Lombarden — Lombardisch-Vciietiaiüschcs Königreich.
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Lombarden, 1) so v. w. Langobarden; 2) imUsttclaltcr so v. w. Geldwechsler. !
Lombardische Schule, eine der bedeutendsteniküm- Malerschnlcn der Renaissancepcriode (vgl/Mvrienmalerci 3. IV, s),umfaßtim weiterenSini>c;Me oberitalischen Schulen, namentlich die von Mai-ilind, Ferrara, Bologna, Padua, Verona, Siena rc.,steht also nicht zu diesen n. andere» local begrenztenSchulen, sondern zu den ebenfalls ninfassendcrenMl. Schulen, wie die nnibrische, toscanische, Venemnische rc. in einem coordinirten Gegensatz. Diest. 2. kann insofern als eine Fortsetzung der Floren-liinschen Malerei betrachtet werden, als sie eben-falls den Hanptacccnt der Wirkung auf die formelleComposition mit Unterordnung der Farbe legte;namentlich war cs unter allen lombard. StädtenPadua, wo sich schon in der ersten Hälfte des 15.Jahrh. eine strenge, nach dein Muster der antikenPlastik stilisirte Malerei hcransbildcte. Als Stifterdieser Richtung gilt Francesco Sqnarcione<1394-1174), der auf seinen Reisen in Griechen-land zahlreiche Reste der alten Kunst gesammelt hatte,die ihm als Borlagen für seine Composilionswciscdienten. Unter seinen zahlreichen Schülern zeich-neten sich ans Giac. B cllini, bes. aber And rcaMantegna (1430—1500), wclcherdieantikisircndeForm mit durchaus realistischem Inhalt zu vermit-teln strebte, zahlreiche Schüler bildete n. überhauptans die italien. Malerei damaliger Zeit einen großenEinfluß hatte. Seitenzweigc dcr padnanischen Schulesind die Schulen von Ferrara u. von Bologna.Hier begegnen uns die Rainen desLorenzo Costa,Ercole Grandi, Lodov. Mazzolino n. A. —In Mailand folgte man einerseits ebenfalls derpadnanischen Weise, anderseits bildete sich eine we-niger strenge Richtung auf milde Anmnth der For-men u. Weichheit des ColorilS aus. Der namhaf-teste unter den älteren mailändischcn Malern erstererArt ist Borgognone (Ambrogio di Fossano), der imAnfang des 16. Jahrh. blühte. Die im 15. Jahrh.sehr herabgekommene Schule von Siena erhieltdurch den ausgezeichneten Künstler Gian. Bazzi(gen. il Sodoma) in der ersten Hälfte des 16.Jahrh.einen neuen Aufschwung. Er zeigt sich in der an-muthigcn Lieblichkeit seiner Figuren vielfach verwandtmit Leonardo da Vinci (s. d.); ihm schlossen sichan Michelangelo Anselmi, Bart. Reroni,Jomeu. Beccasnmi, Pernzzi n. A. Der be-rühmteste lombardische Maler ans der ersten Hälftedes 18. Jahrh. ist Antonio Allegri, gen. Cor-reggio (nach seinem Geburtsort, 1404—1534),welcher, dieRichtung auf strenge Stilisirnng der Form»erlassend, die ganze Kraft der malerischen Wirkungauf denZaubcrjcner cigenthümlichenColoristik legte,den man gewöhnlich unter Helldunkel versteht. Nachder ideellen Seite hin zeigte er eine Wärme u. Innig-keit der Empfiichnng, welche das harmonische Spielder tiefen Licht- u. Schattengegcnsätze znm Ausdrucklebensvoller Schönheit beseelt (über seine Werke s. d.Art. Correggio). Unter seinen zahlreichen Schülernartete seine Richtung bald in Manier ans. Bedeuten-der als diese Nachahmer n. originaler ist der eben-falls nachihm gebildctcP armigianino (FrancescoÄazznoli) aus Parma, aber auch bei ihm geht dielebensvolle Sinnlichkeit des Meisters in Affectationund berechnete Koketterie über. — In der zweiten
Hälfte des 16. Jahrh. bildeten sich zu Mailanddurch die Procaccini, zu Cremona durch dieCampi eklektische Schulen ans, welche theils dienmbrischen und venetianischen Meister nachzuahmensuchten, theils der Richtung des Correggio folgten.Ihnen schlossen sich eine große Menge Schüler an,welche jedoch den mehr und mehr um sich greifendenVerfall der L-n S. am Ende des 16. und im 17.Jahrh. nicht mehr anfznhalten vermochten. Sch-sler.
