Papuasicn — Parabasc.
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ben tättowirt u. mit schwarzen od. rothen durch glim-mende Kohlen eingebrannten Figuren geschmückt.Die Zahne sind spitz gefeilt. Die Wohnungen deran Flußufcrn lebenden P. gleichen den Pfahlbautenan den Seen Mitteleuropas u.sind gewöhnlich meh-rere zu einem Kampong vereinigt. Ihre Kähne(Prahus) werden aus ausgehöhlten Baumstämmenverfertigt u. mit laugen Rudern sehr schnell fortbe-wegt. Im Schwimmen u. Tauchen find sie Meister.An Hausthieren haben sic eine eigene Schwcineart(8ns xapuonsis) u. Hunde. In manchen Gegendenbilden eingesammelte u. für späteren Gebrauch auf-bewahrte Beeren und Fruchte ihre Nahrung, auchSago wird von den P. bereitet u. ein geringer An-bau von Tabak u. anderen Nutzpflanzen betrieben.Ein gewisser Sinn für Eigenthum spricht sich indemEiufiiedigen der Äcker aus. Unter den Waffen er-wähnen wir Pfeil, Bogen, Lanze u. eine hartholzigeKeule aus Casuariuenwurzcln, wie sie auch die Au-stralneger haben, welche mit den P. auch eine ArtWanderzelt.Wiudschirme, welcheGuuya genanntwer-den, gemein haben. Ferner eigenthümlich ist den P.das Blasrohr, welches, indem Staub in die Höhe ge-blasen wird, auch zum Signalgeben gebraucht wird.Auch Messer und Äxte ans Kieselsteinen benutzensie. Das Oberhaupt der Familie ist der Mann,der sich durch Erlegung bestimmter Summen anSklaven, Maaren rc. so viel Weiber nehmen kan»,wie ihm behagt. Über eine Häuservereiuigung,die Kampongs,übt mancherorten ein Ältester Auto-rität. Der Handel beschränkt sich jetzt nur erst ansdcnAustausch mancherRohproductegcgcnKleidungs-jtücke, in die sich manche P., den Mohammedanernuachahmcnd, einhüllen. Eine große Fertigkeit besitzensie im Schnitzen von Holzfignren, bei denen dcrKopfmit dicker Nase und breitem Munde im Verhältuißzum anderen Körper stets zu groß ist. Ihre religiö-sen Anschauungen sind noch nicht ergründet, jedochscheinen dieselben ganz bestimmte Formen zu haben».ihnen größere Gebäude von eigenthümlichen For-men gewidmet zu sein. Die Sprachen der reinenP. bedienen sich ein- und mehrsilbiger Wurzeln undvollziehen die Sinnbegrenzung durch Präfixe undSuffixe, deren ursprüngliche Bedeutung meist nichtmehr zu ermitteln ist. Sie sind noch wenig bekannt,s jedoch scheinen die verschiedenen in Neu-Guinea ge-sprochenen im lieferen Zusammenhänge zu stehen.Mit ziemlicher Sicherheit zu den P. gerechnet wer-den die Netas (Agtas, Jtas, Etas, „schwarz" voms malaiischen llöbrrm) von den Spaniern Negritos ge-kannt, die in 25,000 Köpfen aus Luzon, Negros,Pauay u. Mindanao wohnen. Vgl. Mundt-Lauff,, Die Negritos der Philippinen, Dtsche. Geogr. Blätt.,^Bremen 1877; Wallace, On bks variotios okman inMo Llala^ arolüpeluAs (in den Nransaet. ob tlleLVtbuol. soeiotz- ob I-ouä. 17. 8. III. 196), u. DerxMalaiische Archipel, Braunschw. 1869; die Berichteskvon N. v. Miklucho« Maclay in Petermanns geogr.Wittheilungen1874; Galton, Dias Ltbnolo^is obtürsiudlature 1876, Nr. 344 und 345; Strauch,-Mgem. Bemerk, über Neu-Guinea, Zeitschrist für-Mhnologie, Berl. 1877, Hest. 2. Soyaux.
' Papuasien, so v. w. Neu-Guinea.
