Druckschrift 
Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
Seite
94
Einzelbild herunterladen
 

. l -

94

Papst.

der VI., der kriegerische Julius II., der für Allesmehr als für die Religion begeisterte Leo X., ließeneS wol begreiflich erscheinen, daß von ihrem Sitze

201) Clemens V. 1307-1346

202, Joliann XXII. (XXI.) —1334

202) Benedict XII. —1342

204) Clemens VI. ' —1352

S ch i

aus die geforderte Reformation der Kirche nie aus.gehen werde.

In dieser Periode regierten als Päpste:

205) Jnnocenz VI. 135S-I362

20») Urban V. — >370

207) Gregor XI. -W78

lClcmenS VII. Gegenpapst).

In Avignon:

<Cl-mens iVII.) -1114)'.Benedict <XIII.> —1415)

In Rom:

2VS) Urban VI. 1378-1389Sogs Bonifacius IX. —1394

210) Jnnoccnz VII. —1105

211) Gregor XII. —1409(141 bs

213) Joh. XXIII (XXII.)

1110-1115

In Pisa:

212) AlexanderV. 1109—1410

In Peniscola:

l Bencdici<XIII.)> 415—I4SI)^Clemens i VIII.) —14A)

214) Martin V. 1417-1431

215) Eugen IV.

216) Nikolaus V.

217) Calixt III.

218) Pius II.

219) Paul II.

220) Sixtus IV.

—!447IiFelix (V.) Papst d-S Baseler—1455/ Concils 1439—1449)

—1458 222)A>erander VI. 1492—1503—1404 223) Pius III. 1503

—I47I>224) Julius II. —1513

—I48'stsSSi Leo X. —1521

221) Jnnocenz VIII. —1492!

Der fünfte Zeitraum, die Zeit von der Refor-mation bis zum Anfänge der franz. Revolution um-fassend, brachte dem Papstthnm die heftigste Er-schütterung. Infolge der Reformation riß sich fastdie Halste des Occidents vom Papstthum los undward ihm hier jegliches Vorrecht n. jede Repräsen-tation als des Statthalterthnms Christi abgesprochen.Ja selbst katholische Mächte wagten der Curie de»bisher ängstlich bewahrten Gehorsam in der Poliiitzu versagen, oder wenigstens nicht mehr auf derenBefehl zu achten. Das Verlorene wieder zu gewin-nen, das Gebliebene zu schützen u. zu erhalten, denNeuerungen in Glaubenssachen n. im KirchenwesenSchranken zu setzen, ward der Orden von der Ge-sellschast Jesu begünstigt, der durch Missionen in an-deren Welttheilen für den Ausfall in Europa Ersatzzu schassen suchte; es ward das Tridentiner Concilberufen, das in der That auch heilsame Reformenbrachte, zugleich, aber auch jene festen Bollwerke desGlaubens und der katholischen Lehre zog, innerhalbderen die Kirche Schutz gegen Neuerungen, dieHierarchie ihren Stützpunkt fand: die Inquisitionwurde bestätigt u. erweitert, zur Beschränkung derPresse der Index librorum pro kiibiborum eingesllhrt.Aber da, zumal auch im 16 .Jahrh.,der aufstrebendengeistigen Bewegung gegenüber um so mißlicher, garoft schwache und beschränkte Persönlichkeiten PetriStuhl einnahmen, konnte das päpstliche Ansehen inseiner alten weltumfassenden Größe nicht mehr wie-der erlangt werden, um so weniger als die Zeit auchzwischen kirchlichen u. politischen Angelegenheiten zuunterscheiden begann. Seit Karl V. holte kein deut-scher Kaiser mehr sich die Krone in Rom, die Fürstenu. Könige ahmten dem Beispiele nach, indem sie sichder päpstl.Vormundschaftentzogen, u. der WestfälischeFriede, den derP.allerdings nicht anerkannte, machtedie früheren päpstlichen Machtsprllche unmöglich, in-dem er für die kirchlichen Verhältnisse in Deutschlandeine öffentlich staatlich anerkannte Duldung herbei-suhrte. Der Einfluß aus die Staatsangelegenheitenwar dahin und von dieser Einsicht getrieben, suchteman in Rom auch wieder mehr seinen Schwerpunktin den religiösen Grundlagen als in den politischen,was wol in manchen Fällen eine viel wirksamere-Vermittelung ermöglichte als das mit Bann u. Jn-

