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Bd. 12 (1877) Laing - Mettenleiter
Entstehung
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l Lassen -

I Lasten (Lazzcn, germ. Ant.), so v. w. Hörige.

I Lasten. 1) Christian, einer der Begründer derIndischen Alierthninskunde, geb. 22. Oct. 1800 znBergen in Norwegen, studirte seit 1819 zu Christi-' ania, seit 1821 in Heidelberg u. Bonn im AnfangJurisprudenz, hierauf, durch A. W. von Schlegelbeeinflußt, orientalische Philologie, vollendete seines Studien durch mehrjährige Arbeiten ans den Biblio-s theken von Paris, London u. Oxford, habilitirte sich; 1827 in Bonn n. wurde 1830 außerordentlicher u.

, 1810 ordentlicher Professor der altindifchen Sprache

! u. Literatur daselbst. Er st. 9. Mai 1876, nachdems er die letzten 10 Jahre wegen zunehmender Augen-s schwache sichvvmLehramtzurnckgezogenhatte. SeineStudien waren vornehmlich auf die Aufhellung des^ Indischen Alterthums gerichtet: sowol durch Ansga-i den, so der Fabclsaminlnng Hitopadesa (im Verein mitA. W. von Schlegel, Bonn 1829—31, 2 Bde., de-s, ren 2., der Commentar, zahlreiche kritische u. gram-f malische Bemerkungen L-s enthält), des Dramass Gitagovinda (Bonn1837), des 1. Actes des Dramas( Malatimadhaba(Bonn1832),eines BrnchstiickcsderSankhja-Philosophieinkz'innosopliiatnaivsinäieaspdiloeopliiao äooumonba (Bd. 1, Bonn 1831) undeiner ^nbstoloAin Lunnvribn, (Bonn 1837, 3. A. be-sorgt von Gildemcister, ebd. 1868), als durch gram-- malische Arbeiten in dem Ilssui 8ur 1s Lall (mitBurnous Paris 1826) n. den Institutiouss lin^uno; kraeritieao (Bonn 1837), den ersten größerenf Werken über diese Sprachen, endlich durch weit-umsassende antiquarische Forschungen, auf denensein Hauptwerk: Indische Alterthumskunde (1 Bde.,Bonn 1811—01,1. n. 2. Bd. in 2 A. 1867—71),eine Art Thesaurus für diesen Zweig der Wissen-schaft, anfgebant ist. Vorstudien dazu bildeten eine> Reihe von Abhandlungen thcils in Zeitschristen (fürn die Kmide des Morgenlandes, deren Mitherausgebern L. war, der deutschen morgenländischen Gesellschaftu. a.), theils selbständige, wie Os Lvniaputamlainstioa, Bonn 1827; I)o 'Uaprobans innula, ebend.1812; Zur Geschichte der Griechischen u. JnLofkythi-schen Könige in Indien, ebd. 1838. glicht wenigerergebnißreich waren seine Forschungen auf dem Ge-biet der iranischen Sprachen in der Entzifferung deraltpersischen Kcilinschriften (die Kcilinschriften znPerscpolis, Bonn 1836) u. der Erklärung des Zcn-davesta (in der Edition der 5 ersten Fargards desVendidad, ebd. 1852) n. verschiedenen Abhandlungen,an welche die über die Lytischen Inschriften und diealten Sprachen Kleinasiens (Zcitschr. der Deutschenmorgenländischen Gesellschaft, Bd. 10) und die überdie Sprache der Belndschen u. über die der Brahni(Zeitschrift für die Kunde des Morgenlandes, Bd. 1j u. 5) anznrcihen sind. Durch seine Beiträge zuri Deutung der Eugnbinischcn Tafeln (Bonn 1833)f endlich machte er einen ersten Versuch zur Aufhell-ung der nmbrischen Sprache. 2) Eduard, bcden-l tender Componist, geb. 13. April 1830 in Kopen-hagen ; studirte auf dem Brüsseler Conscrvatorinm,errang nach einander die ansgesctztcn Preise alsKlavierspieler, Compornst und begab sich, mit demgroßen Compositionspreis bedacht, auf eine längereRene nach Deutschland n. Italien. Die Aufführungseiner Oper König Edgard auf dem großhcrzoglichenTheater in Weimar, seiner Zeit in Brüssel znrück-gewiesen, verschaffte ihm 1858 dortselbst Stellung als

- Lasso.

