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Bd. 12 (1877) Laing - Mettenleiter
Entstehung
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Lys

Lyrikers in völliger Sclbstvcrgcsscnheit mit ihremGegenstände verschmilzt, in ihm nntergcht, malt sicdenselben doch nnr auf dem Wellcnspiegel des un-endlich bewegten Gemüthcs ab; sie gebiert ihn zumzweiten Male, aber nnr ans dem Herzen n. für dasHerz. Die Wurzeln dieser poetischen Hanptgattungliegen, besonders unter dcnromantischcn n. modernenDichtern, in der geheimsten Tiefe des individuellenGcmüthslebcns; ohne die Stimmung u. Eingebungdes Augenblickes, ohne Las Walten der .uce^'a ist dieLyrik todt; Phantasie, Gedanke, Wille reichen zuihrer Entstehung nicht aus. Aber sie durchbricht,wenn ihre Stimmung u. Eingebung eine künstlerischeist, die Schranken der Individualität; sie erweitertihre Empfindungen zu einem Urbilde derMenschcn-empfindnngcn u. läßt den einzelnen Dichter wie eine'Normalpersönlichkeit, in der sich jedes Herz spiegelnund wiedcrfinden kann, die Stelle der menschlichenGattung vertreten. Die neuere Ästhetik unterscheidet3 Hanptarten der L. P.: die Ode (n. den Hymnus),das Lied (zu dem auch thcilwcise die Ballade u. Ro-manze gehören) n. die Elegie. Zimmer,»an».

Lys (Ley), kanalisirtcr Fluß in Frankreich undBelgien, entspringt bei Lisbonrg im Arr. St. Po!des sranz. Dep. Pas Le Calais; durchfließt das Dep.Nord, bildet daraus die Grenze zwischen diesem Dep.n. der bclg. Provinz Wcstflandern, durchstießt danndiese Provinz u. die Provinz Ostflandern, nimmt dieDeule, Mandelle, Grootcbcek n.Donvc ans», mün-det nach einem Laufe von 205 lein, wovon US ans-Frankreich kommen, bei Gent in die Schelde. Sieist von Aire an bis zu ihrer Mündung 159 lern weil(davon 53 in Frankreich) schiffbar n. mit der Colinedurch einen Kanal verbunden. Die L. bildete ehe-mals die Grenze zwischen Frankreich n. Deutschland.Hier12. n. I3.Sept. l7S3 Sieg der.Holländer unterdem Erbprinzen von Oranicn über Len französischenGeneral Houchard.

Lysa ikiöra, s. unter Landhöhen II.

Lysandros (Lysander), lakcdämonischer Feld-herr, gehörte nach einer Nachricht dem Geschlechts derHeraklidcn an n. erhielt 407 den Oberbefehl über diespartanische Flotte, als die Athener durch Wibiadcssiegreich geworden waren. Durch die Freigebigkeit desvonihm gewonnenen jüngercnKyros gelang cs ihm,feine Flotte reichlicher zu besolden u. zu vergrößernu. die Athener unter dem unfähigen Antiochos, inAbwesenheit des Alkibiades, bei Notion zu schlage».406 mußte er den Oberbefehl an Kallikratidas ab-treten, erhielt ihnaber, nachdem dieser inderSchlachtbei den Arginnscn gefallen war, als Unterfeldherrdes Arakos wieder. Durch kluges Abwarten gelanges ihm 405 bei Ägospoiamos die athenische Flottezu überfallen u. zu vernichten; 3000 Gefangene ließer hinrichtcn n. unbcerdigt liegen, stlachdem er nunzunächst in den von Athen abhängigen thrakischenund kteinasiatischen Städten (außer Samos) oligar-chische Verfassungen unter spartanischen Harmostenzu Stande gebracht halte, segelte er nach Athen,schloß es ein, nöthigte es 404 zur Übergabe, setztedie 30 Tyrannen ein und ließ die Mauern schleifen.Hierauf segelte er nach Samos, wo er ebenfalls eineOligarchie einsetztc, und kehrte dann nach Spartazurück; für sich und jeden Flottcnführcr errichtete ereherne Statuen zu Delphi. Er lebte nun viel außer-halb Sparta, bewirkte, daßdenDrcißig in Athen eine

Lysias.

