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Paris.
Notre-Dame de Lorette, 1823—37 in Form einerchristl. Basilica aufgeführt, ist überreich durch Ver-goldung u.Ausmalunggeschmückt. — St.-VincentdePaul, ebenfalls eine Basilica, fünsschiffig, bedeutendwürdiger als die vorige; der Erbauer ist ebenfalls einKölner (Hittorf, gest. 1867). — St.-Snlpice, einedurch großartige Verhältnisse ausgezeichnete drei-schifsige Kreuzkirche, 140 in lang, 56 m breit, 32 inhoch, Fagade mit doppelter Säulenstellung, im In-nern bes. auch die großen Fresken der Kapellen unddie Orgel mit 7000 Pfeifen bemerkenswerth. — LaTrinite in reichem Spätrenaifsancestil 1861—67 er-baut, mir schöner Fagade (Fensterrose) u. einem dar-über sich erhebenden 90 in hohen zierlichen Glocken-thurm , zählt zu den hübschesten Kirchen von P. —Die russische Kirche in Form eines griech. Kreuzes1859—61 erbaut. — Die älteste Kirche der Stadt istSt.-Germain des Pres 1001—1063 erbaut, Unter-bau romanisch, Oberbau gothisch, im Ganzen wenigbemerkenswerth. — Als Merkwürdigkeit ist noch zuerwähnen die von Ludwig XVUl. erbaute Sühn-kapelle (ellapsllo sxpiatoirs) mit zwei Marmor-grnppcn, unter der einen der Brief, den die KöniginMaria Antoinette am Tage ihrer Hinrichtung, 16.Oct. 1793, an Madame Elisabeth richtete; unter deranderen das Testament Ludwigs XVI. vom 25. Dec.1792. Unter den Palästen der Stadt nimmt dasLouvre im edelsten franz. Renaissancestil unstreitigdie erste Stelle ein. Den Grund zu dem heutigen,an Stelle der von Karl V. errichteten Königsburgerbauten, Schlosse legte Franz I. (seit 1541), vondem der westliche u. südliche Flügel herrllhren; dieWestfa^ade gilt als Perle dieses, später von Hein-rich IV., Ludwig XIII. und Ludwig XIV., dannNapoleon I. u. Napoleon III. fortgesetzten, bezw.vollendeten, in dem südlichen Flügel aber 1866—69umgebauten Prunkgebäudes. In der FranzösischenRevolution wurde Las L. in ein Museum urnge«wandelt (s. unten), 1871 war auch dieses Gebäudevon den Communisteu zur Zerstörung ausersehen,aber nur einzelne Theile wurden stark beschädigt u.von den Sammlungen ging außer der sehr werth-vollen kaiserlichen Bibliothek von 90,000 Bdn. rc.nicht viel zu Grunde. Die Baulichkeiten sind bereitswieder restaurirt. Westlich schließen sich die Tuile«rien an, die 1871 in ihren westlichen u. nördlichenTheilen zerstört wurden und bis jetzt (Mitte 1878)nur zum geringen Theil wieder ausgebaut sind.Den Palast ließ Katharina von Medici an der Stellevon Ziegelbrennereien (daher der Name) seit 1564durch PH. Delorme erbauen; durch spätere Anbautenvergrößert, maß er 317 m in der Länge, 33 m inder Tiefe, war aber nie architektonisch bedeutend u.auch im Innern nicht sonderlich ausgeschmiickt. Seit1800 bis zumSturzedes ZweitcnKaiserreichs warendie Tuilerien ständige osficielle Residenz der franz.Herrscher, vorher nur vorübergehend. Mit der Er-oberung der Tuilerien in den Revolutionen 1792,1830 u. 1848 fand daS franz. Königthum dreimalsein Ende. Louvre und Tuilerien bilden einen Ge-bäudecomplex von 170,000 dsm, einschließlich derdrei großen Hofräume: Place du Carrousel, SquareLu Louvre (früher Place Napoleon III.) u. der Hofdes Louvre. Die westliche Fortsetzung dieses Com-
Marcbau) auch jetzt der menschenvolle Wohnsitz derArbeiter u. kleinen Bürger ist.