Hofmusikdirector; nachdem Liszt zurückgetreten war,wurde Lassen Hofkapellmeister. Er componirteviele ausgezeichnete Werke, worunter die Opern:Frauenlob, der Gefangene; Symphonie in v-äur,Musik zu König Oedipus, zu Hebbels Nibelungen,zu Goethes Faust (als Mysterium in zwei Tagewer-ken eingerichtet von Otto Devrient), viele Lieder rc.

2) Siebenrock.

Laster von Zollhcim, Freiherr Joseph,österr. Minister, geb. 30. Sept. 1815 aus einer seit1708 in den Rcichsritterstand erhobenen Familie,in Werfen (Salzburg); studirte die Rechte zu Wien».trat 1839 in dieKammerprocuratur ein u. ward1816 u. 1817 bei der Hvskanlmer verwendet; 1818wurde er in den österreichischen Reichstag n. dannin das Frankfurter Parlament gewählt. Nach Auf-lösung des Kremsierer Reichstages 1819 wurde erMinisterialrath u. 1859 Sectionschef im Ministe-rium des Innern und bei der durch das October-diplom eingetretenen Umwandlung des bisherigenMinisteriums dcsJnnern in einStaatsministerinmunter gleichzeitiger Verleihung der Geheimraths-würde, Justizininister, übernahm aber, alsSchmer-ling im Dec. 1860 Staatsminister geworden war,die Stelle eines Verwaltnngsministcrs. Nach demSturze des Ministeriums Schmerling ward er unterBelcrcdi (Sept. 1865) zur Disposition gestellt undblieb Abgeordneter ans dem salzbnrgischen Groß-grundbesitz , bis ihm das sogen. Bllrgcrministeriumanfangs 1868 den Statthalterposten von Tirol über-trug. Zugleich ward er vom Kaiser in den Frei-herrnstand erhoben. In Tirol trat er den verfas-sungswidrigen Agitationen der Klerikalen mit mög-lichster Umsicht u. Energie entgegen, wurde aberunterdem Ministerium Potocki im Oct. 1870 wegen eineroppositionellen Abstimmung im Abgeordnetenhaus?wieder in Disponibilität versetzt. Er wirkte nunwieder als Abgeordneter u. verstand cs, durch takt-volles Vermitteln in vielen Fragen das Zusammen-gehen der Großgrundbesitzer mit der Linken zu ver-anlassen. Im Ministerium Auersperg (Nov. 1871)erhielt er, als Verfassungstreuer, das PortefeuilledesInnern. Sein Mandat fürSalzburg im Abgeordne-tenhause des Rcichsraths hat er beibehalten. Lagai.

Lasso, lederner Riemen, mit welchem die Süd--amerikaner die wilden Pferde, Büffel u. dgl. ein-sangcn; im SüLamerikanischen Befreiungskriegewurden sie auch als Kriegswaffe gebraucht.

Lasso, Orlando di, Orlauäua äsImssus, ei-gentlich Roland de Lattre, geb. 1520 zn Mons imHennegau, ist einer der größten Tondichter des 16.Jahrh. Er zeigte schon als Knabe großes musikali-sches Talent ».besaß eine sehr schöneSopranstimme.Dies veranlaßte den General Ferdinand Gon-zaga, ihn in seine Dienste zu nehmen und nach demniederländischen Feldzüge nach Mailand zu bringen,wo L. seine Studien vollendete. Nach Verlust seinerStimme zog er nach Neapel und machte 1511 eineReise nach Nom, wo ihn der Erzbischof von Florenzsehr freundlich empfing und als Kapellmeister anSt. Lateran empfahl. Die Nachricht von der Krank-heit seiner Eltern trieb ihn wieder nach MonS; daer aber seine Eltern todt fand, ging er mit dem Edel-mann Jinlio Cesare Brancaccio nach England nndFrankreich n. ließ sich 2 Jahre später in Antwerpennieder. Hier genoß er den Umgang mit hochstehen-