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Papst.
richte betraut, alsbald die mächtigste Stütze des P-thums wurde. Die Päpste entsetzten die widerspen-stigen Könige u. entbanden die Völker ihrer Untcr-thinipflichtcn, belegten Fürsten n. Völker mit Bann
Interdikt, u. anderseits suchten u. fanden dieFllr-gi„ gegen die Empörnngslust ihrer Vasallen schütz, holten sich gegenüber der schlechten Verfassung derStaaten u. der mangelhaftenGesetzgebung jenerZcitRath, ja ergaben sich gern in dieser Beziehung untereine gewisse Vormundschaft des Herrn, an dessen Hofedie Aewalt des Geistes herrschte, dis neue Staats-klugheit gehegt u. gepflegt wurde, der in der öffent-lichen Meinung als eine Schntzwehr aller GewaltLeidenden galt u. in dem sich die Majestät jenes Gei-stes wiedergab, der die Gewaltigen der Erde zügelten. ein höheres Recht gegenüber dem Unrecht der Ge-walt zur Geltung bringt. Die Könige der Erde nann-ten sich Söhne des P-es u. die Herrscher von Eng-land, Polen, Ungarn, Bulgarien, Aragonicn, Sici-lien waren dem päpstlichen Stuhle tributpflichtig ;daßes der Orient nicht auch geworden, war nicht Schuldder Päpste i sie hatten das Möglichste aufgcboten fürdas Zustandekommen der Kreuzznge, Sündenerlaßfür die Annahme des Kreuzes gegeben.
Aber kaum auf dem Zenith seiner Macht, beganndas P-thnm zu sinken mit dem P. Bonisacins VIII.:in seinem Übereifer n. seiner Tollkühnheit unternahmeres auch, Frankreich zu überwältigen, ward aberdurch Philipps des Schönen gewaltige Hand mit HilfederColonnas so gedemüthigt n. gcmißhandelt, daß erms Berzweiflung starb, sein Nachfolger, BenedictXI.,mußte sich mit Frankreich vergleichen n. dessen Nach-folger, Clemens V., nur mit französischer Unterstütz-ung ans den päpstlichen Thron erhoben, mußte seinenSitz aus der heiligen Stadt nach Avignon verlegen.
Die Päpste des dritten Zeitraumes sind:
ISS) Gregor VII. 1078-1080tCkniens III. Gegcnpapst)M) Victor III.
IN) Urban II.
IK) PaschaliZ II.
IS7) Gelöst,,s II.
ISS) Calirt II.
IN) Honorius II.
Iioj Jimoceiiz II
181 ) CölestinuSIII. I191—1198,82) Jnnocenz III. —121a,88) HonoriuS III. —1227181) Gregor IX. —121118S) CölestinIV. iSTagelLltInterregnum —1218180) Jnnocenz IV. —1251-1180 187) Alexander IV. —I211I-1118 188) Urban IV. —ISN,
1087
-1099
—1118
—lim
—1121
(IV.) Gegciipcipste)IN) Cölestinns II.
—1141
1721 Su-iuS II.
-11-!''
M) Euqni III.
—II'I
M) Anastasius IV.
—ii5-r
—115'>
17«) Al-xandcr III.
—1181
l'Nictor IV.) n. Pascha-lis IIII) GegcnpäPste)
M) kuciuS III. —1185
NS) Urban III. — 118 ?
