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Bd. 12 (1877) Laing - Mettenleiter
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Lnniaismus.

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zur Schau. Das Almosengefäß, das wesentlichsteKennzeichen des religiösen Bettlers, tragen die La-uten im Gürte! od.Äermcl; es ist eine Schale (tibet.Isinnx b., mong. tsü^iitsä. anchkiackir, daS sanskr.pabra) ans der sie allein essen dürfe»; außerdemtragen sic ein Fläschchen mit Wasser bei sich. DieAusstattung des Gelang wird noch vervollständigtdurch dasGebetsceptcr Dordschesräo-rüselw,Edel-stein), genannt, ein unseren Mörserkeulen ähnliches,aber verziertes Instrument, mit welchem bei allenCeremoniengcstiknlirt wird; das Gebetglöckleiiiltiber.ärik-bn, mongol. olwiiAvIio), das ebenfalls bei dengottcsdicnstlichcnVerrichtnngen fleißig in Bewegnnggesetzt wird. Obgleich alle Lamen das Gelübde ab-legen, bloß von Almosen zu leben, haben sie doch imAllgemeinen nicht mehr nöthig, betteln zu gehen, Sadie Klöster ans Ländereien und Zinsleistnngen diereichsten Einkünfte besitzen. Außergewöhnliche Ein-künfte sind Opfer, Geschenke n. die Honorare für diegeistlichen Dienstleistungen. Die Lamas sind nichtnur Fürbittcr bei Gott, sondern auch Ärzte, Stern-deuter u. Exorcistcn, daneben malen sie Heiligenbil-der, gießen solche in Erz, drucken n. schreiben Bücherab, fabricircn Relignicn, Amnlete, geweihte Pillentreiben auch wol Viehzucht, Garten- und Äcker-ban und Handwerke. Die Tibetanische Sprache istdurch alle lamaischen Länder die ausschließlich gottes-dienstlichen. kirchlich theologische; alle Bolksjprachensind vom Cnltns ausgeschlossen. In jedem Klosterist ein Lehrer des Gesetzes; in den größeren aber be-stehen förmliche Schulen od. Universitäten, auf denendie heil. Bücher erklärt n. Theologie nebst Zubehörgelehrt werden. Die berühmtesten sind die zu Lhassa,n. unter diesen ist wiederum die in Labrang die erste.

Die Theologie anlangeud, so hat der ältereBuddhismus keinen Güttcrdicnst, nur einen Cnltnsder Heiligen; auch im L. überwicgt der letztere, dochist er durch den Cnltns zahlreicher, namentlich siwai-tischer Götter, ja selbst durch schamanischen Geistcr-dicnst vermehrt n. verstärkt worden. Der Inbegriffalles Heiligen, die Gottheit ist nach der Scholastikdes L. in einer nicht selbstbewußten Trias enthalten,welche bei den Tibetanern 1vantsdio§-smim, d. i.göttliche Drei, bei den Mongolen llnrban Lrckoni(die drei Kleinode) heißt. Diese sind Buddha, dieHeilslehre n. der geistliche Verein. Alle drei werdenbildlich dargestellt n. in Gebete» angernfen. Da diedritte Person unzählige Persönlichkeiten znsainmen-faßt, so gebührt auch allen diesen, nach dem Maßeihres Verdienstes und ihrer Heiligkeit, Verehrung,wenigstens von Seiten des Laien. Doch wird ansder großen Menge gnostischer n. historischer Heili-gen nur eine gewisse Änzahl namentlich verehrt n.augcbetct, so unmittelbar hinter dem Religionsstifterdie Bodhisattwa Avalokneswara, Stellvertreter desBuddha, Lenker n. Regierer von dessen Kirche undSchutzheiliger Tibets; Mandschusri, die personifi-cirte Weisheit, und Maitrdja, der nächst-künftige