Besatzung gesandt wurde ».betrieb in Asien den Unter-gang des Alkibiades. Aber Klagen über seine Härteund Beschwerden des Pharnabazos bewirkten seineZurückbernfung, u. mit Muhe entging er durch ein.Reise zum Tempel des Ammon weiterer Verfolgnug. Nach dem Sturze der Dreißig wurden seineEntwürfe durch den König Pausanias vereitelt; erlebte nun zurückgezogen, bis er 397 nach dem Todedes KönigsAgis dem Agcsilavs zum Throne verhalf,den er dann auch auf seinem Feldzüge nach Asien b-^gleitete. Als dieser aber seinem Auftreten dort ent-gegentrat, ließ er sich als Unterbefehlshaber imHellespontbeschästigcn u. kehrte voll Erbitterung gegen

Agcsilaos nach Sparta zurück, mit dem Entschlüssedas erbliche Königthum zu stürzen n. dasselbe allenHeraklidcn zugänglich zu machen. Aber der Ans-bruch des Böotischeu Krieges machte seinen Anschlä-gen n. seinem Leben bald ein Ende; er fiel 395 vorHaliartoS bei einem Ausfälle der Besatzung. Lebens-bcschr. von Plntarchos n. Cornelius Nepos. Elchtoff.

Lyscfjord, eine lies (über 10 lei») eingcschni,-tene Meeresbucht an der WKüste des südl. Norwe-gen, welche mit dem großen Buknefjord durch dessensüdöstl. Fjordzwcig, den Holefjord, znsaimncnhäiigtn. die bei einer Breite von nnr 18001900 m fastüberall von senkrecht oder übcrhängend bis zu l Ovo manfsteigenden Felsen cingcschlossen ist u. eine Tiefebis zu 455 in hat. Bon einem Felsen an der SSeitedes Fjord, ungefähr 2^ Icin von seinem östl. Ende,schießt bisweilen in einer Höhe von etwa 650 weinLichtschimmer, gleich einem horizontalen Blitze, vondonnerähnlichem Getöse begleitet, hervor. Bgl.Bibe,Küsten».Meer Norwegens, Ergänznngshestzn Peter-manns geogr. Mitthcilnnge»,"Gotha 1860. H-B-rnz.

Lysins, einer der bedeutendsten unter de» zehnattischen Rednern, Sohn des Kephalos ans Syra- §kus, der sich als Metöke zu Athen niedergelassen jhatte, geb. dort 459 v. Ehr., erhielt mit seinen Brü- sder» eine treffliche Bildung und ging 444 mit der sathenischen Colonie nach Thurii, wo er über 30 .Jahre lebte. Unter Anleitung des Tisias ans Sy-rakus bildete er sich hier zu knnstmäßiger Beredt- !samkeit, verbunden mit politischer Einsicht. Seine !politische Richtung war entschieden demokratisch.Aber der unglückliche Ansgang der athenischen Expe-dition nach sicilien u. die dadurch in Len griechischenStädten Italiens entstandenen Bewegungen nölhig-ten ihn, mit 300 Anhängern der Athener Thuriiwieder zu verlassen und nach Athen zurückzukehren,wo er mit seinem Bruder Polemarchos eine Schild-fabrik errichtete (411 v. Chr.). Unter der Herrschaftder Dreißig wurde er als Demokrat seines Bermö-gens beraubt n. sein Bruder mußte den Schierlings-becher trinken. Er entkam nach Mcgara n. unter-stützte von dort ans das Unternehmen des Thrasy-bulos zur Befreiung Athens, u. dahin znrückgekehrt,klagte er den Eratosthenes als den Urheber der Hin-richtung seines Bruders an (die erste seiner erhal- ;tenen n. die einzige von ihm gehaltene Rede). Nu» >schrieb er viele, meist gerichtliche Reden für Andereu. in diesem Zweige der Beredtsamkcit galt er de»Alten wegen seiner lebensgetrencn Darstellung undseines gewählten Ausdrucks als Muster des attische»Stils. Er st. 378 in Athen. Übrig sind 34 Rede», -heransgeg. in den Gesammtansgabcn der Orntores gAtbisi; einzeln vonWcstcrmann, Lpz. 1851; Scheibe, i