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Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
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Papias Papier.

Stellen ein. P war auch Conservator der Bronze-Denkmäler.

Papias, Bischof inHierapolis in Phrygien, nachJienäus ein dein christlichen Altcrthum angehörigerMann, Hörer dcsJohaiines (wahrscheinlich nicht desApostels, sondern des Presbyters, und Freunddes Polykarp, soll unter Marc Aurel in Pergamosin» 165167 den MLrtyrertod erlitten haben. Erschr.:Ao/twr, --(»cl-cwr/ (eine Zusammen-

stellung von AnSjpriichen Jesu, mit Erklärungen bc-gleitet), wovon noch Fragmente bei Irenaus, Eu-sebius, Andreas von Cäsarea, Lkumenios n. A., ge-sammelt im 1. Bd. von Rouths Iksligniao aaerao.Diese Fragmente sind für die Einleitungswisscnschaftdes N.T.von großer Wichtigkeit, da sie entscheidendeZeugnisse über die Evangelien Matth., Marc., Jo-hannes enthalten, die freilich wegen ihrer dunkelnKürze zu vielen Verhandlungen Anlaß gaben. Vgl.Weifsenbach, Das P-fragmcnt bei Ens. 111,39, Gieß.1871; Leimbach, Das P-fragment, Gotha 1875;Martens, P. als Exegct, Amst. 1875; Straatmann,HoA eens Iiov kapim;Irap;inonb in der Hollümiiselatlieolo§iselr Pifcksellrilt, Bd. X. Wegen seines Chi-liasmus wurde P. von Eusebiussehr beschränkt anVerstand" genannt. Nach Galland soll das Werk des>ch 1218 in der Kirche zu Nimes vorhandengewesen sein. Löffler.

Papier, ein aus unregelmäßig durcheinanderliegenden Fäserchen bestehendes und dünne Blätter(Bogen) bildendes Knnstproduct, welches besondersdazu dient, um darauf zu schreiben, zu zeichnen, zudrucken rc. Es gibt eine große Menge Sorten P.,Mid zwar unterscheidet man I. nach denStoffen:f;X) Lumpen- (Leincn-)^P.; Lumpen von weißen-i leinenen oder hänfenen Lckoffcn sind das beste Ma-terial zu P., so daß die meisten anderen dazu vcr«-wendeten Stoffe nur als Surrogate zu betrachtenismd. Die gewöhnlichste Beimischung zu den Linnen-" adern ist Baumwolle. L) Banmwollen - (Coton-)dessen Grundstoff baumwollene Hadern sind. 0)itroh-P. fertigt man aus Strohhalmen (Schafferin Regensbnrg um 1800). Das Stroh wird gerei-^ nigl, aus einer Häckselmaschine in 1020 mm langeHSlücke geschnitten und die Knoten durch Fegen auf-Miner Spreumühle entfernt; das geschnittene StrohDird mit Dampf in kugelförmigen rot. Kochern mitCoda u. Kalkmilch zerkocht, v) Holz-P., aus Fich-ten-, Tannen-, Linden-, Birken- u. anderem Holzwird in neuerer Zeit durch Abschleifen an grobkörni-gen Schleifsteinen (Defibreur) ein Holzstoff gewon-nen, der Lurch feine Siebe (Epuratcur) sorlirt undNachdem die gröberen Theile zwischen Mahlsteinengemahlen sind, einen für bessereP-e geeigneten ZusatzM'P-maffeliefert u. viele Anwendung findet. L)EincM Binsen, welche man in Frankreich u. Deutsch-siaud verwendet, gibt eine Art durchscheinendes Zei-chenpapier, kapier cko 6nimauvs od. Inoz-ciomgus.

' > Auch von anderen Pflanzenstoffcn wird P. bereitet,namentlich Espartogras, Halfo oder span. GinsterWpa tsnaoissüna) wird viel gebraucht. FernerMd zn erwähnen das Dianlbeerbaumzweig - P.,ruidenbast-P. n. andere ans dem Bast von Bau-en gefertigte P-c, das in Mejico ans den Fasernk'i Agave verfertigte A gave -P. Das sog. Reis-1'- der Chinesen wird aus dem Marke eines Baumes"er ^nscl Formosa (Aralia papz-roksra, Xssclrz no-Pierers Universal-Convcrsatioiis-Lcxilon. 6. Aust. XIV.