Ende des Schismas 1415.

terdict bewaffnete Papstthnm des Mittelalters, aberanderseits doch auch die innere freiheitlichere Ent-wickelung u. zunehmende Unabhängigkeit Ler Natis-nalkirchen vom päpstl. Stuhle nicht hindern konnte,so wenig als auch das Sinken der kirchlichen Autoritätselbst in katholischen Ländern, das, ein entscheidendesZeichen der Zeit, sogleich mit dem allgemeinen Kampfegegen die Gesellschaft Jesu begann. Die nächsteFolge dieses in den neugewonnenen kirchcnrechtlichenEinsichten begründeten u. im Verlaufe gelungenenAngrifss aus den so mächtigen Orden war, daßbei den katholischen Fürsten und deren Näthen dieIdee regte, selbständig Reformen in der Kirche vorzunehmen und dieselbe in staatlicher Aufhebung derInquisition und vieler Klöster zum Ausdruck kamWie schon Benedict XIV. durch Unterhandlungen »weises Nachgeben die meisten Streitigkeiten mit denweltlichen Fürsten beizulegcn versucht, so ging derkluge u. edle Clemens XlV. noch weiter, namentlichdurch Beschränkung der Inquisition, Aufhebung vie-ler Klöster und endlich sogar des Jesniten-Ordc»eiueNachgiebigkeit an die Forderungen, welche aberimmerhin nicht den Eindruck zn verwischen vermochte,den das Buch des F-ebronins (Hontheim) über diePrimatialrechte machte, und noch weniger der zumDurchbruch kommenden Aufklärung und damit demweitern Sinken des päpstl. Ansehens wehren konnte.Die Päpste dieser Periode sind:

226) Hadrian VI. 1521—1523 242) Gregor XV. 1621-NA

227) Clemens VII. —1534 213) Urban VIII. -1> I1

228) Paul Hl. —1549 244) Jnnocenz X. —1655

229) Julius III.

220) Marcellus II.

291) Paul IV.

292) Pius IV.

239) Pius V.

294) Gregor XIII.

295) Sirius V.

290) Urban VII.

237) Gregor XIV.

238) Jnnocenz IX.

239) ClemensVI1I.l592

240) Leo XI.

241) Paul V.

—1555 245) Alexander VII. —16kH155V240) Clemens IX. —MS—1559 247) Clemens X. 1670-1676

1565—1572—1585—1S90

1590—1591

1591100516051621

248) Jnnocenz XI.

249) Alexander VIII.

250) Jnnocenz XII.

251) Clemeirs XI.

252) Jnnocenz XIII.

253) Benedict XIII.251) Clemens XII.255) Benedict XI V.

1 >

-IsiSI

—17

-1721

-1721

-1730

-1710

—I7o)

256) Clemens XIII. —17. . 257) Clemens XIV. —

Die sechste Periode mit den Zeiten des Kaiser-Joseph II. u. der franz. Revolution beginnend, zeigtden päpstlichen Stuhl an dem Rand des Abgründe-Kaiser Joseph II. hatte in seinen österr. Erbst«den eine ganz neue Kirchenverfassunz nach dmGrundsätze des Territorialsystems ciiigefnhrt, dem-zufolge der Papst nur Mittelpunkt der Glaubens»«heit, der Landesherr aber Regent auch der Kirche d»Landes sein soll. Die That wirkte ansteckend , »ochdem bereits der Gedanke des Febronius, Errichtmgvon Landeskirchen mit einer aristokratischen SM