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für seine ans dem lateranischcn Concil 1513 an dieChristenheit gerichtete Aufforderung zur Hilfe gegendie Türken ward er vom Papst für sich und seineNachfolger zur Würde eines Imxatns natus seckivapostoiieas erhoben n. st. 19. Mai 1531. Er gabdie altpolnische Gesetzsammlung: Oomumno inekzckiiLoloniae roAni privils^ium.Krakau 1506, heraus.Vgl. Zeißberg, Joh. L., Wien 1875. 2) Jan,Neffe des Vorigen, gcb. 1499 in Warschau; Geist-licher, lernte auf seinen Reisen in Deutschland, Frank-reich u. Italien 1523—26 Erasmus, Zwingli undMelanchthon kennen n. wurde der Resormalion ge-neigt. Da es ihm nicht gelang, die Reformation inPolen einznführen, so cntsagtcer 1537 seinen Pfrün-den, ging nach Ostfriesland, führte dort die Refor-mation m presbyterialeKirchenvcrfassnng ein, schriebauch den Emdcner Katechismus, mußte aber, infolgedes Interims von Emden vertrieben, sich nun nachEngland flüchten n. übernahm in London die Vor-standschast einer ans Fremden gebildeten protestanti-schen Gemeinde. Nach Eduards VI. Tode vertrie-ben, ging er 1553 nach Frankfurt a. M., wo er dieGemeinde der protestantischen Flüchtlinge ans Eng-land n. den Niederlanden organisirte. Bei seinemAufenthalte in Riedersachscn fcit 1556 wurde er vonden lutherischen Theologen wegen seiner calvinischenAbendmablslehrcvcrletzert n. verfolgt; 1556 nach Po-len znrückgekehrt, wurde erVorsteher der Protest.Kir-chen in Klcinpolen u. st. als solcher 1560 in Pirczow.Er schr.: ve saoramontis ooel. Oürmti, Lv»d.I552;Do praoskmtia Lürinti Domini in ooona oua. Lagst.
Laspeijres, Etienne, deutscher Skatioualöko-nom, geb. zu Halle a. S. 28. Nov. 1834; stndirtevon 1853—1859 in Tübingen, Berlin, Göttingen,Halle n. Heidelberg, wurde 1860 Privatdocent derNationalökonomie zn Heidelberg, 1864 ordentlicherProfessor zn Basel, 1866 zaRiga, 1869 znDorpat,1873 zu Karlsruhe, 1874 zn Gießen. Schriften:Die meisten Arbeiten in den nationalökonomischenZeitschriften; als besondere Werke erschienen: Gesch.der nicderländ. Nationalökonomie, Lpz. 1863; Ein-fluß der Wohnung auf die Sittlichkeit, Berl. 1869 ec.
Lassa, so v. w. L'Hassa.
Lassalle, Ferdinand, deutscher Gelehrter, So-cialist u. Agitator, geb. 11. April 1825 in BreSlanvon jüdischen Eltern; war ursprünglich znm Kauf-mann bestimmt u. besuchte 1840—42 die LeipzigerHandelsschule, stndirte aber dann in Breslau undBerlin Jurisprudenz, privatisirte bis 1845 in Düs-seldorf, von wo aus er Paris besuchte u. die dortigenBibliotheken zn gelehrten Zwecken benutzte. Nachseiner Rückkehr nach Düsseldorf trat er in Verbind-ung mit der Gräfin Sophie v. Hatzfeld u. leistete ihrin ihrem Scheidungsproceß Dienste. 1848 bethei-ligte er sich an den Düsselborfer demokratischen Be-wegungen n. forderte die Bürgerwehr znm bewafs-netcnWiderstand auf, weshalb er zu sechs MonatenGefängniß verurtheilt wurde und infolge davon dieBeamtenlanfbahn anfgab. Später wurde er inmehrere Proteste anderer Art, bes. in den um denHatzfeldschen Cassettcndiebstahl verwickelt, in dem erdurch seine (in Köln 1848 auch veröffentlichte) Ver-theidignngsrcde jedoch Freisprechung erlangte, undlebte danach mehrere Jahre meist in Berlin, mitStudien beschäftigt. Darauf trat er wieder an dieÖffentlichkeit n. wirkte in Schrift u. Wort für die
— Laßbcrg.