msra pakmlosa) gewonnen, indem man dasselbe durcheinen spiralförmigen seinen Schnitt in Blätter theilt,die weiterhin glatt gepreßt werden. 6) WolleneLumpen sind nur zu Schrenz, grauem dickem Pack-,Düten- und Lösch-P. brauchbar; sonstige thierischeStoffe, wie Lederabfälle n. Därme, sind mehrfach zufestem Pack-P. u. Pappen verarbeitet worden. Seil-abfälle werden zu dem sehr festen u. starken, fast un-zerreißbaren Tauen-P. verwendet. Die Hülsen derabgehaspelten Seidcncocons werden in China zuP.verarbeitet.

II. Nach der Fabrikationswcise: Bütten-P. (GeschöpftesP.,Hano-P.) n.Maschinen-P. (P.ohne Ende), ungebleichtes (Natur-) P. und ge-bleichtes P.; nngeleimtes (Fließ-) u. geleim-tes P. rc.; s. Papierjabrikation.

III. Nach der Größe der Bogen. Die wichtig-sten deutschen Formate sind in mm: Groß Elephant675 u. 1028, Colombier 590 u. 821, Jmperialformat551 u. 766, Groß-Royal 529 n. 736, Royal 487n. 688, Klcin-Noyal 487 n. 621, Groß-Median-Format 444 u. 578, Klein-Median 402 u. 511, Pro-patria 371 u. 450, Kanzlei- oder Concept- (kleines,Schreib-) Format 320 bis 371 n. 402 bis 432. Füramtliche Schriftstücke (Kanzlciformat) sind in Preußeneinmal gefaltete Bogen vorgeschrieben, deren Breitedann 21 em u. deren Höhe 33 em beträgt. Nach demBeschlüsse der Vereine deutscher u. österreichisch-un-garischer Papierfabrikanten sollen künftig folgende,mit Nr. 1 bis Nr. 10 in om angegebene Formate inSchreib- u. Drnck-P. gearbeitet werden: H-tz, HZ, HZ,

4 3 4 6 4 8 ü 0 6 4 6 7

, 173' 6!" 63, 36, 771, 78-

IV. Nach der Bestimmung des P-s unterschei-det man: A) Druck-P., weiß, nicht geleimt, a) Ei-gentliches Drnck-P., fürdenBuchdruck bestimmt;dieses zerfällt wieder in an) superfeines od. Ve-lin-Druck-P. in verschiedenen Abstufungen derFeinheit, vorzüglich weiß, fein u. fest; auch das stetsniigcleimte Filtrir-P. gehört hierher; db)Post-druck-P., feiner, gerippt; ev) Kanzleidruck-P.,Mittclsorte, gerippt; ckck) Conceptdruck-P., dieschlechteste Sorte; b) Kupserdruck-P., zum Druckvon Kupferstichen, Velin-P. von mehr od. wenigerfeiner Masse, dick, weich n. schwammig; o) Notcn-druck-P., dick, mit gerippten oder Velinformen ge-schöpft; ck) Seiden-P., das geringere von geripp-ten, das feinere von Velinformen, außerordentlichdünn. 8) Noten-P., starkes u. dickes P., in beson-deren Formaten, znm Notenschreibcn, daher geleimt.0) Schrcib-P., ebenfalls geleimt; a) Belin-schreib-P., dünner (als Brief-P. verwendet) oderdicker; man unterscheidet Velinpost-P. n. Velincon-cept; d) P ost-P., die dünnen Sorten bes. als Brief-P. gebraucht, zuweilen mit helleren (durchsichtigeren)Parallellinien liniirt; o) Propatria-P., seinesSchreib-P. von Kanzleigröße od. etwas kleiner; ck)Kanzlei-P., gerippt, mittclfein u. fein, ans weißenHadern; o) Concept-P., die schlechteste Sorte desvorigen, halbweiß. D) Zeichen-P., vorzugsweiseBütten-P., von den verschiedensten Qualitäten undGrößen. 8) Spielkarten-P., stark u. meist ausmehreren anderen Blättern znsammcngeklebt, zuwei-len aber auch Doppel-P. k)Lapeten-P. 6HPack-P., meist in großen Formaten n. ziemlich dick, ge-wöhnlich halbgcleimt, ans ungebleichtem Zeuge. Be-sondere Arten sind: das blaue u. rothe Pack-P., aus

Band. g