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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
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Paris.

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wölbe fürberühmte Männer Frankreichs. Die Börse,ganz im Stil der Madeleinekirche (s. oben), wie diesedurchaus ohne Verwendung vonHolz gebaut,eigentlichemeNachahmung LesTempelsdesVespasian inRomein imposanter Bau, 1808 von Brongniart begonnen,1828 von Labarre vollendet, ist 69 ru lang, 41 inbreit, 30 m hoch, von 64 korinthischen Säulen, jede10 m hoch, umgeben, das Ganze von einem Gittereingeschlossen, ans jeder Seite eine Treppe von 16Stufen, an den Ecken des Gebäudes die StandbilderLesHandels, des Handelsrechtes, des Gewerbefleißesu. des Ackerbaues. Der mit Deckcnbildern von AbelLe Pujol geschmückte Börsesaal ist 37 rn lang u. je25 m breit und hoch. Einer der großartigsten Ge-bäudecomplexe ist auch die palastartig gebaute Ecolemilitaire, seit 1792 Kaserne für beiläufig 5400 Manuu. 1500 Pferds. Der Thurm St. Jaques de laBoucherie, 53 m hoch, ein schönes Denkmal gothi-scherBauknnst, der Überrest einer 1789 niedergerisse-nenKirche, liegt in derMitte von P., nahe derScineu. gewährtdieschönste Aussicht aufdie Stabt. Unterden Bahnhofsgebäuden stehen der Nord- n. der Ost-Lahnhof architektonisch obenan. Bedeutend, obwolals Gebäude nicht ganz ersten Rang einnehmend, istdas Palais del'Jndustrie, 250 m lang, 108 m breit,35 m hoch, über dem 30 in hohen Portal eine großeplastische Gruppe, in der Mitte des Gebäudes einglasgedeckter, 192 m langer, 48 in breiter, 30 mhoher Saal, ohne Zweifel der größte überhauptexistirende. Unter den Gasthöfen ragen durchcolossale Verhältnisse bes. hervor: Grand Hotel duLouvre, zwischen Louvre u. Palais Nopal, ein gan-zes Stadtviertel einnehmend, und das ebenso großeGrand Hotel, am Boulevard des Capucines; jedeshat 700 Zimmer n. Säle; wahrscheinlich sind sie diegrößten Hotels des Continents. Es sei hier einge-schaltet, daß P. Ende 1877 110 Hotels ersten, 510zweiten, 7900 dritten Ranges und 8700 Hotel-Garuis besaß. Endlich sind hier hervorzuheben dieHalles Centrales, die Localitäten, welche den Mit-telpunkt der Verproviantirung von P. bilden (s. un-ten). Sie umfassen einen Complex von 88,000 f^mund bestehen aus 12 Pavillons, alles in Eisen undmit Zink gedeckt; die Baukosten werden auf 60 Mil-lionen Frcs. berechnet. Jeder Pavillon enthält 250Verkaufsstände von 4 Hjm. Die Souterrains neh-men dieselbe Ausdehnung ein. Die Zufuhr derMaaren u. Lebensmittel erfolgt durch unterirdischeBahnverbindungen. Nicht weit davon befindetsich auch die Getreidehalle, ein 42 m im Durch-messer haltender, 32 ,5 in hoher runder Kuppel-bau. Einen noch größeren Complex bilden die Wciw-jlager (134,000 s^jm), in denen in der Regel etwaj 280,000 bl Weine vorhanden sind. Selbstverständl-ich hat P. noch eine Menge anderer bemerkens-MrtherGebäude, wiedas Palais LerSchönenKünste,mit dem berühmten enkaustischen Bild von P. De-utsche, in 75 überlebensgroßen Figuren die großenlliinstter aller Zeiten u. Völker vorführend; das Pa-edes Instituts, des Corps legislatif, der Münze rc.,Attcher als vielleicht irgend eine Stadt ist P. anöffentlichen Denkmälern n. Monumenten, diePils durch ihre colossalen Dimensionen, theils durchiinstlerischc Ausführung die Aufmerksamkeit inAnspruch nehmen. Auch hier muß sich unsere Dar-stellung auf Las im ersten Rang stehende beschränken.