Lombardisch-Bcnetianischcs Königreich,bis 1850, bezw. 1866 ein znm Kaiserthnm Öster-reich gehöriges Königreich (mit 826 HsM n. (1858s5,173,054 Ew.), welches fast die ganze Osthälftevon Oberitalien cinnahm u. von der Schweiz, Tirol,dem Königreich Jllyrien u. dem Adriatischen Meerebegrenzt, durch den Ticino vomKönigrcich Sardinien,durch den Po von Parma, Modena u. theilweise demKirchenstaat getrennt war. Es umfaßte die älte-ren österreichischen Besitzungen in Oberita-lien, Lombardei im engeren Sinn, und dasContinentalgcbiet der alten Republik Venedig,während zur Lombardei im weiteren Sinne,geschichtlich betrachtet, außer dem L.-V. K. das ehe-malige Königreich Sardinien, die HcrzogthümerParma mit Piacenza, ein Theil von Gnastalla, undModena gehörten. In diesem Sinne war sie die6aIIia oisalpina, der Römer, d. h. das Gebiet, wel-ches ursprünglich EtrnSker, dann Kelten, die altenGallier seit Ende des 5. Jahrh. v. Chr. inne hatten.283—222 eroberten es die Römer und behielten csseitdem unter ihrer Botmäßigkeit bis znm Sturzedes weströmischen Reichs. Nachdem Obcritalieneine Beute der Heruler, Rugier rc. (476), dann derOstgothen (493) geworden, und 553 von dem grie-chischen Kaiser in Besitz genommen war, erobertencs 568 die Longobardcn — woher der Name. Diesesetzten sich hier dauernd fest, führten das Lehnssystemein und gaben dadurch die Hanptveranlassung, daßdie Lombardei oder Öberitalicn später in so vieleStaaten zerfiel. Nachdem 774 das Longobardsn-rcich durch Karl d. Gr. erobert und dem fränkischenReiche cinverleibt worden unter Bclassnng der bis-herigen longobardischcn Herzoge, Markgrafen inihrenLehcn, entstand ein eigenes Königreich Italien,das 843 bei dcr Theilung von Verdun mit derKai-scrwürde an den Karolinger Lothar kam, und be-trachteten sich seitdem die römisch-deutschen Kaiserauch als Erben des Königreichs Italien. Indessendie Schwäche und Abwesenheit derselben benutzend,erhoben sich bald neben, bezw. ans den selbständiggewordenen Städterepnbliken in Oberitalien nurdurch den Lehnsvcrband mit dem Kaiserthrone zu-sammenhängende Hcrzogthümer rc., die, begünstigtdurch den unseligen Streit der Ghibellinen undGneisen, sich nach und nach unabhängig machten.Solche Staatswesen waren: die seit dem 7. Jahrh.entstandene Venetianische Republik, die Herzogthn-mcr und Markgrafschaflcn Frianl, Mantua, Susa,Salnzzo rc., im 12. Jahrh. die Republiken Genuan. Mailand, im 13. Jahrh. die unabhängigen Für-stcnthümer, Hcrzogthümer Parma, Modena, Pie-mont n. a. 1708 erhielt das Haus Habsbnrg-Östcr-! reich das Hcrzogthnm Mantua n. infolge der Ler-iritorialändcrungen durch die Friedensschlüsse vonAltrecht (1713) n. Rastatt (1714), sowie den Wiener; Frieden (1735) das Herzogthnm Mailand — im