JnBezug auf architektonisch u. historisch merkwür-dige und hervorragende Gebäude kann P. nebenRom den ersten Platz in Europa beanspruchen. Esgilt dies selbstverständlich im Großen u. Ganzen u.abgesehen von einzelnen Ausnahmen, wie der Kölneroder der Mailänder Dom, die Peterskirche in Rom,dasLondonerParliamenl.Houserc. Zunächst seien diegrößtenlhcils monumentalen u. zum Theil mitStand-dildern geschmückten Brücken überdie Seine erwähnt,deren es 27 gibt u. von denen Pont Nenf die bemer-kcnswertheste ist. 1578—1604 erbaut n. 1852 rcno-virt, ruht sie auf 12 Bogen, ist 328 m lang u. 23 mbreit u. trägt das 5,^ m hohe Reiterstandbild Hein-richs IV. Eine der elegantesten Brücken ist derPontdu Carrousel, drei gußeiserne Bogen von je 47 inSpannung, an den beiden Enden Colossalstatnen,ferner bemerkenswerth die Alinabrücke, die Jena-bnickerc. — NnterdenK irch e n sei zuerst die geschicht-lich berühmte u. auch architektonisch hervorragendegothischeNotre-Damegenannt. Im 12.—14. Jahrh.erbaut n. neuerdings durchgreifend restaurirt, machtsie mit ihrer herrlichen Faxade, mit der 13 m imDurchmesser haltenden Fensterrose und ihrem ein-fach großartigen Innern einen bedeutenden Ein-druck. Das Innere ist sünfschisfig, 137 m lang, imGanzen 48 m breit, das mittlere Gewölbe 34 mhoch. Bemerkenswerth sind verschiedene Glasmale,reim, die 6000 Pfeisen zählende Orgel, die Nellgnien, welche der heil. Ludwig für 3Mill.Frcs. (da,malS eine ungeheure Summe) erstanden haben soll,die 16,000 ÜA schwere Glocke (bouiäon äs Hobrvvamejrc. —Ste.-Clotilde, eine derneuesten Kirchenvon Paris, 1846 von Gau, einem Kölner, begonnen(gest. 1853), 1859 von Ballu vollendet, kostete 8 Mill.
Frcs.; der Bau ist 100 m lang, 32 m breit u. 26hoch, im Innern einfach und würdig, schöne Glas-senster, Fresken, Sculpturen ».meisterhaft geschnitzteChorstlihle. — St.-Etienne-du-Mont,äußerlich unbe-deutend, ist im Innern eine der schönsten KirchenvonP.—St.-Enstache in gemischt gvthischem ».mo-dernem Stil, ist ebenfalls wegen seines herrlichenInnern (sünsschifsig, 160 m lang, 44 m breit, 33 mhoch) hervorzuhcben; die Kapellen enthalten schönegroße Fresken. — St.-Germain l'Auxerrois, einstkönigl. Pfarrkirche, aus dem Ende des 15. Jahrh.,das Ganze von großer Zierlichkeit; von einem derTHIlrmchen wurde 24. Aug. 1572 das Zeichen zumBeginn derBartholomäusnacht gegeben. — Die Ma-deleinekirche, eines der imposantesten Gebäude vonParis im griech. Stil, 109 m lang, 46 m breit, von- 37 korinth. Säulen (je 16 m hoch) umgeben. Ins, denBlenden des Sänleuganges die Standbilder vons 3t Heiligen; im Giebelfeld der südl. Hauptfasades einHochrelief, das Jüngste Gericht darstellend, 38 mlang, in der Giebelspitze über 7 m hoch, das colossalste derartige Werk. Eine Treppe von 28 Stufenminmt die ganze Breite des Gebäudes ein, dieElngaugsthürcn 10,^ m hoch, 5 m breit, sind ausBronze n. enthalten Darstellungen der Zehn Gebote.
Das Innere ist einschiffig, prachtvoll n. großartig,alles aus Marmor; der Hochaltar trägt eine mitUOMoFrcs. bezahlte Marmorgruppc von Maro-
chttü. DerBauderganzcnKirche(1777—1842 unters plexes bilden der Garten der Tuilerien, die Place dezahlreichen Wandelungen) kostete 13 Mill. Fcs. —!la Concorde, die Champs Elysces rc. Der GartenPierers Universal-Conversations-Leiilon. 6. Ausl. XIV. Band, g