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Papier.
blauen u. rothen Lumpen; das durch Blanholzab-kochung violett gefärbte P. zum Einpackeu der Lein-wand, der Nähnadeln (Nadel-P.), des Tabaks (Ta-baks-P.), des Zuckers (Zucker-P.)rc.; endlich mancheSorten Stroh-P. II) Lösch-P. (Fließ-P.), weniggepreßt, daher schwammig n. stark wassereinsanzend,stets ungelcimt; zerfällt ina) graues, aus wollenenLumpen, rauh u. grob; b) rothes, ans rothen lei-nenen Lumpen, viel glätter u. sanfter als das graue,oft mitVelinformen geschöpft; o)Schrenz-P.,Pack-P. in kleinen Formaten, ans ungebleichten leinenen,zum Theil baumwollenen od. wollenen Lumpen, nn-geleimt od. halbgeleimt.
V. Präparirte P-e: A) Bunte P-e (gleichans Hadern gefärbte P-e), s. Papierfabrikation. DieBnnt-P-fabrikation umfaßt die Darstellung dermeist nur auf einer Seite angestrichenen, der mitfarbigen Mustern bedruckten u. der gepreßten P-e.a)Zn den schlichten farbigen P-en gehören: na)einfarbige P-e, u. zwar: Sand-P-e, mit Kör-perfarbe, gar nicht od. nur ans der Rückseite geglättet;Taffet-P-e, auf der gefärbten Seite geglättet undglänzend; Blnmen-P-e, zu künstlichen Blumen,auf beiden Seiten mit Sastfarbe gefärbt, auf einerSeite geglättet; gefärbte Post-P-e, auf beiden Seilengefärbt, nicht geglättet, sondern scharf gepreßt; sati-nirte P-e, Atlas-P-e, ans einer Seite mit HellenKörperfarben gefärbt u. durch Einreiben mit Talk-Pulver glänzend gemacht; Perlmutter-P., perl-graues, satinirtes P., durch Änftreichen mit Pcrlen-essenz u. Glätten mit Perlmntterschimmcr versehen;Eis-P., bes. zu Visitenkarten, durch einen Überzugvon Bleizucker od. Bittersalz, Len man krystallisirenläßt,hcrgcstellt; Gold- n. Silber-P. erhält übereiner klebrigen gelben (Ocker) od. weißen (Blciweiß)Grundfarbe eine Lage von echtem Blattgold oderBlattsilber u. wird geglättet; zu sogen. ChinesischemSilber-P. bestreicht man P. mit einer Mischung ausLeim u. Alaun,streut daraus eine Mischung von Talk-u. Alaunpnlver und wischt nach dem Trocknen dasüberflüssige Pulver mit Baumwolle ab; Sammel-P. od. velutirtes P. wird hergestcllt, indem manstarkes Schreib-P. mit dickem,schnelltrocknendem Lein-ölfirniß anstreicht u. mit feingemahlener Scheerwollebestreut; Marmor-P-e habe» unregelmäßig ab-wechselnde, verschiedenfarbige Flecken, Adern rc., dar-gestellt, indem man die Farben in einer 7—15 cmtiefen hölzernen Wanne (Marmorirkasten) auf eineSchicht Traganthschleim anfspritzt, den Bogen anf-legt, wieder abhcbt, trocknet, auf Gummi- od. Leim-wasser auflegt, abhebt u. wieder trocknet u. glättet.SolchegeprcßteP-e sind: dasMaroqnin-P., durcheine die Zeichnung des Maroquins darstellende Walzehergestellt. Bricf-P. mit gepreßten Randcinsassungeii u. gepreßte P-borden, sowie Gold n. Sil-bertressen; P-spitzen, sehr feines, weißes oder far-biges Velin-P. mit zartem durchbrochenem Muster.L) Für besondere Zwecke: a) sii oft-(Metall-,Nadel-) P., in welches feine Stahlwaaren, illadelnu. dgl. gepackt werden, um sie gegen Rost zu schützen;es wird entweder mit Blauholz in der Masse gefärbtu. mit Leim ohne Alaun geleimt, od. auch mit feingepulvertem Reißblei in der Bütte vermischt (Gra--phit-P.); b) Polir- (Schmirgel-) P-, zum Polirenverrosteter Stahl- n. Tischlerwaaren; starkes Schreib-P. wirch auf der einen Seite mit Leim bestrichen und
