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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
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Paris.

der Tuilcrien mir seinen herrlichenAnlagen u. künst-lerischen Ausschmückungen durch Bildwerke ist einerder besuchtesten Spaziergänge der Pariser. Dasnördlich vom Louvre gelegene Palais Royal, vonRichelieu 1636 erbaut, seit Ludwigs XIV. Zeit dieWohnung der Herzoge von Orleans, dann bis 1870der Jeromeschen Linie der Napoleoniden und jetztSitz des Staatsraths u. Cassalionshoses, erlitt nachfrüheren Demolirnngen 1871 ebenfalls eine theil-weise Zerstörung, die aber jetzt wieder verwischt ist.Darin der historisch berühmte stark besuchte Garten,welchen im Rechteck sich hinziehende Säulcngäuge(die von Philipp Egalite angelegten sog. 4 Galerien)nmgeben; in diesen befinden sich Verkanfsmagazine,die lange Zeit die glänzendsten iu P. waren, bisder Boulevard des Italiens sie überflügelte u. Re-staurants, die zu den feinsten der Stadt gehören.Einer gründlichen Zerstörung verfiel 1871 das Pa-riser Stadthaus (Hotel de Pille), dessen Empsangs-imd Ballsäle an dekorativer und künstlerischer Aus-schmückung ihres Gleichen suchten n. das in der Ge-schichte der Stadt und bes. seiner Revolutionen eineso bedeutende Rolle gespielt; zahlreiche Kunstwerke,eine Bibliothek von' 100,000 Bdn. und eine großeMenge der wichtigsten ösjentlichen Urkunden gingendabei zu Grunde. Das Palais de l'Elysee (früherElvsee-Bourbon), 1718 erbaut, unter NapoleonIII.bedeutend erweitert, ist der gewöhnliche Wohnsitz desPräsidenten, Marschall Mac Mahon. Das Palaisde Juftice auf der Cite-Jnsel, ein weitläufiger Kom-plex mit Resten der 1618 u. 1776 durch Feuer zer-störten ursprünglichen Gebäude, im Großen u. Ganzenseit 1839 errichtet, litt 1871 ebenfalls durch Feuer, istaber ungefähr wieder hergestellt. Die bedeutendsteSehenswürdigkeit bildet die im stidl. Hof befindlicheSainte-Chapelle, das zierlichste gothische Gebäudein P. Es ist eine Doppelcapelle, die untere drei-schisfige etwa 15m, die obere einschiffige 20m hoch;letztere einst Hoscapelle. Die innere Ausschmückungist würdig des herrlichen Baues. Einen Theil desPalais de Justice bildet Lie Conciergerie, in welcherdie meisten der Gefangenen in der Franz. Revolu-tion (auch die Königin Marie Antoinette) saßen, be-vor sie zur Guillotine geführt wurden. Das Palaisdu Luxembourg, 1615 nach dein Muster des PalazzoPitti in Florenz erbaut, eins der schönsten Gebäudevon P., diente einer Menge verschiedener Zwecke,sogar schon als Gefängnis), enthält jetzt das berühmteMuseum Luxembourg (s. u.), auch befinden sich iudemselben die Bureaux der Seine-Präfectur. DerGarten des Luxembourg ist einer der geräumigsten,bestgehaltenen u. trefslichst künstlerisch ansgeschmück-ten öffentlichen Spaziergänge von P. Das Hotel desInvalides elwaÜOO m imQuadrat mit vorliegender,500 m langer u. 250 m breiter Esplanade, mehrerenHöfen u. einer 100 m hohen, 27 m im Durchmesserhaltenden vergoldeten, die Häusermassen des linkenSeineufers mächtigdomiuirendenKuppcl, unter wel-cher sich das Mausoleum Napoleons I. befindet, isteine StiftungLudwigsXIV., 167175 von Bruautn. Mausart erbaut, u. bietet Raum für 5000 Mann,wird aber nur von etwa 700 bewohnt, da die meiste»Invaliden sich nicht an den Ort binden mögen u. ihrePension anderweitig verzehren. Bor der Front desGebäudes steht die Lattorle briomplralo, die be-rühmten Kanonen der Invaliden, welche bei wich-

