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Popstlronc
Gregor X. setzte auf einer Synode zu Lyon 1274die Ordnung der P-wahl durch das Conclave (s. d.)fest, die jedoch erst von 1294 au dauernd beobachtetworden ist. Das Conclave versammelt sich am 10.Tage nach dem Tode des P-s zur Neuwahl. Jederin demselben anwesende Cardinal gibt täglich seineStimme auf einem besonderen Zettel ab; ist die zurP-wahl nöthige Zahl Stimmen nicht vorhanden, sowerden diese Zettel in einem besonderen Kamin zueiner gewissen Stunde verbrannt. Da Spanien,Frankreich u. Österreich bei der P-wahl aus frühererZeit das Recht .iner ansschließendcn Summe (8on-bonbicr sxeknsrvn), d. h. das Recht, einen mißfällstgen Cardinal von der Wahl anszuschließc» haben, sobeauftragt der zur Anwendung dieses Rechtes bevoll-mächtigte Gesandte einen der Cardinäle mit diesemvotnm, doch muß, damit dasselbe wirksam sei, derauszuschließende bereits so viel Stimmen haben, daßihm zur gesetzlichen Zahl nur noch eine Stimme fehlt,n. kann dieses Recht nur einmal ausgeübt werden.Der Zutritt eines Cardinals zu der Majorität derStimmen heißt Acceß. Bei der P-wahlvacanz trittsofort der Cardinal-Kämmerer ((kardinal-Onmsr-lonAo) das Amt als weltlicher Verwalter des Papst-thums an (asfistirt von einem Cardinalbischof, einemCardinalpriester und einem Cardinaldiacon), über-nimmt den päpstlichen Siegelring (Fischerring), wel-cher zerbrochen wird, u. andere Siegel u. constatirtden Tod des P-es. Zugleich tritt ein im Voraus dazubestimmter Cardinal Las Amt eines Marschalls derröm. Kirche und Hüters des Conclave an. Die Ge-sandten der auswärtigen Mächte erhalten neue Be-glaubigungsschreiben an das Conclave. Indessenkönnen in dieser Vacanz keine Bullen expedirt wer-den. Um zum P. fähig zu sein, soll der Cardinalkeiner fremden Macht den Cardinalshut verdanken,mit keiner regierenden Familie verwandt sein undwenigstens das 55. Jahr zurückgelegt haben; seineNationalität ist gleichgillig, doch sind thatsächlich seit3 Jahrhunderten nur Italiener gewählt. Der Ge-wählte wird vom Cardinaldiacon um die Annahmebefragt, empfängt einen neuen Fischerring und gibtsofort seinen neuen Namen an. Diese Namensver-änderung rührt von Hadrian III., n. And. von Jo-hann XII. Hierauf wird die Wahl vom ältesten Car-dinaldiakon dem Volke bekannt gemacht. Es erfolgtsodann die Huldigung und darauf an einem der fol-genden Tage die Krönung, welche früher in der Pe-terskirche vor versammeltem Volke stattfand, beiLeo XIII. aber in einer der Kapellen des Vatican.Vgl. L. T. von Spittler, Vorlesungen über die Ge-schichte des Papstthums, Hrsg, von I. Gnrlitt, Hamb.1828; L. Ranke, Die römischen Päpste, ihre Kircheu. ihr Staat im 16. u. 17. Jahrh., Berl. 1834 fs.,3 Bde., 5. A. ebd. 1866 fs.; PH. Müller, Die römi-schen Päpste vom heiligen Petrus an bis Pins IX.,Wien 1847—57, 17 Bde.; Jafse, Kv^osta l?ontiü-oum rom. (bis 1198), Berlin 1851; Christophe,Histoirs äs ln pnpnnts xenännt Is 14 siöalo, Par.1852 (deutsch von Ritter, Paderb. 1853 f., 3 Bde.);Haas, Geschichte oer Päpste, Tübing. 1859 fs.; Wat-tenbach, Gesch. des röm. Papstthums, Berl. 1876;Nielsen, Die römische Kirche im 19. Jahrh., 1. Bd.Das Papstthnm, Aus d. Dän., Gotha 1877; DasPapstthnm in seiner allmählichen Entwickelung bisauf die Gegenwart, von H. M. E., Lpz. 1878. '«-Mi.
