Druckschrift 
Bd. 14 (1879) Ostindienfahrer - Radeburg
Entstehung
Seite
78
Einzelbild herunterladen
 

78

Papcigcicn.

die bitteren Aprikosen- oder Pfirsichen- u. Kirschkernesind ihnen ein tödttiches Gift; sie trinken oft, indemsie den Kopf nnfheben, aber wenig auf einmal.

Der erste Papagei, welcher nach Europa gebrachtwurde und zwar durch Onesikritos, Oberbefehls-haber über Alexanders Flotte, 330 v. Chr., war eindeshalb Alexanderpapagei (IstUaovrnis Llox-nnäri) genannter grüner Langschwanzpapagei. BaldwurdendieP. bei denRömcrnGcgenstand desLnxns;eS gehörte znm guten Tone, daß Männer P. ansder Hand trugen; man setzte sie in Käfige von Silber und Elfenbein, und der Preis eines Papageienüberstieg nicht selten den eines Sklaven. Hclioga-bal bewirthete seine Gäste mit Köpfen von P. DemNorden blieben sie lange unbekannt. Erst nach Ent-deckung des Seewegs wurden von den PortugiesenPapageien häufiger nach Europa gebracht. Auch ausAmerika kam bald nach der Entdeckung dieses Erd-theils eine große Anzahl von P. nach Europa, sodaß Magier u, seiner Monographie dcrP. imJahrc1832 schon 83 ans Amerika, 66 ans Australien, 43aus 'Asien n. IN Arten ans Afrika genau beschreibenkonnte, zu denen später-noch viele nenegekommcnsind.Man lhcilt gegenwärtig die P. in 5 Familien, l.Fa m.: l'Iietolupümao /lunaxi., K a k a d n s, Kopf beiden meisten mit anfrichtbarer Federholle; Schnabelsehr kräftig, seitlich znsammengedrückt, jo hoch alslang; Oberschnabcl mit Ansschnitt vor der Spitze u.seitlichen Kerben; Flügel lang, spitz; Schwanz viel-fach breit, gerade, abgerundet oder ausgerandet, solang od. kürzer als die Flügel, die ihn wenigstens zurHälfte bedecken; Indischer Archipel, Australien undNen-Guinea. Hierher: Uviuplrieus ^ovno-Hollan-ckiag Sc/rle//., an stralis'cher L- ch in n ck s i tt i ch,Nymphen-Papagei, olivengranbrann; Kops n.Hals gelblich, ein rolher Ohrfleck; Flügeldecken weiß;Schwanz kürzer als der Flügel, keilig. Die Arte»der Gatt. lUicbvIvplms 17'/., eigentlicher Kakadu,besitzen einen sehr kräftigen Schnabel n. geraden, diehalbe Flügellänge nicht erreichenden Schwanz; ihrKopf trägt oft eine Holle von verschiedener Färbung.k.IoueolopIursLeW., weißer Kakadu, ganz weiß.Ist LluIIuoconsis hat eine Helle, Ist namens einednnkelrothe, f?. sulpüurons eine gelbe n. I. I-oack-beatüsrs eine roth-gelb-weiße Holle. Xasibornapz'Amasa Il^i//st, kleiner 'Rasentui, 7 ein lang;grün; Kopf gelbbraun; Schnabel hoch, höher alslang; Holle fehlt; Neu - Guinea. Die Hclmka-kadus, 0al)'l>tarüznoliu8 I^l//., tragen schwarzesod. braunes Gefieder; ihr Schnabel ist am Grundedick, die Spitze desselben sehr kurz; Schwanz breitu. glatt, von Flügellänge. 6. xaloatns RI//., ge-meiner Helmkakadu, schieferschwarz; Feder,kanten weiß; Kops n. zerschlissene Haube roth; PanDiemensland. Einengroßen, viel längeren als hohenSchnabel mit weit vorragender Spitze besitzen dieRllsselkakadns, Llicro^Iussns k/ev//»'. LI. atorrimus IPae/f., s. 6oliatl>, schwarzer od. Goli-athkakadu, schwarzgrau gepudert. 2.Fam.:8ibta-einao /'stnLvA, Sittiche; Schwanz lang, keilig od.abgestntzt; Schnabel stets kräftig, verschieden gestaltet,Ränder mit Kerben; Flügel nur wenig spitz. Hier-her die Aras, Llaoroooreus oder Littaso, s. Ara,ferner Ilonioo/xnatüus lopborüz'uelms t/ra,/., grlin; ^Stirnrand, Zügel n. Schwanz roth; Schnabelspitze ^fast horizontal; Schwanz etwas kürzer als die Flügel.