tigen Ereignissen gelöst werden; es befinden sich dar.unter historisch sehr interessante Stücke. In de»Sälen u. Korridoren eineMenge Porträts berühm-ter Militärs. Im Westflügel das berühmte Muserd'Artillerie mit 4000 Nnmmern, sämmtliche Arte»von Waffen aller Zeiten ».Völker enthaltend; unterden Geschützen auch der 1797 vom Ehrenbreitstei»weggeführte Greif, 13,000 IcZ wiegend. In derKirche befinden sich außer einer großen Anzahl vonGedächtnißtafeln u.Denkmälern von ehemaligen Gou-verneuren der Invaliden eine Menge erbeuteterFahnen; dieselben sind jedoch alle neueren Datums,da die der Napoleonischen Kriege, etwa 1500 a»der Zahl, 30. März 1814, vor dem Einzug derAlli-irten, verbrannt wurden. Die Kaisergruft unterdem eigentlichen Dom der Invaliden ist eine 6 mliefe, oben offene Krypta von 11 m Durchmesser,die Wände von polirtemGranit, an denen lOMar-morreliefs von Simart, 12 Siegesgöttinnen vonPradier n. in 6 Trophäen 60 eroberte Fahnen, dievon der Verbrennung gerettet waren, angebrachtsind. Auf dem Boden die Namen der Orte, an diesich die berühmtesten Napoleonischen Siege knüpfe»,außerdem ein Lorbeerkranz aus Mosaik. In derMitte endlich der aus einem vomKaiserNikolansge-schenkten Block braunrolhen finnländischen Granitsvom Ladogasee bestehende 4 m lange, 2 m breite,4,5 m hohe Sarkophag des Kaisers (der Transportdes Blockes kostete allein 140,000 Frcs). Über derEingangspforte der Gruft liest man die bekannteStelle aus Napoleons Testament: äs cksniro, guemss eenäres rsposoub sur Ion borcla cks la, Leins,au milreu äs oo peuplo krantzais, gue j'ai tantarme. Sonstige Gebäude. Unter den sonstigenhervorragenden Gebäuden nimmt das Neue Opern-haus die erste Stelle ein. Von G. Garnier 1SSIbis 1874 erbaut, ist es, obwol in derZahl der Sitzt(2156) gegen andere znrückstehend, mit seinerGrund-fläche von 11,237 Hjm das größte der Welt u. ohneZweifel auch das schönste, ganz entschieden, was diiinnere Ausstattung betrifjt die Summe von46,100,000 Frcs. hatP. sich diesen Ban kosten lassen;ein ganzer Stadttheil von 400 bis 500 Häusern isiniedergelegt worden, um dem Bau Platz zu schaffen.Den Glanzpunkt der Oper bildet der große Foyer,54 m lang, 13m breit, 18m hoch, mit seiner über-reichen Vergoldung und herrlichen Dekoration vonBandry, seinen fünfzehn vergoldeten Kronleuchternund seinen riesigen Spiegelscheiben, die all' dieseHerrlichkeiten iu hundertfacher Vervielfältigung er-scheinen lassen. Von herrlicher Wirkung ist auch dieunten 10 m breite Haupttreppe. Die Bühne ist 5So>breit, 25 m tief und 60 I» hoch. Das Pantheon,auf dem höchsten Punkt von P., ursprünglich eine derheil. Genoveva 1764 von Ludwig XV. erbauteKirche,erhielt 1792 den neuen Namen und ist zu einetNationalhalle bestimmt. Es ist ein großartiger BlNlin Gestalt eines griech. Kreuzes, 112 m lang, 84 °>

, breit, mit einer 85 m hohe» Kuppel, in deren mitt-lerer Wölbung ein 320 s^jm bedeckendes Gemäldes von Gros. Im Giebelfeld eine berühmteHochrelies-gruppe vouDavidd'Angers. Das Innere des Pmi-. theon macht einen gewaltigen Eindruck. Die Arbeitenfürsei»eueucBestiuimungsindseitl85l iuÄiigrW-nomine» und waren 1878 noch nicht zu Ende ge-führt. Unter dem Gebäude befinden sich Eruftge-