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Maßstab
Maststab ist in erster Bedeutung ein Werkzeugzur Ausführung von Längenmessungen, d. h. ein(meist prismatischer) Körper, aus welchem die Maß-einheit od. auch deren Theile u. Vielfache bezeichnetsind. Mau unterscheidet Endmaßstab u. Strich-maßstab, je nachdem die Enden des Stabes oderod. einzelne aufdefsenOberfläche eingerisseneStrichezur Maßbestimmung dienen. Da alle Körper durchTemperatur-Änderung räumliche Änderungen er-leiden , so genügt ein M. an und für sich nicht zurFixiruug eines Maßes, sondern es muß noch ange-geben werden, bei welcher Temperatur der M. dienormale Länge hat, und damit der M. auch bei an-deren Temperaturen brauchbar ist, muß die Aus-dehnung bekannt sein. DieNormaltcmperatur ist beiverschiedenen Maßsystemen verschieden; bei dem alt-französischen Maß ist sie—13"R— 16 , 256 ; bei demenglischenMaß 62°§-^16,„°6; bei dem metrischenMaßsystem dagegen 0°6— 0 °R. Die Temperatur-Ausdehnung beträgt bei 1 m Länge und 10° Tem-peraturunterschied für Messing »„ginin, für Eisen»„iiniit u. für Tannenholz 0 , 54 mm. Als Beispielfix die Genauigkeit verschiedener Maßstäbe mögendie Festsetzungen der Deutschen Maß- und Gewichts-ordnnng dienen, wonach für 1 m Länge der zulässigeGrenzfehler beträgt: bei einem Controlnormale vonMessing 0,55 inw, bei einem Gebrauchsnormale vonMessing 0,2 mm, bei einem neu geeichten Verkehrs-maße von Messing 0 , 5 mm u. im Verkehr selbst Iwm.In übertragener Bedeutung ist M. das Verhältnißentsprechender Dimensionen eines geometrischen Ge-bildes und eines ihm ähnlichen Gebildes; eine topo-graphische Karte hat z. B. den M. 1:50,000, wennalle wirklichen Entfernungen auf dem KartenbildeöOMOfach verkleinert erscheinen. Jordan.
Maffulah- (Müsli-) Boote, welche an der Küstevon Coromandel, speciell aus der verrufenen Rhedevon Madras, den Verkehr durch die schwere Brand-ung hindurch bewerkstelligen. Sie sind 10 —11 mlang, 2 — 2,2 m breit u. ihre einzelnen Planken sindmitCoir, der elastischen Faser der Cocosnußschale,zusammengcheftet, wodurch sie elastisch genug wer-dm, um den heftigen Schlägen der Brandung oderdem Stoße gegen das Ufer widerstehen zu können.Ihre Bemannung beträgt biS/zu 15 Mann. F°st-
Massylicr, ein Volk im alten Numidien (s. d.),im jetzigen öfil. Algier.
Maffys (Matsys, Metsys, Messys, Messis),Luenrin, berühmter mederkänd. Maler, geb. zuLöwen (Brabant 1166 ), gest. ebenda 1538, soll ur-sprünglich Grobschmied gewesen und durch die Liebeder Kunst zngeführt worden sein, trat schon 14S1; oder 1492 in die Malergilde Antwerpens und wirdauch als Dichter n. Musiker genannt. In der Ma-lerei war Bi. sein eigener Lehrer, was sich nicht bloßin der Composition , sondern auch im Kolorit zeigt,in welchem er seine Vorgänger überflügelt, indem ergebrocheneTöneverwendet. In späterenArbeitcnver-lieren sich die Anklänge an die strenge typische Richt-ung mehr u. mehr, um einem gesunden RealismusPlatz zu machen, wie er denn auch eigentliche Genre-bilder malte. Hauptwerke: Flügelaltar im Dom zuAntwerpen (1508), mit der Grablegung Christi alsMittelbild; FlügelaltarinSt.PeterzuLöwen(1509);Maria mit dem Kind zwischen zwei Engeln (in der! Eremitage zu St. Petersburg); Lceo Irowo (Ant-
— Mast.
werpener Museum); Heil. Magdalena (SammlungI. Rothschilds Wittwe in Paris); Der Geldwechslerund seine Frau (im Louvre). R-gnet.
