Friede zwischen Frankreich, England, Sardinien u.der Türkei einer- und Rußland anderseits, 4. März1857 zwischen Großbritannien u. Persien, 26. MaiVertrag zwischen der Schweiz u. Preußen über dieRegulirung der Neuenburger Frage. 1855, 1867u. 1878 fanden hier Weltausstellungen statt (s. Welt-ausstellungen).

d) Geschichte der Belagerung 18701871.Nachdem die frz. Armee bei Sedan die Waffen gestrecktu. der gefangene Kaiser das Eingehen auf Friedens-Verhandlungen abgelehnt hatte, wurde 4. Sept. vonder III. u. der Maas-Armee der Vormarsch ans P.angetreten. Das 1. Bayerische u. das 11. Armee-Corps blieben vorläufig zur Bewachung und zumTransport der Gefangenen zurück. Gen. Viuoy hatteinfolge der ihm zngegaugeuen Nachrichten über denAusgang der Schlacht von Sedan bereits 2. Sept.von Meziöres aus mit dein 13. frauz. Corps denRückzug auf P. angetreten und gelangte unbehelligtnach der Hauptstadt, wo seine Truppen demnächstden Kern der Besatzung bildeten. Hier wurde 4. Sept.die Absetzung der Napoleonischen Dynastie beschlos-sen u. die Republik ausgernfeu, an deren Spitze derGouverneur von P., Gen. Trochn, trat. Der neueMinister des Innern, Ganibetta, erklärte, die neueRepublik ist eine Regierung der nationalen Ver-theidiguug, eine Republik des Kampfes bis zum Äu-ßersten gegen den Eindringling. Jules Favre, derMinister der Auswärtigen Angelegenheiten, schrieban die Vertreter Frankreichs im Auslände: wir wer-de» weder einen Zoll von unserem Lande, noch einenStein von unseren Festungen abtreten. Dies vonP. ausgehende Feldzeschrei, la znsrrs ä outranoo!fand in ganz Frankreich lebendigen Wiedcrhall, bes.aber wurden in der Hauptstadt selbst alle Hebel inBewegung gesetzt, um die zur Fortsetzung des Kriegeserforderlichen Mittel zu schaffen. Es galt zunächst,deuBesestigungsgürtel inverthcidignugsfähigen Zu-stand zu setzen, so viel Truppen und Proviant alsmöglich heranzuzieheu u. ans den zum Waffendienstegeeigneten Einwohnern neue Truppen zu bilden, dieim Stande waren, wenigstens hinter Wall n. MauereinemAngriff entgegcnzutreten. Die gesammtcuAr-beiten wurden von einem Vertheidigungsansschußunter dem Vorsitz des Gen. Trochn geleitet. Zugleichmit der Armirung der 16 vorhandenen dctachirtenForts u. der Stadtumwallung wurden neue Beseitig-ungen in Angriff genommen. Jur N. erhielten dieForts von St. Denis durch Befestigung des GehöftesIw tsmxs porckn, des Schlosses von Villetaueuse u.der Muhle von Stains, welche durch Laufgräben miteinander verbunden wurden, eine vorgeschobene Ver-teidigungslinie , welche von der Seine bis zur An-

stauung des Rouillonbaches reichte. Oestlich von:Fort de l'Est befestigte man la Courneuve, Bondyund Noisy le sec. In dem von Natur und durch dievorhandenen Forts Romainville, Noisy, Nosny undNogent sehr vertheidigungsfähigen östlichen Vorlaubebedurfte es nur der Herstellung einer gedeckten undmit Geschtttzständen versehenen Verbindung zwi-schen den Forts. Der vor dieser Front liegendeMont Avron wurde erst später in die Befestigunghineingezogen. Den Marnebogen unterhalb Join-ville-le-pont deckten die Redonten de la Faisauderieund de Gravelle. Das Mündungsdreieck szwischenMarne und Seine, in dem Fort Charenton liegt,wurde durch eine südlich Maison Alfort bis Creteilreichende und zur Aufstellung von Geschützen einge-richtete Schntzwehr abgeschlossen. Auf dem linkenUser der Seine wollte man den südlich der FortsJvry und BicAre liegenden Höhenzug von Bitry-Villejnis-Hautes-Bruyeres n.südl. derFortsMout-ronge, Vauves und Jssy das Plateau von Chatil-lon durch Anlage provisorischer Werke in den Ver-theidigungskreis hineinzieheu, deren Ban auch be-gonnen wurde, indessen so wenig vorschritt, daß beimErscheinen der Deutschen diese wichtigen Stellungenanfgegeben werden mußten. Die genannten Fortswurden durch Laufgräben mit Geschützemplacementsunter einander verbunden und dieselben bis an dieSeine bei der gleichfalls befestigten Insel Billancourtfortgesetzt. Dort setzte die Vertheidigungslinis aufdas rechte Seineufer über und folgte demselben bisin Höhe des Forts Mont Valerien. Von dort bisSt. Denis auf der Halbinsel von Genuevilliers neueWerke anzulegen, mußte gleichfalls infolge des schnel-len Borrückeus der Deutschen anfgegeben werden.Nur die Dörfer Conrbcvois u. Asnicres wurden alsBrückenköpfe fortificatorisch eingerichtet. Vorkehr-ungen zur Beleuchtung des Vorterrains durch elek-trisches Licht waren aus sämmtlichen Forts ange-bracht u. alle fortificatorisch wichtigen Punkte durchein ausgedehntes Telegraphennetz verbunden. EineBrieftaubenpost wurde eingerichtet n. die Expeditionvon Personen und Briefen mittels Luftballons, ummit den nicht occupirten Theilen desHeimathlandesin stetem Verkehr zu bleiben, organisirt. 2630 Fest-ungsgeschütze waren auf die Wälle der Forts u. derEnceiute gebracht, zu deren Unterstützung eine Fluß-flotille von 5 schwimmenden Panzerbatterien, 9 Ka-nonenbooten u. 7 anderen Kriegsfahrzeugen diente.Bei Annäherung der Deutschen wurden alle Seine-u. Marnebrücken in der Nähe der Stadt gesprengt,die Wege im ganzen Umkreis zerstört u. Hinderniß-mittel aller Art angelegt. Die Einwohnerschaft derUmgegend flüchtete größtenthcils in die Stadt. MitteSept. waren an Linientruppen das 13.u. 14. Armce-Lorps, eine Matrosendivision, ein Gendarmericorpsin Summa etwa 75,000 Mann, an Mobilgarden115,000 Mann und etwa 60 verläßliche BatailloneNationalgarde, im Ganzen rund 300,000 Mann zurBerthcidiguug au Ort u. Stelle. Die Zahl der Na-tionalgardenbataillone wuchs im Laufe der Verthei-dignng erheblich, auch entstand eine große Zahl vonFreicorps, es fehlte diesen Formationen indessen anDisciptin und militärischer Ausbildung. Im All-gemeinen fiel der Nationalgarde die Vertheidigungder Stadtenceinte u. den Mobilgarden die Besetzungder Forts zu, während die Linientruppen die mobile