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Bd. 12 (1877) Laing - Mettenleiter
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Lykien

E« wurde in der Form Lyceum auch bei den Ro-^

^ wem Bezeichnung für ähnliche Anstalten. Jetzt ge-i-. ! Mnlich jede höhere Schule, welche die Schüler jiir'

( -je Universität vorbereitet oder iu die höhere Bild-! ! M einfiihrt, so bes. iu Bayern die Obcrgymnasicn;s i» Frankreich (I-^eüs) die 'Lustalten slir den Secnn-^ där-Unterricht, iu Württemberg die für das Gym-> ^chun vorbereitenden niederen Schulen.

Lhkicn, die südwestliche Landschaft Kleinasiens;i begrenzt von Karien, Phrygicn, Pisidien, Pam-»hylicn und dem Mittclmcere, hier das LykischcMeer genannt, also der westliche Thcil des jetzigen! Tekeh; ganz gebirgig, im N. von Zweigen desTauros durchzogen, als Kragos n. Antikragos, Mas-i sikytos, Klimax mit Solyma u. Olympos (Phöni-j k»s), die in die Vorgebirge (von W. nach O.)

- Telmissos,HciligesVorgcbirg,Kragosmilder L-pitze! Patara, ein zweites Heiliges Borgebirg, Chelido-- inen ansliefcn; im W. bildete das Meer Len Busen'in Maukosn.imO.dcnPamphylischenBusen; Flüsse:k! Mankos, Lanlhos, Limyros. P r odn etc des Landess i waren bes. Wein, Getreide, Safran, Cedern, Tan-ß - neu, Platanen, Badeschwämme, Kreide; auch Naph-! ' taquellen gab es hier n. da; die vorzüglichsten Städte1 waren an der Küste: Tellmissos, Patara, Antiphcl-?. los,Myra,Phaselis;imJnnern:ikanthos,dieHanpt-; siadt, Olympos rc.; die Inseln an der 'LytischenÜ l Küste waren nur klein. Die Einwohner waren1 friedlich, gesittet, früh gebildet; ihre Gebräuche er-innerten zum Thcil an ihre kretische Abstammung,f zumTheilwaren sic karisch; eigenlhiimlich warihnen,

! ' ^ sich nicht nach dem Vater, sondern nach der Mutterzu nennen und auch die mütterlichen Stammbäume. ausznstcllen. Die sehr zahlreichen Denkmäler der^ f Lytischen Kunst zeigen deutlich eine Verbindung- dreier Elemente: ein einheimisches (lytisches), einI mvrgcnlänLisches (wie'namenllich in den Fclsengrä-jk l bern, in den Darstellungen eines kämpfenden Stiersr; s und des mit einem Löwen ringenden Helden, die an4' t ähnliche Werke in Perscpolis erinnern) und ein hel-!k lemsches; letzteres ist das vorherrschende. Das be-ll dentendste bekannte lykischc Bauwerk ist das Grab! des Harpagos, des persischen Statthalters von L.s: t Über die Sprache der Lyker s. Lytische Sprache,p s Lykien hieß nach Hcrodot ursprünglich Myliasj und darnach die Bewohner Milyer; nach Einigenauch Solymer. Sic sind nach Len neuesten Forsch-ungen wahrscheinlich ein Zweig der Phrygcr, dersich sriihzeitig mit Semiten, später mit Kretern ver-mischte. Elfteres steht durch die Vergleichung ders z jetzt entzifferten Sprache fest, letzteres ist überlie-j sert durch die griechischen Historiker, die erzählen,s daß Sarpcdon, im Streit mit seinem Bruder Minosunterlegen, seine Anhänger nach L. geführt habe, wosie sich in den Küstenstrichen unter dem Namen Tcr-miläniedergelasscnhätten. ZnihncnseispätcrLykos,j j von seinem Bruder Agens ans Athen vertrieben, ge-i - kommen, nach ihm hätten die L. denstcamen. Inderi ! historischen Zeit erscheinen die L. in mehreren zu ei-z ^ mm Bunde vereinigten Republiken; stark durch ihre5 s Eintracht und geschützt durch ihre Gebirge im N.,s konnten sie sich des eroberungssüchtige!' Königs Krö-sos von Lydien erwehren; aber sodann am Tanthoss: besiegt, kamen sic unter persische Hoheit; nach dem

