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Bd. 12 (1877) Laing - Mettenleiter
Entstehung
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Lamaismus.

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b (14031425) erfuhr. Begründer dieser Reformä istderGelchrte ».Heilige Tsonkhapa (geb.1355),dessen Namen in Tibet, in der Mongolei n. bei denKalmücken fast ebenso hoch gefeiert ist,als derBnddhas,r nnd dessen Leben der Legende reichen Stofs gebotenhat; er begann mit größtem Erfolg durch Rede n.Schrift reformatorisch zn wirken, begründete 1407oder 1400 unweit der Hauptstadt das Kloster Gal-dan und im folgenden Jahrzehnt noch zwei großeKlöster nnd st. 1417 (oder 1429). Tsonkhapa warder Begründer der Gelnkpa oder Tngendsectc, diesich auch nach ihrem Heimathskloster Gal da» Panennt und als unterscheidendes Merkmal die gelbeMutze (slnr sror) im Gegensatz gegen die ältere rothe(slnr mar) annahm. Die wichtigste Disciplinar-rcform, die sich an die Annahme der gelben Mützeknüpfte, war das Gebot des Cölibats für die Reli-giösen; auch beschränkte Tsonkhapa die Ausübungder Magie und stiftete die großen gemeinschaftlichenGebete, die während der ersten 15 Tage des La-maischen Kirchenjahrs abgehalten werden. Ihm n.feinen Nachfolgern gelang es, die Mitglieder allerSectcn für seine Reformen zu gewinnen, so daß ge-genwärtig die Zahl der Roth mutzen im eigent-lichen Tibet gegen die der Gelbmützen nur einesehr geringe ist. Tsonkhapa gilt als JncarnationAmitabhas nnd besitzt in allen Tempeln der Gelb-Mützen Bilder. Seine Reform führte zn einer neuenEntwickelung der Hierarchie nnd gab einem neuendoppelten Papstthnm die Entstehung.

An der Spitze der Lamaischen Kirche, zunächst derGelbmützcn, stehen seitdem zwei oberste Bischöfe,von denen der eine zn Lhassa, der andere zn Ta-schilnnpo unweit Dsigartse in Hinter-Tibet (Tsang),residirt. An Rang, geistlicher Hoheit n. Heiligkeitstehen beide einander gleich; beide weihen, ordinirenu. segnen sich gegenseitig. Beide Kirchenfürsten ster-ben nicht, sic wechseln nur die körperliche Hülle nndwerden stets für dieselbe Stellung wieder geboren,d. h. die höchsten geistlichen Würden werden mit Kin-dern besetzt, die für Wiedergeburten der früherenInhaber dieser Würden nnd damit zugleich für in-^ carnirte Heilige gelten. Diese hierarchische Praxisder stetigen, ununterbrochenen Jncarnation ist dasSystemder ChnbilganischenErbfolge, wie manes mit einem mongolischen Worte benannt hat (mon-golisch :elinbil§a.rt,tibetns 2 prnlpa(bnlpa.),heißtVcr-wandlnng n. Jncarnation. Der Ursprung des zwei-fachen Papstthnms selbst ist nicht klar; entweder sindbeide Patriarchate gleich alt nnd haben unmittelbarnach dem Tode Tsonkhapas begonnen, oder die Ein-setzung des Bogdo-Lama ist jünger, als die des Da-lai-Lama, nnd fallt erst nach Erbauung der Kloster-residenz. DererstsDalai-LamawarGednnDnbpa,1473 oder 1476, unter dem die Gelbmützcn außer-ordentlich erstarkten u. viele Klöster gestiftet wurden,bcs. 1445 oder 1447 Taschilnnpo, bis jetzt die Cen-tralstätte der Lamaischen Kirche in Hinter-Tibet nndResidenz des zweiten Großlama. Um 1470 sollenbeide tibetanische Großlamen vom chinesischen KaiserTsching-Hoa (146587) Diplom n. Siegel erhaltenhaben und im Rang über die früher unter Jong-lopatentirten Fürsten gestellt worden sein. Sein Nach-- solger Ge-dnn Dschamtso 1474 (1476) bis 1510(1542) ordnete die Organisation des Kloster- nnd. Kirchenwesens n. trennte die Verwaltung der geist-