— PapüaS. >
Papstkrone, 1) (Phrygium), s.Tiara; 2)(Zool.), WArt der Gattung Bischofsmütze, s. d. 2). W
Päpstliche Monate (Papstmonate), so v. w. MUvnsss papalss. M
Päpstliche Schlüffe! (Her.), im päpstliche,,Wappen zwei Schlüssel in Form eines Andreas,krenzes, die Kämme auf-».auswärts gekehrt, hinterVer Tiara mit den äußersten Ecken hervortretend, derrechte golden, der linke silbern; sie bedeuten die Machtder Kirche zu binden und zu lösen; ehemals wurdensie auch auf den Schild gelegt.
Papstthnm u. Papsttvahl, s. u. Papst.
Papnas (nach dem malaiischen papurrati. kraus-haarig), im Allgemeinen alle in Bezug aus die Haut- ifärbe, theilweise auch in Bezug auf ihr krauses Haar, slden afrikanischen Negern ähnliche, nach ihrer sonsti-gen Köcpercoustitution aber ganz verschiedene Völ-kerschaften, welche die Bewohner der von Australiennördl. Inselgruppen bilden und hauptsächlich Nen- (1Guinea (deshalb auch Papuasien genannt) und dieNächstliegenden Inseln im O. bis Viti (Fidschi), alsoLas sog. Melanesien inne haben; der schwarze kraus-haarige Typus beschränkt sich jedoch nicht nur ausdieses Gebiet allein, sondern auch weit über Polyne-sien und Mikronesien finden wir die Spuren einerdunklen Race. Über die P. als Race sind die Mei-nungen getheilt u. man wirft sie zum Theil mit denAustralnegern zusammen. Allerdings stehen sie denBewohnern des australischen Continents sehr nahe, ;scheiden sich jedoch ethnisch von ihnen. Auch läßt sich sin der P-sprache die Präfixbildung Nachweise», beiden Australiern findet sich aber nnr die Snffixbilduiig.
A. R. Wallace beschreibt die Hautfarbe der P. als ftdunkelbraun, schwarzbraun bis ganz schwarz; A. B. iMeyer dagegen findet große Verschiedenheit der ?Färbung von jener Hellen der Malaien bis zu dem sTiesschwarz einiger Negervölker. Der Elftere schil- >dert dann den leiblichen Typus weiter: Das Haarist eigenthümlich rauh, trocken, gekräuselt, wächst i» tBüscheln od. Lücken, welche in der Jugend kurz undcompact sind, später zu beträchtlicher Länge aus-wachsen. Der Bartwuchs ist von derselben kraule»
Art. In seiner Natur übertrifft der P. den Malaie»,die Beine sind lang u. dünn, die Hände größer alsbeim Malaien. Das Gesicht ist etwas verlängert,mit flacher Stirn, hervorragenden Brauen, großer,hoher n. gebogener Nase aus dicker Basis u. breitenLöchern; der Mund ist groß u. hat dicke, aufgewor-fene Lippen. Die Erregung u. Leidenschaft bei de»
P. drückt sich in Schreien u. Gelächter, in Geheul u. sungestümen Sprüngen aus. In intellcctueller Ve- Rziehnng sind sie den Malaien überlegen, ihre that- 8sächliche Inferiorität ist auf Rechnung des mangeln-den tiefen Einfluß seitens höher gebildeter Race» znstellen, welche die Malaien haben. Die P. sind kühn,ungestüm, reizbar u. geräuschvoll, vergnügt, sie lie-ben das Lachen u. tragen ihre Erregungen stets offenzur Schau. Die P. von Nen - Guinea, wo sich ihreRacenmerkmale am reinsten erhalten haben m nichtwie ans anderen Inseln durch Beimischung asiatischenn. polynesischcn Malaicnblntes verwischt sind, gehennackt. Das Haar wird sorgfältig behandelt u. ent-weder kurz od. in Zöpfen od. Knoten geschlungen u.mit Zierralhen geschmückt getragen. Nase n. Ohrenwerden verziert mit Thicrknochen durch den Nasen-knorpel u. das Ohrläppchen. Die Haut wird erha-