Loiis-le-Saiinier — Lovs.
immt, ging er 1841 MI Aufträge des ungarischenEpiskopats nach 'Rom, uni die päpstliche Vcrord-,»mg über die gemischten Ehen abändcrn zn lassen, sMs ihm aber nicht gelang. Im Herbst 1847 zum!Erzbischof von Erlan erhoben, »ahm er lebhaftenMheil an den Arbeiten des denkwürdigen Prcß-lmrger Landtages, Herbst 1847 bis Ostern 1848.Zu der im Mai 1848 cinbernfencn 1. ungarischenNationalversammlung in Pest gewählt, trat er schonim Juni desselben Jahres wieder zurück, da ihm,dem übrigens so freisinnigen Patrioten, die auf dendirecten Bruch mit Oesterreich abzielenden Verhand-lungen des Reichstags nicht znsagten. Nach Nic-dmvcrsung der nngar. Jnsurrecnon wurde er ab-gesctzt und in der Abtei Mölk internirt; später jedochgestattete man ihm den Aufenthalt in Wien. Hierversüßte er die Broschüre: Josephinismus; Ar an-gol tünelsm (Englische Toleranz), und sein Haupt-werk: kstepi sfpzstmrr arelnvolvAia (Kirchliche Älter-thmnskunde für das Volk, 3 Bde., Wien 1837,2. A., Pest 1802). — Die 1860 ertheilte allgemeineAmnestie ließ ihn nach Ungarn znrückkchren, wo erzmn geistlichen Beisitzer des Oberlandesgerichtesu. 1866 zum Erzbischof von Kalocsa ernannt wurde.Er st. 13. März 1867. Booch-Arkossy.
Loils-le-Sannier (L.-le-Sanlnicr), Stadt undHauptort im franz. Dcp. Jura, sonne in dem 11Cantone n. 212 Gcm. mit 1872: 09,233 Ew. um-sassenden, gleichnam. Arr., an der Valiöre, StationderParis-Lyon-INiltetmecr- und der franz. Südost-bahii; Präfectnr, Gerichtshof erster Instanz, Assisen-hos, Friedens- n. Handelsgericht, Ackerbankammer,S hübsche Kirchen, Lycenm, Bildnngsanstalt für Leh-rer u. Lehrerinnen, öffentliche Bibliothek von 17,000Binden, Museum, Bürger- und 'Militärhospital,Waisenhaus, Zellengesängniß; Kupfer- und Eisen-gießereien, mechanische Werkstätten, Seidenweberei,Fabrikationvon2chaumwcinen,Brillcngläsern,Bnr-sieinc.,Handel mit Pferden, Vieh, Getreide, Tannen-holz, Käse, Siebwaaren, Nägeln rc.; Soolbädcrn;IS Jahrmärkte; 1872: 10,701. — L. gehörte nr-sprünglich zum Deutschen 'Reich, wurde 1305 vonden Franzosen den Burgundern entrissen, aber1500 von den Deutschen zurückerobcrt; 1582 mach-ten die Franzosen einen mißlungenen Versuch, dieStadt wiederznnehmen; 1637 wurde sie von densranz. Truppen erstürmt. H- Berns.
Loithal), Melchior, L. Graf von Nagy-Lonya n. Vasäros-Namcny, nngar. Staats-mann, aus einer alten, in den Comitaten Beregh,Szabolcs, Pest, Hnnyad und Zemplin begütertenAdelsjamilie, geb. 6. Jan. 1822; nach absolvirtemRechtsstudinm wurde er 1843 im Bcrcgher Comi-tat in den Landtag gewählt, wo er der Oppositions-partei sich anschloß und als Commissions-Mitgliedsiir Handels- und Landes-Casfa-Angelegenheitengroße Thätigkeit entwickelte. Nach Auflösung desLandtages bereiste er Europa, wurde 1847 wiedersür Beregh zum Deputirten gewählt und bei derBildung des nngar. Ministeriums 1848 znm Staats-stcretär der Finanzen ernannt. Als Mitglied derpcster Nationalversammlung folgte er dem Rumpf-parlamente nach Debrcczin, flüchtete nach der Kata-strophe von Bilägos 1849 und lebte bis 1850 zuParis. Amnestirt, wurde er bald eines der thätig-sten Mitglieder der nngar. LandwirthSgesellschast n.