durch ein Sieb geschlämmter Schmirgel aufgestreutod. nach dem Trocknen des Leimwassers mit Leinölangerührter Schmirgel aufgetragen; ähnlich bereitetman Bimsstein-, Feuerstein-, Glas-, Sand-P. esElfenbein-P. zu Miniaturmalereien wird bereitet,indem man mehrere Bogen Beli»-P. mittels Pergu-mentlcim über einander klebt, mit Glas-P. glattschleiftn. mit einem Anstrich von feingemahlenem, in dün-nem Pergamcntleim angcrührtem Gips versieht.Das eigentliche Kreide-P. für den Kupfer- u. Stein-druck, des. zu Adreß- und Visitenkarten, erhält manans glattem Schreib-P. durch einen Anstrich vonBleiwciß, Zinkweiß, Geschlämmter Kreide in Gummi-od. Leimlösnng u. Walzen mit einer polirten Metall-platte. <I) Pergament-P. od. vegetabilischesPergament wird erhalten durch Einwirkung vonSchwefelsäure auf ungeleimtes P., quillt in Wasserwie Schweinsblase und wird viel in ähnlicher Weisewie diese verwendet, e) Copir-P. (Transparent-P.). Zum Dnrchzeichnen wird meist das sog. Cal-quir- (Kalkir-) P. benutzt, welches gelblich, dünn,stark durchscheinend n. ziemlich steif ist. Eine andereArt Copir-P. erhält man ans dünnem, weißem Ae- tlin-P. oder gutem Seiden-P. durch Bestreichen miteinem feinen Ol od. Firniß, daher Öl-P., Firnijs-P. Zu dem Copir-P. gehört ferner auch Las Paus-P., welches man erhält, indem man Schreib-P. mitBenzin od. Petroleum bestreicht, wodurch cs durch-scheinend wird u. sich zum Dnrchzeichnen von Zeich-nungen eignet, nach dem Gebrauch verflüchtigt sichdas Benzin bes. in der Wärme (durch Bügeln), unddas P. wird wieder nndurchscheinend. Außerdem gibtes noch ein anderes Paus-P. ans feinein Veliu-P.,welches ans einer Seite mit Röthel, JndtH, Pariser-blau od. Schwarzer Kreide mit wenig Talg oderWachs n. Fett überstrichen ist. Wenn man das P.zwischen die Zeichnung u. den weißen Bogen legi o.dann die Zeichnung in den Hanptzügen mit einem iGriffel überfährt, erhält man auf dem weißen Äo-1gen die Umrisse der Zeichnung. Solches mit Judiz Igefärbtes Paus-P. verwendet man auch in Telegra-phenämtern znm Copiren n. bei Schreibmaschine».
I) Fliegen-P. (s. Fliegen), x) Zunder-P.(I>-feuerschwamm, Blätterschwamm, Bozenschwanmi),ans im Holländer zerkleinerten Abfällen von Feuer- .schwamm, als dünne Pappbogcn in P-forme» ze-;schöpft; dient als Zunder. Ir) Tabak-P., aus (bakstengeln u. Tabakblattrippcn bereitet, als >Ii»<blatt, selbst als Deckblatt zu Cigarren verwendet. !>Albnmin-P. für Photographen, ein cisensreie-,mit dünner Eiwcißschicht überzogenes P. ü) Papi- srolin, Verbindung von dünnem Banmwollstvss»- (P. durch Kleister, zu Geldconveris rc. ;
VI. Geschichtliches ec. In Europa kannte umim Alkerthnm nur das Ägyptische P. stRinrtap-pz-rnoon.Unpvrns), bereitetanSder'Standc Papyre- fl(daher der Name) od. Byblos (6zperns papvrms .ck-Der Bast derselben wurde in seinen einzelnen Lasst» sh.gelöst, die abgelöstcn Streifen znsainmengeklebt mbdie so erhaltenen Blätter wurden gepreßt u. an da f-Sonne getrocknet. Alexandrien war in Fabrik«» :dieses P-s berühmt und lieferte den Bedarf Rmi sffast allein; auch Tyrus sandte viel nach Italien mb lxGriechenland. Im 5. Jahrh. wurde der Gebraus -sdes P-s durch Abgaben sehr vermindert. Das he»>lallenthalben gebrauchte Hadern-P. ist eine Erfind»»!: