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Bd. 12 (1877) Laing - Mettenleiter
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Lydvs Lykcion.

der Minzen rc. Znr Zeit ihrer Freiheit waren sietapfer und streitbar, des. war ihre Reiterei berühmt;aber nach ihrer Unterwerfung unter die Perser wurdeihre Kraft gebrochen, indem schon Kyros ihnen dieWaffen nahm u. ihre Verweichlichung systematischbetrieb. Ihre Hanptgottheiten waren Kybelc undArtemis, die sie in wilder, ausschweifender Weifeverehrten, indem die Jünglinge sich nicht selten ent-mannten , dieJnngfranen sich allgemein Preisgaben.

Die Lyder, nach Herodot in früherer Zeit Mäo-nier (ihr Land Mäonia) genannt, waren wahr-scheinlich ein Mischvolk, hervorgegangen ans derphrygischen, den Jndogcrmanen verwandten Urbe-völkernng u. semitischen Einwanderern, die die ältesteBevölkerung sich unterwarfen. Die L. sind das erstestaatbildende Volk Kleinasiens. Stach ihrer Über-lieferung hatten sie drei Dynastien. Die erste istdie der Ättyaden, gegründet von Attis,dcm sein SohnLydos, von dem das Land den Namen habe, gefolgtsein soll. Die letzte Königin ans diesem GeschlechtOmphale, gebar dem Herakles den Argon (Maos),welcher um 1200 v. Ehr. regierte und die Dynastieder Herakliden stiftete, aus welcher bis 720, unterphrygischer Oberherrschaft zum Thcil, 22 Königeregierten. Unter ihnen wanderten die Ionier in dieKüstenländer. Den letzten Herakliden KandanlesMyrsilos entthronte um 716 Gyges, der Führer derSöldner mit Hilfe der Königin. Mit Gyges beganndie Dynastie der Mermnaden, unter denen L. aufden Gipfel seiner Macht gelangte. G. begann dieUnterwerfung Joniens, dis seine Nachfolger Ardys(678629), Sadyattes (629616) und Alyattes(616560) glücklich fortsetzten. Alyattes vertriebauch die Kimmerier aus Asien und behauptete sich585 in der von der sonnenfinsterniß unterbrochenenSchlacht am Halys gegen die vordringenden Meder.Ihm folgte 560 sein Sohn Krösos (s. d.). Mit ihmendigte 546 v. Chr. dasLydischc Reich, n. L. wurdeeine Persische Satrapie. L. theilte nun PersiensSchicksale bis zu dcssenStnrz, bis endlichPhiletäroS,Schatzmeister des KönigsLysimachos, L. 268 v. Chr.seinem neuen Reiche von Pergamos cinverleibte.Menke, I-zckiaLn, Berl. 1843; Stark, Ans dein Reichdes Tantalus u. Krösus, 1872. Jähnkc.

Lydos, Johannes Laurentius, geb. 490n. Chr. zu Philadelphia in Lydien, kam 511 nachConstantinopel, wo er mehrere wichtige Ämter be-kleidete, namentlich unter Jnslinian erster Archivarwurde; 552 von diesem Amte entlassen, beschäftigteer sich wissenschaftlich u. schr.: (über

die Monate) nur im Auszug vorhanden, Hrsg, vonRöthcr, Lcipz. 1827; 77i(R -wl-rurM' //i(-c

Tro-urrcar, überdieröm. Magistrate,nach tüchtigen Quellen etwas verwirrt gearbeitet;

Gesammtausgabe vonJ. Bekker,Bonn 1837 (im Corpus Bz^antinorum). Riese.

Lyell, Sir Charles, ausgezeichneter Geolog,geb. 14. Novbr. 1797 zu Kinnardy in Forfarshire(Schottland), anfangs Jurist, seit 1831 Professorder Geologie am Liingo Lolle^o und Präsident derGeologischen Gesellschaft zu London, erhielt 1848 dieBaronetswürdc. Erst., hochverdient um die Wissen-schaft, 23. Febr. 1875 zu London. Er schr.: Lrin-oixlos ok'^soIoM, Lonö. 183033, 3 Bde. (deutschvon Hartmann, Qucdlinb. 183234); bllsmenbsvb§eoioxz,Lond. 1838 (deutsch v. Hartmann, Wenn.