Der Triumphbogen auf der Place de l'Etoile, 35 nrbreit, 22 m tief, 49 m hoch, das kolossalste aller Mo-numente dieserArt, besteht aus einem einzigen, 14 mbreiten, 29 m hohen Bogen und hat etwa IO Mill.Frcs. gekostet. Er ist von allen Seiten weithin sicht-bar, wie anderseits die Aussicht von seiner Platt-form zu den schönsten in P. gehört. Er ist einer derTriumphbogen, die Napoleon!. in P. errichten lassenwollte; er legte 1806 den Grundstein dazu, dochwurde er erst 1836 fertig. Zahlreiche künstlerischausgeführte Reliefs stellen die Siege Napoleons Lar.Die Namen der Siege, sowie die von 386 Generalender Revolutions- u. Kaiserzeit sind ebenfalls ange-bracht. Am I.März 1871 hielt durch ihn die deutscheOccupationsarmee ihren Einzug. Der zweite, bisjetzt vollendete Triumphbogen ist der nur 19,z mbreite, 6,gg m liefe u. 14,^nr hohe auf demCarrousel-platz, ebenfalls mit ReliesS u. gekrönt von einer Qua-driga. Hiersindauchznnennen: die Porte St. Martinu.St.DeniszuEhrcnLndwigsXIV. DieVendome-sänle, aus dem gleichnamigen Platz, eine Nachbildungder TrajanssänleinRom,vonNapoleonI. 180610errichtet. Die Bronzereliefs, welche sich um den ge-mauerten Kern emporwinden, stellen eine fortlaufendeGeschichte des Krieges von 1805 dar. Sie ist 43,^mhoch u. trägt die Statue des Kaisers; 1871 von LenLommnnisten nmgestürzt, wurde sic jedoch wieder auf-gerichtet u.anchdie Statue 27.Dec. 1875 wieder auf-gestellt. Die Jnlisänle auf dem Bastilleplatz, 50 mhoch, znmAndenkenan die inder Julirevolution 1830Gefallenen; beide Säulcnkönnen bestiegenwerden.Der Obelisk von Luxor, aus der Place de la Concorde,ein Geschenk Mehemed Alis, ein Monolith ausSyenit, 23,g m hoch, mit dein Sockel 32,z m, standursprünglich vordem Tempel zu Theben; der Trans-port u. die Ausrichtung kosteten 2 Mill. Frcs. Aufdemselben Platz außerdem die Darstellung von achtfranz. Städten (darunter auch noch Straßburg) inColossalstatuen und zwei Springbrunnen von herr-licher Ausführung. Solcher Fontainen gibt es inP.überhaupt eine große Anzahl, darunter bes. erwäh-nenswerth die Fontaine des Chateau d'Eau. Dermonumentalen Ausschmückung verschiedener Bruckenwurde bereits oben gedacht. Einen neuen monumen-talen Schmuck erhält P. seit 1878 Lurch die Auf-stellung der Statuen sämmtlicher Personen, die sichfür die Stadt in irgend einer Weise verdient geinacht,-oder über ihre Geschichte Werke von bleibendem Werthversaßt haben. Geschichtliche Ereignisse sollen in alle-gorischen Gruppen dargestellt werden. Es sind haupt-sächlich die großen Avenuen, die Squares n. Pro-menaden (Parks) für diese Ausschmückung bestimmt.Auf dem Trocadero wird eine bronzene Riesenstatueder Republik von Clesingcr aufgestellt.

In Bezug auf Museen u. Kunstsammlungenwird P. von keiner Stadt überlrofsen. Obenan stehtdas Louvre, dessen Säle in etwa 15 verschiedenenMuseen das Vollständigste, Beste und Übersichtlichstebieten, was überhaupt existirt. Sie enthalten: assy-rische, kleinasiatische, ägyptische Alterthllmer; antikeMarmorbildwerke (darunter die Venns von Milo,der Borghesische Fechter rc.), eine der berühmtestenBildergalerien, derenbeste Meisterstücke in der sogen.Salle Carree vereinigt sind (Mariä Empfängniß vonMnrillo, für 615,300 Frcs. angekauft, die HeiligeFamilie, Maria mit dem Kinde, u. Johannes u. a.