hisattwa stehen in der Theorie die Götter (Ickm),welche in den lamaischen Cnltns übergegangen sindn. von den Mongolen selbst mit zu den Bnrchanen(Buddha) gezählt werden. Unter den Göttern,welche ans dein indischen Volksglauben übergingen,treten zunächst hervor die vier großen Geister-könige (Rg'M tsdUwn bslii), deren Bildsäulenan den Eingängen der Tempel ausgestellt werden;ferner Indra (tibet. I)3olnrcksoliin, mongol. Osior-mnsäa), der alte indische Himmelskönig, n. im Ge-gensatz zu demselben Jama (tib. Lesiincksdw, niong.Ui'liiedian), der Herr der Todtcn, der Fürst der Un-terwelt, welcher die Verstorbenen unerbittlich richtetn. durch die Höllsnstrafen das- Gesetz Sakjamnnisansrecht erhält, deshalb auch tibet. Psoiwi-soimI,genau PselUwsr-rg'z'al, mongol. Komnn-dmn, d.i.Gesetz-König genannt. Um Letzteren grnppirt sichdas sivaitischePandämoninm, welches in der Lamai-schen Lehre die Stelle des Teufels vertritt n. von derPricsterschaft ebenso znm Schrecken für die Gewissender Laien gebraucht wird, wie der Teufel mit seinenGesellen im chrisil. Mittelalter. Die acht furcht-baren Gottheiten (mongol. Kaiman vosiselnt)sind der Mehrzahl nach nur verschiedene Manifesta-tionen des Siva. Zn Len schrecklichen Gottheiten,wenn auch nicht zn jenen acht, zählt auch Va-dschrapäni(sansk. Blitzhalter), der Herrscher im Don-nergewölk. Unter den weiblichen Gottheitenerblickt man in den Tempeln am häufigsten die Bil-der der beiden Dolma (srZrol-ma, Erlösen») oderDara Eke.

In Betreff des Cnltns n. zwar a) der Heili-gen Orte, ist die Bauart n. innere Einrichtung derlamaischen Tempel (Iba silmnb, d. i. Gottes Haus),durch dogmatnche Anschauung festgestellt, in Bezugauf Stil im Allgemeinen eine Mischung indischer u.chinesischer Architektur n. Ornamentik. Den Grund-riß bildet immer ein genau nach den Himmelsge-genden oricntirtes Rechteck. Das Innere zerfällt indreiHaupttheilc: den Borhof, die eigentliche Tempel-Halle n. das Allerheiligste. In letzterem thront dasHanptidol, der Buddha, gewöhnlich unter einemBaldachin n. inmitten anderer Heiligenbilder, oderdie ganze Dreieinigkeit; zn deren Füßen steht derAltar od. der Opfertisch. Die inneren Wände sindgewöhnlich in sehr lebhaften n. frischen Farben ge-malt, oder mit Tapeten, Bildern und Schnitzereienaller Art verziert. Anßer den Tempeln sind alsreligiöse Stätten n. Bauwerke noch zn nennen: diekleinen Bethänscr oder Kapellen (tsim-Ielumg-), woman kleine Bilder ans Thon od. Teig (tslnr-bslm)verwahrt, in der Reihe der Tempel, an den Straßenin der Steppe angelegt; die buddhistischen Thürmeoder Pyramiden (sansk. stnpa, tibet. bLekwr-ton,genau mbsesisiocl-rton), mehrere in der Nähe derTempel; die nur in Tibet n. dem Himalaja sich fin-denden Manis (Edelsteine), an Straßen und viel-betretenen Plätzen, in steinernen Mauern od. Säu-len bestehend, auf denen die heilige Gebetsformel

Buddha nach Sakyamnni. Unter den historischenPersönlichkeiten nimmt der Reformator Tsonkhapa! eingegrabcn ist; die Gcbcträder od. -cylindcr (nmnidie erste Stelle ein; Bilder und Relignien von Na-^tselüroi-kUwr, köstliches Religionsrad), auch blosgärdschnna, von Alischa und Brom Bakschi werden Mani genannt, mit Gebetsformel» beschriebene od.aller Orten verehrt. Die wiedergeborencn Hierar-! vollgestopfte Tonnen od. Cylinder (oft von riesigemchen, der Dalai. n. Bogdo-Lama, die Ehntnktcn rc., Umfange), deren einmalige Umdrehung ebensovielnehmen auch einen guten Theil der Verehrung für gilt und wirkt, als das Hersagen^aller in ihr cinzc-ftch in Anspruch. Tief unter den Buddhas n. Boü- ^ schlossencn Gebete; Masten und Stangen, an denen