war einer der Hanptgründer der Ungarischen Hypo-thekenbank. In den Landtag 1861 wieder gewählt,wies er hier die dem Lande nntergclcgtc Absicht, alswolle sich dasselbe um jeden Preis von Oesterreichlosreiben und verfolge eine revolutionäre Politik,entschieden zurück. Auch in den Landtag 1866 trater ein; in dem ersten Ungar. Ministerium vom 20.Febr. 1867 wurde er Minister der Landesfinanzen,21. Mai 1870 Reichsfinanzminister und 16. Nov.1871 an AndrassyS Stelle Präsident des nngar. Mi-nisteriums, nachdem er im Aug. desselben Jahresin den Grafenstand erhoben war. Als ihn 18.'Nov. 1872 ein Depntirter des Mißbrauchs seinerStellung zn persönlicher Bereicherung in öffentlicherSitzung beschuldigte und die Deäkpartci dem Mini-sterpräsidenten Genngthnnng verweigerte, nahm er2. Dec. seine Entlassung, behielt nur das ihm 1801verliehene Präsidium der nngar. Akademie und istseit 1875 Mitglied des Oberhauses. Er schr.: Nonden öffentlichen Angelegenheiten, Pest 1846, 2 Bde.;Bon: Staatsvcrmögen, Ofen 1860, 2 Bde.; lieberunsere öffentlichen Angelegenheiten, Pest 1873 bis1875, 2 Bde. (2. Bd. Die Bankfrage, deutsch vonDux, ebend. 1876); Graf Stefan Sczcchenyi, Pest1876 (deutsch von Dnx, 1876) — sämmtliche Werkein ungarischer Sprache. Lagai.
Looil op Zand, Marktflecken im GerichtSbez.Herzogenbosch der uicdcrländ. Prov. Nordbrabant;zahlreiche Gerbereien, schr starte Schuhmacherei,bedeutende Ausfuhr von Schuhwaaren; 1609 :5781 Ew. (Gemeinde).
Loos, Mittel lür gewisse Fälle in menschlichenAngelegenheiten eine göttliche Entscheidung zn erlan-gen; dann auch daS, was Einem nach göttlicherSchickung znfällt. Der Gebrauch des Looses findetsich schon bei den meisten alten Völkern. Bei denHebräern wendete man das L. (Goral) an, bcs. beiTheilnngen, Übertragung von Ämtern, vor Gerichtin Criminal- und Civilsachen, bei Bezeichnung derbeiden Böcke am großen Versöhnnngstage. Die altenGriechen bedienten sich des L-es (Kleros), um zu be-stimmen, wer von Mehreren etwas ausführcn sollte.Ans L-en wurde auch geweissagt, wie die Weissagungder Thriä am Parnassos mittels Steinchen, oder inDodona nach dem Verfall des alten Orakels mittelsStäbchen. Die Römer entschieden Vieles durchs L.(8ors); so um zn erforschen, was einem von mehrerenBerechtigten zukam; daher bei Erb-, Provinz- undÄmtervertheilnngcn, Richterwahlen in Streitsachen,bei Bestimmung, welche Tribns oder Centurie inden Comiticn zuerst bestimmen sollte rc. Häufigwurde das L.auch zum Wahrsagen benutzt. Griechischhieß dies Rhabdomantie (Stabweissagung); dagegennannte man Rhapsodomantic, wenn man einen Dich-ter ausschlng und den ersten begegnenden Vers alsL. sich deuten ließ. Im Mittelalter bediente man sichzn gleichen Zwecke der Bibel und hatte dazu auchbesondere Bücher, L.-Bücher (ital. Larti). InDeutschland finden sich deren bereits im 14. Jahrh.,namentlich aber scheinen sie im 16. Jahrhr. ver-breitet gewesen zu sein. Das älteste gedruckte fuhrtden Titel: Eyn schöne vnd Gotsclige Kurczmeil ei-nes Christlichen LoßbnchS, nach ordnnng eines Al-phabets oder A. B. C. In reimen gesielt, rc.(StraSb. 1539, Fol.); diesem folgte daun eine Reiheähnlicher Bücher, sämmtlich in Versen n. mit Holz-