(Anaclet (II.) n. Victor 18-1) Clemens IV. ISNS—12N8.... ign) Gregor X. —127.,
UM Jnnocenz V. 6 Mon.1271!INS) Hadrian V. 1» Tage 12781 -,»Joli.XXI(XX.) —1277INI) Nikolaus III. —1280195) NNartin IV. —1285190) Honorius IV. —1288
197) Nikolaus IV. —1291Interregnum 1292—1291
198) Cölestin V. „Mon. 1291
199) Bonisacins VIII. —1808NS) Gregor VIII. 1197 200) BenedictXI.üM.—18011«) Clemens III. 1188—1191 201) Clemens V. 1805-1810
Der vierte Zeitraum, der mit der Verlegung desPäpstlichen Stuhles von Rom nach Avignon beginnt,zeigt uns Las P-thum tief erschüttert. Dies sogen.Babylonische Exil der Päpste beginnt 1307. DurchKönig Philipps Einfluß gewählt, eröffnet Clemens V.die Reihe der französischen Päpste; sie wurden völligabhängig von den Monarchen Frankreichs, übtenMr noch in allen Gegenden der abendländischenKirche die Vorrechte ihres Amtes, aber man erkannteim P-e nur mehr den französischen Vasallen u. da-mit wurde der Widerstand der fremden Höfe um soentschlossener u. kräftiger. Dazu gaben die der galli-
canischen Kirche bewilligten Freiheiten ein schlimmesBeispiel n., da die Einkünfte aus Rom ausbliebenmußten andere Mittel helfen: die Reservationen, Pro-visionen, Expectativen, die Präbenden wurden förm-liche Handelsartikel, die Annaten, Jndnlgenztaxen,Exactionen der apostolischen Kanzlei, Palliengelder,Dispensen rc. immer drückender ».damit das P-thnmselbst verhaßter. Noch tiefer sank sein Ansehen, alsdas päpstliche Schisma entstand, 1378 neben demitalienischen P. Urban VI. von den französischen Car-dinälen Clemens VII. zum P. gewählt wurde, Ur-ban in Rom blieb, Clemens in Avignon die Residenzbehielt. Die Kirche theilte sich nach den Parteien derPäpste: an Rom hingen Italien, Deutschland, Eng-land u. die nordischen Reiche, an Avignon Frank-reich, Spanien n. Neapel, Savoyen, Lothringen undSchottland, u. der Zwiespalt erbte sich durch die ebensounversöhnlichen Nachfolger fort. An Ränken u. Er-pressungen überboten sich die Gegner, so daß die Völ-ker endlich laut sich beschwerten, die öffentliche Mein-ung durch mächtige Stimmen ihre Mißbilligung übersolches Treiben anssprach, ans Concilien, in Schrif-ten und vom Katheder herab eine Verbesserung derKirche an Haupt n. Gliedern forderte. Aber als dasConcil in Pisa Gregor XII. in Rom n. Benedict XIII.in Avignon abgesetzt erklärte, an ihre Stelle als deneinenwirklichenAlexandcr V.einsetzte, hatte die Kirchebei der abwehrenden Stellung der beiden erstgenann-ten gar drei Oberhäupter, bis endlich AlexandersNachfolger, Johann XXIII., schon unter der Be-dingung gewählt, selbst zu abdicircn, wenn Gregoru. Benedict znrückträten, vom Kaiser n. anderen Für-sten gedrängt, 1415 das Concil zu Konstanz berief,auf welchem beschlossen wurde, daß das Concil überdem P. stehe, Gregor abdankte u. Benedict abgcsetztwurde, er selbst auch wol znrücktrat 2. März, aber»nachdem er seine Entsagung widerrufen, 29. Maiförmlich abgcsetzt wurde. Mit der Wahl Martins V.war aber darum das Gegsnpapstthum noch nicht besei-tigt: Alfons vonAragonicn hielt noch Benedict XIII.,der in Peniscola residirte, u. ließ 1424 nach dessenTode ihm einen Nachfolger wählen, der sich Cle-mens VIII. nannte, aber 1429 resignirte, mit demBiSthum Magaria sich abfindend.
Obwol innerlich so schwer erkrankt, gab indeß dasP-thnm noch immer gewaltige Zeichen seiner Macht:ein Johann XXII., ein Clemens VI. sprachen überKönige n. Kaiser den Bann, n. durch Unterstützungder Gcgcnkönige entschieden sic über die Schicksale devMächte; mit aller ihm innewohnenden Kraft undZähigkeit widersetzte sich das P-thum ans dem Kon-ftanzer Concil der Reformation an Haupt n. Glie-dern u. wußte vom Baseler Concil nach n. nach Frank-reich u. Deutschland abzuziehen n. machte zu Rechts-fordernngen, was bisher ihm nur durch Herkommenbewilligt ward; die Wiener Concordate von 1448bestätigten dem P-e die Annaten, das Recht, die Prä-laten zu confirmiren u. andere Privilegien, wie dieP-niouate rc. ».Vereinigungen mit anderen Staatenstipnlirten Ähnliches, so daß alsbald wieder die Hälfteder geistlichen Einkünfte des Occidents in die päpst-liche Kasse floß, ans der sich das Nepotenhccr er-nährte, für die Christenheit aber nur wenig übrigblieb. Päpste aber, wie der aller Religion n. Moralbaare Staatsklngheit treibende, durch sein verab-jchencnswürdiges Leben einzig dastehende Alexan-