'1850), 10 A. 1868; Mavsls in X. ^.msrioa MLMolo§. obsorvations, Lond. 1845,2 Bde.,deutsch v.

Dieffenbach, Braunschw. 1851; L soconll visittotlis

I7.-8tato8, Lond. 1849, 2 Bde.; Osakas. evillsnoezob tlrs aubiguih' ob man, Lond. 1863, 3. A. r.

Lygii (a. Geogr.), Volk in Ostgcrmanicn, wel-ches, mehrere Stämme umfassend, über die Lausch,Naharvalcn, Bnricr n. (nach Ptolcm.) Diduneru'Schlesien und das ehemalige Polen sich ausdchnte^Sie standen eineZeitlang nnterMarbod, verschwan-den aber seit84 n. Chr., wo sie dieQnaden bedrängt,vom Schauplatz. '

Lyk, so v. w. Lyck.

Lykäon, Sohn des Pelasgos u. derKyllene oderMeliböa, König inArkadien, Erbauer von Lykosurastiftete den blutigen Dienst des Lykäischen Zeus unddas Kampfspicl der Lykäa. Er hatte 50 Söhne,welche durch ihren Übcrniuth berüchtigt waren. Umsie zu prüfen, stieg Zeus mit Hermes ans die Erdeherab, kam als Bettler in den Palast L-s, wurdeaber srevelhast von demselben in Versuchung ge-führt, indem er ihm Glieder eines geschlachteten Kna-ben vorletzte. Zeus aber stürzte die Tafel um undtödtete den Vater n. die Söhne, mit Ausnahme desNyltimos, mit seinem Blitzstrahl. Eichhosf.

Lykäon, s. Lycaon.

Lykäon (a. Geogr.), Berg in Arkadien, im Nord-westen von Megalopolis; jetzt Dhioforti. Auf demL. hatte Zeus, welcher hier erzogen worden sein Me(daher Lykäos), Tempel n. Hain, dazu einen Hippo-dromos (die Ruinen davon jetzt Kaslraki), und eineLaufbahn, wo man ihm vor Alters Kampsspiele (Ly-käa) feierte. In ähnlicher Weise wurde Pan ausdem L. verehrt, der von ihm ebenfalls den Beina-men Lykäos hatte.

Lykoonia (a. Geogr.), Landschaft im InnerenKlcinasiens, grenzte znr Zeit der römischen Herr-schaft an Kappadolien n. Kataonicn, Kilikicn, Jsau-rien n. Pisidien, Großphrygien n. an Galaticn;alsojetztein TheilvonKarmanien; im S. war der Tauros,im NW. das Gebirge Paroreos; der nordwestlicheTheil war eine große Salzsteppe mit dem SalzseeTatta; Flüsse gab cs nur unbedeutende; das Landwar rauh und kahl, eignete sich aber trefslich znrSchafzucht. Die vornehmsten Städte waren Jkonion,Laodikca, Lystra, Derbe. Die Einwohner, Lyka-ones, gute Bogenschützen und starken Handel mitSchafwolle treibend, sollten nach einer griechischenSage von Lykäon stammen n. aus Arkadien eiugc-wandert sein; wahrscheinlich waren sie mit den Pa-phlagonern verwandt n. indogermanischer Abkunst;von ihren Sitten und Gebräuchen, ihren socialenVerhältnissen und ihrer Sprache ist wenig bekannt.Die Landschaft bildete von jeher kein Ganzes , dieeinzelnen Theilc waren den benachbarten Reichenunterworfen. 189 nachBesicgnng LcsAntiochoskamL. anPergamum, 129 an Kappadokien, ging mit die-sem dann in das römische Reich ans, Loch wurde eSerst im 4. Jahrh. n. Chr. zu einer eignen Provinzmit der Hauptstadt Jkonien gemacht. JAM.

Lykcion , eins der 3 berühmten Gymnasien inAthen, genannt von dem nahen Tempel des ApolloLykeios und der vor demL. stehenden Statue desApollon, vor dem Thore auf der Ostseitc. Hier stif-tete Aristoteles seine Schule (daher Pcripatetiker u.daher auch L.; so v. w. Peripatelische Philosophie.