Maskenball — Maß.
der Italiener gebraucht; cs sind die Figuren desPulcinella, Brighella, Harlekin mit der Colombine,Graziaiw, Pantelon und Spaviento. Die Gesichts-M-n benutzt man auf Maskeraden, in Italien undanderwärts, zu Zeiten des Carnevals auch im Freien,wofür sie in allen Arten und Charakteren zu habensind. Sonst wurden sie aus Wachs gefertigt (Wachs-M.), jetzt mehr aus Leinwand mit einem lackirtenÜberzug. Sie sind entweder einfarbig (schwarz oderweiß) n. daun meist Halb masken, bei welchen deruntere Theil des Gesichts durch einen Vorhang ausSeidenzeug oder Fransen bedeckt wird; oder bunt,». dann Halb- oder ganze M-n. Statt der M. be-dient man sich auch bloß Nasen, wenn es nur daraufonlommt, das Gesicht zu verstellen. In heißen Län-dern u. im Mittelalter auch in unseren Gegenden tra-gen n. trugen die Frauen auch oft beim AusgehenM>„, um den Teint zu schonen. Kürschner.»
Maskenball, so v. w. Maskerade.
Maskerade (Maskenball), Ball, wo alle Theil-„chmer in Verkleidungen u. mit Gesichtslarven ver-hüllt erscheinen. Diese Verkleidungen können Cha-raltermasken, d. i. nachgeahmte, gewöhnlicheKleidung gewisser Stände (Bergmann, Schiffer,Gärtner rc.), oder Personen, Nationalmasken,im Fall sie die wirkliche oder theatralische Kleidungoerfchiebener Völkerschaften, endlich Phantasie-mosken, welche nichts Wirkliches uachahmcn, sein;«ui hänfigsteu wird der Domino (s. d.) gebraucht.Sind dieM-u, die aus Italien stammen u. gewöhn-lichdie Freuden des Carnevals (s.d.) erhöhen, öffent-lich, so ist es gewöhnlich Gesetz, daß Niemand voreiner bestimmten Zeit (meist vor Mitternacht) dieMaske abnehmeu (sich demaSkiren) darf. M-n un-terscheiden sich von den gewöhnlichen Bällen durch> Gestattung größerer Freiheit (Maskenfreiheit). Ge-genwärtig werden von Künstlergesellschaften öftersprächtige MaSkcnfeste arrangirt, ebenso erfreuen sichMaslenanfzüge zum feierlichen Begehen historischdenkwürdiger Lage zur Zeit großer Beliebtheit. Vgl.
^ Flegels Geschichte des Grotesk-Komischen, von Ebe-ling herausgegeben, Lpz. 1862. Kürschner.
! Masmünster (fr. Masscvanx), Stadt im KreiseThann des Regbez. Ober-Elsaß (Elsaß-Lothringen),indem schönen glcichnam. Theile am Doller; Ober-förstern, Bcmmwollenspinnerei u. Weberei, Eisen-gießerei, Gerberei, Dampssägcmühle, Handel mitWein, Kirschwasser rc.; 1875: 3307 Ew. — DieStadt, welche einem im 8. Jahrhundert gegründetenFrauenkloster ihren Ursprung verdankt, erhielt schonM7 Mauern.
Masolino, da Panicale, ital. Malerder tos-! kanischeu Schnle, wahrscheinlich dieselbe Person mitl Tommaso di Cristoforo di Fino, vielleicht auch mits Tommaso Cristofano (gest. 1447), gehört der Ueber-gangsperiode von der Schule Mottos zur neuen Zeitau u. blühte zu Anfang des 15. Jahrh. Mit Sicher-htttals seinWerk bekanntsind nur die Wandgemäldem der Kapelle Brancacci in Sta. Maria Novella zuFlorenz u. in der Hanptkirche zu Castiglione in derLombardei. M. steht iibrigcns dem giotesken Stilnoch viel näher als der modernen Zeit. Ncgnet.
Mason, Counties im nordamerikan. Unionsge-biet, darunter: 1)inJllinois, 40° n. Br., 89° w. L.;10,184 Ew.; Hauptort: Havanna; 2) in Kentucky,38" n. Br., 83° w. L.; 18,126 Ew.; Hanptort:
663
Washington; 3) in WVirginia, 38° n. Br., 81° w.L.; 15,978 Ew.; Hauptort: Point Pleasant.
