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Lasistan -
dann von den Arkadern jenen entrissen; Rinnenjetzt beim Dorfe Kninani, welche die Stärke der Be-festnngcn u. große Ausdehnung der Stadt noch be-zeugen.
Lasistan, s. Lazistan.
Lasiren heißt Gegenstände mit einem gefärbten,durchsichtigenUbcrzng versehen, nm ihnenFrische u.Glanz zn verleihen. Es dienen hierzu sogenannteLasurfarben, das sind Auslösungen von Farbenin Weingeist oder Wcingeistfirniß. Um Gegenständezu lasiren, werden dieselben mehrere Male mit sol-chen farbigen Auszügen bestrichen, trocknen gelassenu. schließlich noch mit einem haltbaren Weingeistfir-niß versehen. Glatzcl.
Lask, Kreisstadt im rnss.-poln. Gonv. Pioirkow,an der Niewolka; 4408 Ew. Im Kreise der StadtTuch-, Baumwollen- n. Leinwandfabriken.
Laskaris, berühmtes griechisches Geschlecht inder Geschichte des Mittelalters. 1) Theodorus,geb. um daS Jahr 1175, gründete nach der Erober-ung Constantinopels durch die Lateiner (1204) einbesonderes Kaiserreich in Klcinasien, dessen Sitz inWas war, u. wo er selbst von 1205—1222 regierte;von ihm sind einige Reden bekannt. Bgl. Falme-rayer, Geschichte desKaiserthnms Trapezunt, Mün-chen 1827. 2) Theodorus Dnca, der Jün-gere, war 1255—59 Kaiser von Nikäa, von ihmwerden theologische und moralische Werke erwähnt.3) Johannes (Janus), s. Johannes 13). 4)
Constantin, wandelte nach dem Untergange desByzantinischen Reiches (1453) nach Italien aus u.erhielt zuerst in Mailand eine öffentliche Lehrerstclle,wo er namentlich in der griechischen Sprache Unter-richt gab. Später lehrte er in verschiedenen StädtenItaliens, lebte einige Jahre in inniger Verbindungmit Bessarion in Rom, begab sich daun nach Sici-lien, wo er eine Schule in Messina gründete, n. starbhier nach 1500. Er sammelte und vervielfältigte dieHandschriften der gricch. Classiker und verfaßte eineGrammatik der griechischen Sprache ('T'(>wr»),u«ra),deren erstes Buch von 1470 bis 1512 bereits drei-mal gedruckt worden war; vollständig erschien sienach dem Tode des L. zuerst mit dessen Schrift überdie Fürwörter/rar« Tiäonx NälUxror- 7ror-^rc-xhx». seitdem öfter. Die griechischen Hand-schriften alter Classiker, welche L. theils durch Anderehatte abschreiben lassen, theils selbst abgeschriebenhatte, schenkte er dem Senate von Messina und vonda kamen sie später nach Madrid. Vgl. Villemain,Imseariv on Isv 6rso8 sin gniivilomo siöols, 2 voll..Paris 1825, Brüssel 1829 (deutsch Straßb. 1825).8) Andreas Johannes, Rhyndakenos, ausNhyudakos in Kleinasien, scheint etwas später alsder vorige nach Italien gekommen zn sein. Er-halte hier den Bessarion znm Lehrer und vollendeteseine Studien in Padua. Bei der Familie der Me-dici in großer Gunst, wurde er von Lorenz demPrächtigen nach Constantinopel zum Ankauf altergriechischerHandschriften gesandt, deren er auch einebedeutende Anzahl zurückbrachte. Nach dessen Todebegab er sich an den Hvs Karls VIH. von Frank-reich, wo er in Paris der Lehrer Wilhelm Budos inder griechischen Sprache war, und ging 1503 alsGesandter Ludwigs XII. nach Venedig. Unter PapstLeo X. wandte er sich nach Rom, nm hier für Ver-breitung der Kenntniß der griechischen Sprache und
— Laski.