;Sturz des PcrserreicheS durch Alexander Len Großenwurde L. zu Syrien geschlagen; nach der Besiegung

- Lykorca.

des Antiochos schenkten die Römer 189 v. Ehr. L.den Rhodiern, aber nach dem Makedonischen Kriegenahmen sie denselben das Land wieder n. gaben ihmdie Freiheit. Die Lyker führtennnn ihre alteVcrfass-nngwiederein; derBnnd zählte 23Städte,vondencndie sechs größten Städte je drei, die mittleren je zweiu. die kleinen je einen Abgeordneten zu dem allge-meinen Landtage schickten, auf welchem allgemeineöffentliche Angelegenheiten bcrathen n. die Richterund Staatsbeamten gewählt wurden, das Bnndcs-hanpt hieß Lykiarches. Durch ihre streng beob-achtete Neutralität in den Kriegen der Römer gegendie Asiaten bewahrten sie ihre Freiheit und ihrenWohlstand bis zur Zeit der Bürgerkriege. Erst da-mals wurden sie von der aus Rom verdrängten re-publikanischen Partei heimgesncht und ibanthos zer-stört; dazu kamen innereZerwurfnisse, iu Folge derenKaiser Claudius L. als Provinzzum Römischen Reichefügte. Danach thcilte es das Schicksal des Byzan-tinischen Reiches. L. war früher von europäischenReisenden wenig besucht (nur Clarke, Beaufort,Cockcrill n. Lcake haben Einiges veröffentlicht), bisdurch Sir Charles Fellows, welcher seit 1838 dasLand wiederholt durchforschte, die Aufmerksamkeitdcr Alterthnmsforschcr ans dasselbe gelenkt wurde; erentdeckte zahlreiche Überreste vonBanwerken,Scnlp-tnrcn, Münzen u. Inschriften, eine Menge derselbenmit der Säule von Tanthos wurde nach London ge-bracht n. im Brit. Museum ausgestellt. Vgl. Fellows,4. llournal rvritteu ckuriiiA an oxsnrsioii inLlinor, Lond.1838; lüsoovoriss iul^sia, cbd.1840;Spratt n. Forbes, Iravels in IZwia, ebd. 1847, 2Bdc.; Ders., 'Nene Lykischc Studien 1889. Lohnte.

Lykischc Sprache, die Sprache der alten Lykerist nur durch eine erhebliche Anzahl von Inschriftenund Müuzlegendcn uns überliefert worden. IhreSchrift ist ein dem Griechischen verwandtes, jedochin einigen Beziehungen, so in der dnrchgeführtcn be-sonderen Bezeichnung der kurzen u. langen Vocalemodificirtes Alphabet. Das Lytische gehört zu denIndogermanischen Sprachen, indessen ist ihm seinenähere Stellung innerhalb derselben anznwcisen nochnicht gelungen; es wird ihmeine entferntere Ver-wandtschaft zu dem Iranischen oder zu dem Gricch.Zweige zngeschrieben. Die Inschriften sind hrsgeg.von M. Schmidt, Mrs I-zoian luscriptions, Jena1868; die gründlichsten Versuche der Entzifferungmachten Lassen (Zeitschrift der Deutschen morgcnländ.Gesellschaft, Bd. 10), Schmidt in der angef. Schriftu. Savelsberg, Beiträge zur Entzifferung d.lykischcnSprachdenkmäler, Bonn 1874.

Lyköphron, griech. Grammatiker und Dichter,ans Chalkis auf Euböa, um 280 v. Chr. in Ale-xandrien, ein Dichter der Tragischen Pietas, Er-finder desAnagrammsu.Vcrfasser mehrercrTrauer-spiclc; er schr. auch üw.uwckrax u. ein erhalte-nes Gedicht, Kassandra oder Alexandra, in welchemin 1474 jambischen Versen in sehr dunkler SpracheKassandra das Loos Trojas u. der in dessen Schick-sal verflochtenen Helden vorher sagt; es ist voll echtalexandrinischerschwerfälligerGelchrsamkeit. Tzetzes(s.d.) schrieb Scholien dazu. Hcransgcgeben mit denScholien von Bachmann, Lpz. 1830. Riese.

Lykorcn, (a. Gcogr.), Stadt in Phokis, ans demParnassos nach der Sage von Denkalion nach dergroßen Flnth gegründet;' hier wurde Apollon verehrt,