, Papyrographie, ein Copirversahren von Ma-Mcripten, Zeichnungen u. Drucksachen. Das We>siniliche dieses von dem Italiener Zuccato ersunde^
Pierers Universal-Conversations-Lexiton. 6. Aufl. XIV. Band.
nen Verfahrens besteht darin, daß man zuerst ver-mittels Durchpausen eine Copie von dem Originalnimmt, dann dieselbe vermittels einer chemisch-ätzen-den Tinte ans Papier überträgt. Nach einiger Zeitentsteht durch das Durchfressen der Tinte eine ArtSchablone, welche beim Drucken die Schwärze derWalze nur an den Schriftsteller, hindurchläßt. Solange die Schablone vorhält, kann mau eine Reihevon facsimileartigen Abdrücken erzielen, etwa 200.Doch werden die Abdrücke selten ganz rein und füretwas feinere Zeichnungen ist das Verfahren un-brauchbar. Schasler.
Papyrus, ist 6)'p«rus I>apz'ru3 D.Papyrusrollen, Rollschristen, meist altägypti-sche, aufPapyrus mit hieratischer u. demotilcher, dochauch mit griech. Schrift geschrieben, zum Theil auchzweisprachig (koptisch u. griechisch) und von verschie-denen, Inhalt, ans sehr alten Zeiten bis in das 5.und 6. Jahrh. n. Ehr. Sie sind seit dem Ende des18. Jahrh. hauptsächlich in Aegypten, theils unterden Mumienbandagen theils in irdenen Töpfen inden Katakomben, u. in Herculaneum gefunden wor-den. Näheres s. „.Hieroglyphen, S. 291 u. Hercu-laneum, S. 204.
Paquetboot, s. u. Packetboot.
Para, türkische u. ägyptische Kupfermünze, 1 P.— 3 Asper, 40 P. — 1 türkischer Piaster; 1 P. ^7,4, Pfennig.
Para, 1) (Grao-P.) die nordöstlichste Prov. dessüdamerikan. Kaiserthums Brasilien, früher mit derProv. Amazonas verbunden, die 1851 davon abge-trenut wurde; liegt zwischen frauz., niederländ. undbrit. Guiana, den Provinzen Alto Amazonas, MattoGrosso, Goyaz u. Maranhao, sowie dem AtlantischenOcean; 1,068,237 (Mm (19,400 H>M) mit 350,000Ew., Indianer, Neger, Mischlinge und eine AnzahlWeiße, Nachkommen angesiedelter Portugiesen; isteine große Ebene, nur südlich u. östlich mit einigenBergzügcn, an der NGrenze mit der Terra Tumu-curaque; Flüsse: Amazonenstrom in seinem un-teren Lause mit Tapajos, Lingu rc., Tocantins. Dieungeheuren Überschwemmungen zur Regenzeit hin-dern den Anbau des außerordentlich fruchtbaren Bo-dens. Klima heiß mit viel Regen und Gewittern;Tag u. Nacht bleibt sich wegen der Lage unter demÄquator durchs ganze Jahr gleich. Producte dieder Tropenländer; Urwälder von seinen u. kostbarenHolzarten, Gewürze edelster Art, Neichthum vonThieren aller Art; vgl. Amerika S. 547 u. 550, so-wie Brasilien S. 795. Mineralreichthum anscheinendgering, Industrie u. Handel unbedeutend, doch hatletzterer seit Befahrung des Amazonenstromes durchDanipser an Leben gewonnen. An Eisenbahnen wa-ren Ende 1875 10 Icm in Betrieb. Zur Provinz P.gehören noch die Inseln Caviana, Machiana u. Ma-rajo. Eintheilung in 2 Comarcas (Regierungs-bezirke); Hauptstadt: 2) Para od. Santa Maria deBelem; s. Belem 1). 3) (Rio P.) einer der beidenHauptmündungsarmedesAmazonenstromeS. Schroot.
Parabase (Parabasis, griech.), das übertreten,Vorschieben, Abschweisen von einem Gegenstände,insbesondere ein gewöhnlicher, wenn auch nicht im-mer vorkommender episodischer Theil der alten atti-schen Komödie, in der Regel bald nach dem erstenChorgesang eingeschaltet, ohne Beziehung zu derFabel des Stückes, vielmehr eine Art persönlichen