lichen von den weltlichen Angelegenheiten. Der dritteDalai-Lama, Sod-nam Dschamtso, dessen Mensch-werdung 1543 erfolgte, gab dem Papstthnm zuLhassadie festeste Stütze, indem er die Mongolen, bei wel-chen inzwischen der alte SchamanismnS wieder dieOberhand gewonnen hatte, von Neuem seinem geist-lichen Scepter unterwarf. Als eigentlicher Bekehrerder Mongolen wird noch jetzt der Lama Arik oderAschik verehrt, der als Gefangener des Altan Kha-khan um 1566 nach der Mongolei kam; die eigent-liche Wiedereinführung des L. erfolgte 1577, als derDalai-Lama selbst nach der Mongolei kam, sich mitAltan persönlich vereinbarte n. in dessen HauptstadtKnknchoto denMandschnSri Chntnktu als Patriarchenfür die Mongolen znrücklicß. Der Kirchcnfürst, dersich übrigens factisch vom chinesischen Hofe losgesagthatte, wußte wohl, Laß er an dem Khakhan derMon-golen eine mächtige Stütze gewonnen hatte; er reistedaher nach dem Tode Altans (1583) abermals nachder Mongolei, Tun dessen Sohn zn weihen, n, ließsich nach seinem eigenen Tode (um 1588) in derMongolei von Dara Chatnn, der Gemahlin einesEnkels Altans, wiedergebären. Unter diesem Dalai-Lama, der vierten Wiedergeburt, der schon um 1616die Erde wieder verließ, erhielten die Mongolen1604 in dem Chntnktn Ssampa Dschamtso eineneigenen Bicarins, der anfangs mit den Kalka-mongolen nmherzog, später aber seine Residenz indem Tempelkloster Kuren an der Heerstraße vonKjächta nach Peking ausschlng, nächst den beidentibetanischen Großlamen unter allen Großwürden-trägern des L. der erste an Rang ist n. von den Mon-golen gewöhnlich Maidari (dergütige) Chntnktn,auch Gegen Chntnktn (d.i. leuchtende Chntnktn)genannt wird. Der berühmteste unter allen geist-lichen Souveränen von Lhassa ist aber der fünfteDalai-Lama, Ngagwang Lobsang. Während derlangen Zeit der Vormundschaft, welche durch denfrühen Tod seines Vorgängers über Tibet gekom-men war, hatte sich der südliche ».südwestliche Theildes Landes, wo dis Rothmntzen noch die Oberhandhatten, unter einem eigenen König Tsan-po unab-hängig gemacht nnd bedrohte die geistliche Herrschaftder Gelbmützcn. Der Dalai-Lama erhielt jedochHilfe von den bereits eifrig dem L. anhängendenKalmücken, welche unter Gnschi (Gnjascha) denTsanpo schlugen, in seiner Residenz Dsigartse bela-gerten n. tödteten (1643). Nach dein Siege über-gab Gnschi dem Dalai-Lama die weltliche Sonve-ränetät über Tibet; auch soll derselbe sogleich vonallen Kalmücken als politisches n. kirchliches Ober-haupt des Landes anerkannt worden sein. Zniit^jci-chen, daß die Gewalt der alten Königs von Tibetauf ihn übergegangen sei, erbaute Ngagwang aufdem Berge Potala, wo einst die Königsbnrg gestan-den hatte, das Tempelkloster, in welchem der Dalai-Lama noch heute residirt. Über die späteren Dalai-Lamas s. Tibet (Gesch.). Die geistliche Autorität derTibetischen Päpste reicht weil über die Marken ihrerweltlichen Herrschaft hinaus. Außer dem eigent-lichen Tibet gehören dazu: Vhotan, Sikkim, Theilevon Nepal n. Kanalvar; ferner Ladakh. In Chinagibt es Lamaklöster nur in Peking n. den Nachbar-provinzen Tibets; dagegen sind Sifan oder Tangnt,die Mongolei, die Provinz Thianschan pe ln, die Bn-räten ».Kalmücken in Rußland dem L. zngetha».