Mast, 1) (Mästung, Landw.), derZweig derThier-zucht, welcher die Erzeugung von Fett u. Fleisch (dasFettmachen) an unseren Hausthieren (Rindvieh,Schweinen, Schafen; dann auch Gänsen, Enten,Hühnern, Kapaunen rc.) bezweckt. Man unterscheidetStall- u. Weide-Mast. Obgleich die Weide-Mast alsdie natürlichere anzusehen ist, so kommt doch vielhäufiger die Stall-M. zur Anwendung. Bei ihr finddieM-Thiere mehr od. weniger an freier Bewegunggehindert, u. durch die größere Ruhe wird Mästungin kürzerer Frist erreicht. Wird neben derLandwirth-schast ein Gewerbe (Brauerei oder Brennerei, auchMolkerei u. Rübcnzuckerbereitung) betrieben, so istM. in den Betrieb eingeschaltet. So ist mit Bren-nerei stets Rindvieh-M., mit dem Betriebe einerMühle od. Brauerei stets Schweine-M. verbunden.Zur M. sich eignende Futtermittel (vergl. auch Art.Futter) sind: Schlempe, Trebern der Brauereien u.Zuckerfabriken, geschrotene Cerealien, Kleien, Kar-toffeln, Ölkuchen, Leinsamen, sowie Absälle der Kü-chen, der Käserei und Butterbereitung u. a. m. DieVerdaulichkeit u. Schmackhaftigkeit wird durch zweck-mäßigeZubereitung (Kochen, Brühen, Schroten,Pul-vern rc.) befördert. Zusatz von geringen MengenKochsalz befördert den Appetit, aber auch die Aus-scheidung von Harnstoff. Der besseren Mästung we-gen werden verschnittene Thiere, weil ruhiger, in derM. vorgczogen. Man unterscheidet bei der M. zweiund auch drei M-Perioden. Durch die Bor-M. solldas Thier in einen guten Ernährungszustand versetztwerden, welcher es befähigt, viel Eiweiß u. Fett zuverdauen n. abzulagern. Der durch dieVorfütteruugfleischig gewordene Körper setzt nun durch die Haupt»M. reichlich Fett an. In der dritten Periode wirddurch etwas weniger nahrhaftes, aber dafür schmack-hafteres Futter dennoch Eiweiß zum Ansatz gelangen,ohne daß die Fettmasse des Körpers verringert wird.Über das erforderliche Nährstoff-Verhältniß im M-suttcr vergl. den Art. Futter, lieber die M. des Ge -flügels s. Geflügelzucht. Die kältere Jahreszeit istbei Stall-M. die geeignetere, die Dauer der M. nachRace, Alter und Ernährungs-Zustand verschieden.Durch fortgesetzte Züchtung hat man die sich außer-ordentlich zur M. eignenden M-racen von Schwei-nen u. Schafen bes. in England zu erzielen verstan-den. Über Literatur vgl. Art. Futter. 2) (Forstw.),die zu Viehfutter, besonders für Schweine, geeignetenFrüchte der Waldbäume, Bucheln, Eicheln(Eckerig),Kastanien, Haselnüsse,wildesÖbstrc. DieM-Nutz-ung (Fehme, Eckerung) bildete in alten Zeiten einenderhervorragendstenErträgederWaldungen (s. Forstund Forstwirthschaft); daher da? Entstehen mannig-facher Berechtigungen aus Benutzung derM. in frem-dem Walde durch Eintrieb der Schweine (M-recht,jnsAiancksmiarium), od. Sammeln der Früchte (jusAlanckis IsMnäas). Gegenwärtig liegt die größereBedeutung der M., die übrigens auch infolge verän-derter Waldzustäude spärlicher als früher zu gerathcnpflegt, in der durch sie bedingten natürlichen Verjüng-ung der Holzbestände. t) Marx. 2) Wimmenauer I,.
Mast, ein senkrecht oder init etwas Fall (s. d.) insSchiss gestellter langer Baum, an welchem die Raaenu. Segel befestigt werden. DerM. ist in Bezug aus