Masorah, s. Massora.
Masovien, Landschaft im alten Polen, danneine der 8 Wojwodschaften (später Gouvernementgenannt), in welche 1816 das russische Polen gc-theilt wurde; gegenwärtig bildet M. mit dem ehe-maligen Gouv. Kalisch zusamnien das russ.-polnischeGouv. Warschau. M. liegt etwa in der Mitte desLandes und fast ganz auf dem linken Weichselnfer.Das Wappen des alten M. ist ein gekrönter weißerAdler mit ausgebreiteteu Flügeln in Roth. Ehe-malige Hauptstadt war Warschau. — M. (Llasovia)war anfangs ein Theil des polnischen Reichs. Wäh-rend der Minderjährigkeit Kasimirs I. n. der Re-gentschaft seiner Mutter Mchcnza (1034—41) hatteMazos (Maslaw, Meczslaw), der Mundschenk desKönigs Mieczislaw II., die Zerrllttnng im Reichebenutzt u. sich zum Herrn des Theils von Plock zwi-schen Weichsel, Narewu. Bug, gemacht; dicserLand-strich wurde M. genannt. Aber nach Kasimirs Rück-kehr 1043 wurde Mazos gestürzt u. M. wieder mitPolen vereinigt. Als König Boleslaw III. 1139starb, erhielt sein zweiter Sohn Boleslaw M. undKnjavieu als Hcrzogthum, der 1146 nach seinemBruder Wladislaw als Boleslaw IV. König vonPolen wurde u. 1173 in M. n. Knjavieu seinen SohnLcsko(Leszek) zum Nachfolger hatte; dieser vermachte1183 M. und Knjavieu seinem Oheim Kasimir II.,dem Könige von Polen, welcher cs 1194 an seinenzweiten Sohn Konrad vererbte. Als unter ihm diePreußen in M. einbrachcn, rief er in äußerster Nothdie deutschen Ritter zu Hilfe n. übergab ihnen 1228das Schloß Dobrzyu, das Land Kulm u. alles Landzwischen der Weichsel, Drewcuza n. Mocra. Nachseinem Tode 1247 theilten seine Söhne u. dann dieEnkel das Land, das erst 1333 durch Boleslaw III.wieder in einer Hand vereinigt wurde; er erwarb1335 für einen Theil M-s Freiheit von der Ober-herrlichkeit Polens, entsagte dafür seinenAnsprüchenauf die Krone Polen n. st. 1351. Sein Vetter Zie-movit III. wurde 18. Sept. 1351 von Polen wie-der mit M. belehnt; unter ihm löste König Kasi-mir III. vom Kaiser 27. Mai 1353 dessen Lehns-ansprüche auf M. 1354 fiel auch das WarschauerLand an Zicmovit. Seine Nachfolger hielten treulichzu den Jagclloncn. 1462 kam M. an eine plastischeSeitenlinie u. nach deren Anssterben 1526 fiel M. andie Krone Polen zurück. Vgl. Kozlowki, OÄsj s Lla-rwwara, Warszawa 1855; Röpell n. Caro,GeschichtePolens, Bd. 1—4, Gotha 1840—1875. Ktcinschmidt.
Masowezk (polu. Mazvwiec), Kreisstadt im russ.-polu. Gouv. Lomsha; 2661 Ew,, meist Juden.
Masr (arab.), so v. w. 1) Ägypten; 2) Kairo.
Masrata (Mesnrata), Stadt in Tripolis (Afrika)an der Großen Syrte, in fruchtbarer Gegend; leb-hafter Handel; 8000—10,000 Ew.
Maß , eine Größe, welche zur Vergleichung mitanderen gleichartigen Größen als Einheit angenom-men wird. Diese Vergleichung selbst heißt Messen.Wenn z.B. das Meter als Einheit für Längengrößengenommen wird, so wird jede andere Länge bestimmtdurch Angabe ihres Verhältnisses zur Meterlänge.In weiterem Sinne bezeichnet man mit M. auch daSerwähnte Verhältnis; selbst und nennt z. B. 27,5 mdas M. einer Linie, deren Länge sich zur Meterlänge