Literatur thätig zu sein und wurde Vorsteher deSgriechischen Collegiums für vornehme Griechen. Nach1518 berief ihn Franz I. wieder als Lehrer nachFrankreich u. übertrug ihm nochmals eine Gesandt-schaft nach Venedig. L. st. 1535 auf einer Reisenach Nom. Er gab heraus eine griechische Antho-logie (Flor. 1494), die Medea, HippolytuS, Alkestisu. Andromache des Enripides (1496) u. alte Scho-lien zn Homers Jliade (Rom 1517). Er veröffent-lichte auch Gnomen verschiedener Dichter (Par. 1494),u. nach seinem Tode erschien von ihm eine Samm-lung griechischer Epigramme (Base! 1537). Bartling.*
Laskars, dis indischen Bootsknechte ».Matrose»,welche auf englischen Ostindienfahrern dienen.
Lasker, Eduard, Führer der natidual-liberalenPartei im deutschen Reichstag n. im prenß. Abgeord-netenhaus, geb. 14. Oct. 1829 zu Berlin, Israelit;besuchte das Elisabethgymnasinm zu Breslau, studirteebenda 1847—51 Jura, wurde Anscultator beimStadtgericht zu Berlin, lebte nach Ablegung desReferendarexamens im Auslande, trat 1856 wiederin den Staatsdienst und ward 1858 Assessor, beimBerliner Stadtgericht, schied 1870 aus dieser Stell-ung u. wurde Rechtsanwalt beiin Stadtgericht. InBerlin im März 1865 u. Juli 1866 zum Abgeord-neten gewählt, schloß er sich der Fortschrittsparteian, ward nach dem preußisch-österreichischen KriegMitbegründer der national-liberalen Partei undFührer derselben im Norddeutschen Reichstag, sowienach dem deutsch-französischen Kriege im DeutschenReichstag. In allen diesen Parlamenten war erthätig für die siebenjährige Fixirnng des Militär-Etats, für die Gesetze zur Unificirnng Deutschlands,für dis Fortbildung der Justiz-Gesetzgebung, für diepreußische Kreis- ti. Provinzialordnnng, im Nord-deutschen Reichstag für die Heranziehung Süüdentsch-lands, im Deutschen Reichstag für die Beschränkungder Reservatrechte der süddeutschen Staaten; imNorddeutschen Reichstag ging aus seiner Vorlage dasNothgewerbegesetz vom 8. Juli 1868 und die Ge-werbeordnung vom 21.Juni 1869 hervor. Ais sichseit 1874 ein Bruch in der national-liberalen Parteigeltend machte, ward er der Führer des linken Flü-gels derselben, deshalb von der Regiernngspresseangegriffen n. zugleich der Urheber der Compromissc,welche in wichtigen Fragen der Strafgesetzgebung u.der Strafgcsetznovelle in den letzten Abstimmungendie liberalen Forderungen Preisgaben; ferner warer in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 28.Febr. 1877 nahe daran, die Haltung seiner Parteiim Cnltnrkampf zn desavoniren; endlich hat sich imMärz 1877 die unter seiner Führung stehendeFraction des Reichstages entschlossen, das Gewerbe-gesetz von 1869 zu revidiren. Die Universitär Frei-bnrg ernannte ihn 26. Juni 1875 znm Doctor derPhilosophie. Seine Autobiographie hat B. Auer-bach unter dem Titel: Erlebnisse einerManncsseele,Stnttg. 1873, herausgegeben. Er selbst veröffent-lichte: Zur VerfassnngsgcschichtePrenßenS,Lpz.1874,eine Sammlung seiner von 1861—64 in den Deut-schen Jahrbüchern erschienenen Aufsätze. Bauer.
Laski (Lasko), alte poln. Adelsfamilie. 1) JanL. od. a Lasco, geb. 1466; war unter König Kasi-mir IV. von Polen u. dessen Nachfolger Großkanz-ler von Polen, wurde 1510 Erzbischof von Gnesenu. mehrfach zn diplomatischen Missionen gebraucht;