^kalaoornis Aloxanckri 17?-- Alexander-Edel-sittich; grün, ei» rothes Halsband; Kehlen. Streif! zwilchen Len Angen schwarz; ein rother Fleck anf demFlügel; Ceylon. Oonnrns -Rluse/r, Sittich oderPerikitten, Schnabel so hoch als lang, mit Ans-schnitt und Kerben; Schwanz kürzer als die Flügel,keilig; amerikanisch. 6. pabaMnus <7vukck, Pata-gonischer Sittich, Schwanz, Kopf u. Flügelbngohne Roth, Flügel ohne Blau. O.pavua k?rai/.. mitRoth am Kopf u. Flügclbug; Schwanz ohne Roth;Flügel ohne Blau; SAmerika, sehr verbreitet. 6.solstillMis /-es.;.. mit Blau auf den Flügeldecken;ohne Roth am Schwänze. 6. smaraMlinns b/ra//.,mit Roth am Schwänze; Chile, Patagonien. LIs-lopsiltaeus nnänlatns t/oukck., Wellensittich, einkleiner, wellig gezeichneter Papagei, der vielfach ge-halten wird, auch in der Gefangenschaft mit Erfolgbrütet, so daß bereits den Händlern die eigene Znchtfür den Verkauf ansreicht; Australien. Uonopornskormosus /M//.. g ein einer Erdpapagci, Schna-bel mit ganzrandigcr Spitze; Schwanz länger als dieFlügel; Beine verlängerte, Zehen mit fast geradenKrallen; läuft am Boden umher n. sucht dort seineNahrung; Australien. Die zahlreichen Platt-schweifsittiche, I'Iatzeorens Ist//., haben einenlangen, am Ende brcitstufigen Schwanz. Ist Istm-nantii Ist//., P ennants - P lattschweifsiltich;Kopf und Unterseite carmoisinroth; Rücken schwarz,roth umrandet; Flügel ».Schwanz, auch Kinnwinkelblau; australisch. 3. Fam.: 1'sittneiimo /-stnsoä,eigentlichcP ; Schwanz nicht verlängert, gerade od.abgerundet; Wangen n. in der'Regel auch die Zügelbefiedert; Flügel meist den Schwanz nicht überragend;Federholle fehlt ; überall, mit Ausnahme von Europan. Australien. Hierher die Gatt. 1'sitüneus §w«/ns.Arten: Ist oritüaeus/-., grauer P., Jako,Per-rognet, grau init hochrothcm Schwänze; WAfrika n.'Madagascar; sehr gelehrig; häufig bei uns in Bauerngehalten; ebenso wie Ist ooliruaepiuüns, grün mitgelber, n. I?. asstirus, grün mit rother Stirn; imHandel werden beide letzteren Amazonen genannt.Ist pusillns hat nur die Größe eines Goldhähn-chens; lebt in Nen-Guinea. Der Haarlori, Ila-sz-ptilus 1Ist«/l., trägt anf dem Kopfe sahncnloseBorstenfedern; Schnabel länger als breit. I) 1'ee-gne.tii Ilst-///., schwarz, unten u. Flügeldecken roth.Durch ihren großen Kopf und gedrungenen Körperfallen anf die Fcist-P., I?I mus Ilstir/k. R.menstrunslRuyk., blanköpfigcr Feistpapagei: Kopf, Hals undBrust blau; Angenkrcis grau; Schwanz roth; allesÜbrige grün; SAmerika. Ist ezunoFasber /-stnsc/i,grün; Schwingen n. Schwanz himnielblan. lieloc-dus I-iimavi IRa//st, Edellori, Schnabel groß undstark; Nasenlöcher in der befiederten Wachshant; Kops,Hals n. Brust roth; Bauch, Angcnkreis n. Rand derFlügel blau; Rücken und Flügeldecken pnrpnrroth;ostindifch. tllirz-sotis lostivs. Ävetins., Schnabelgroß, stark gebogen: Schwanz länger als die Flügel,grün; Stirn und Hinterrücken roih; Schwanz mitrothen Flecken; Backen und Zügel blau; Brasilien.Die Sperlings- oder Zwerg-P., Rsittnonln/üi/tst, wegen ihrer gegenseitigenAnhänglichkeitanchJnscparables genannt, sind klein; ihr Schnabelist hoch mit kurzer hakiger Spitze n.dentlicheni Rand-zahn n. Kerben; Schwanz kurz n. breit. Ist Lwimio-roiit /vn/tk., grün; ein schwarzes Halsband; Bürzel