PrincipicndersocialenDemokratie, bereiste zu derenVerbreitung einen großen Theil von Deutschland,hielt zahlreiche Arbeiierversammlungen, in denen erförmliche Triumphe feierte, n. wurde Präsident des23. Mai 1863 in Leipzig gegründeten Allgemeinendeutschen Arbeitervereins. Nachdem er 1863 inmehreren politischen Processen frcigesprochen war,wurde »Anfang 1864 wegen Beleidigung der preu-ßischen Minister und Störung der öffentlichen Ruheverurtheilt und ging infolge dessen in die Schweiz.Am 28. August 1864 wurde er in Genf von einemjungen walachischen Edelmann, I. von Nackowicza,Lessen Braut (Frl. Helene v. Dönniges, die jetzigemecklenburgische Hosschanspieleriu Frau Friedman»,er beleidigt hatte, imDnelltödtlich verwundet n. starb31. August. Seine Leiche wurde von der GräfinHatzfeld in Breslau beerdigt. L. war ein Mannvon glänzender Begabung und bedeutender Gelehr-samkeit, aber zn unruhig, um etwas Dauerndes zuschaffen. Diese letztere Eigenschaft hat sich auch aufdie nach ihm benannte socialdemokratische Partei(Lassalleaner) übertragen, ohne daß sie seine erstge-nannten Eigenschaften ererbt oder sich angccigncthätte. Er schrieb: Die Philosophie Herakleitos desDunkeln von Ephesos, Berlin 1858, 2 Bde.; DerItalienische Krieg und die Aufgabe Preußens, ebd.1859; Franz von-sickingeu (Tragödie), ebd. 1859;Das System der erworbenen Rechte, Leipz. 1861,2Bbe. (Hauptwerk); Die Philosophie Fichtes u. dieBedeutung LcS deutschen Vollsgeistes, Berl. 1862;Herr Julian Schmidt der Literaturhistoriker, mitsctzcr-Scholien, ebd. 1862; Arbeilerprogramm, Zü-rich 1863; Die indirecte Steuer n. die Lage der ar-beitenden Klassen, ebd. 1863; Die Feste,'die Presseund der Frankfurter Abgeordnctcntag, drei Symp-tome des öffentlichen Geistes, Düsteld. 1863; Arbei-terlescbnch, Franks. 1864; Herr Bastiat-Schnlze vonDelitzsch, der ökonomische Julian, oder Kapital undArbeit, Berl. 1864. Vgl. B. Becker, Enthüllungenüber das tragische Ende L-s, Schleiz 1868; Bran-des, Ferdinand Lassalle, ein literarisches Charakter-bild, Berl. 1877. Schroot.
Lassa», Stadt im Kreise Greifswald des preuß.Regbez. Stralsund, an der Peene; Fischhandel, be-suchte Pferdemärkte; 1875: 2421 Ew.
Lastbcrg, Joseph,Freiherr von, Germanist,geb. 10 . April 1770 in Donaueschingcn; stndirte inStraßburg und Frcibnrz Forstwissenschaft, wurde1789 Jagdjnnker in sürstlich Fürstenbcrgischen Dien-sten, 1792 Oberforstmeister in Heiligcnberg; als1804 das Fürstenthum an die böhmische Linie über-ging, ernannte ihn die Fürstin Elisabeth, die Vor-münderin ihres Sohnes, znm Landcssorstmeister u.Gehcimenrath; nach ihrem Rücktritte von der Vor-mundschaft 1817 gab er sein Amt auf, lebte ganzden Wissenschaften und legte eine reiche Sammlungdeutscher Alterthümer n. Literatnrschätze an, die erin Heiligenberg aufstcllte n. die später nach Donau-eschingcn verlegt wurde; nach dem Tode der Fürstin1821 wohnte L. zn Eppishausen im Thurgau, seit1838 ans dem von ihm erkauften Schloß in Meers-bnrg bei Lindau, wo er 15. März 1855 starb Ergab heraus den Liedcrsaal, der 1820—25 in vierBändengcdrncktwnrde, aber erst seit 1846 im Buch-handel erschien, rc. Briefwechsel zwischen L. undUhland, Hrsg, von Pfeiffer, Wien 1870. Zimmer,nann.