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Bd. 12 (1877) Laing - Mettenleiter
Entstehung
Seite
8
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Lamaismus.

5 Lama

6. Mai 1766 wurde er vom Parlamente zum Todeverurtheilt, 3 Tage danach enthauptet. 1778 wurdeder Proceß rcvidirt und seine Unschuld anerkannt.2) Trophime Gerard, Marquis vou L., geb.i>. März 1751. Die Energie, mit der L. den Rufseines unschuldig Hingerichteten Bakers wiederher-stcllte, verschaffte ihm die Gunst Ludwigs XV., derihn zum Knrassicrhauptmaiin ernannte. 1789 zumDeputirten gewählt, schloß er sich erst den Gemeinenu. der engl. Schule an, sprach gegen die Gesetze des4. Aug. für das absolute Veto, wurde jedoch ange-sichtsder deiiiokratischeuAusschreitnngen bald andernSinnes, ging nach den Octobertagcnnach der Schweiz,kam 1792 zurück, um dem König zur Flucht zu Hel-sen, wurde verhaftet, wieder sreigelasseu u. flüchtetenach England. Nach dem 18. Bruinaire kehrte erzurück, lebte in Bordeaux, wurde 1815 Mitglied desLoussik privs u. Pair und 1816 Mitglied der Aka-demie. L. vertheidigte die Constitution, sah aber ineiner kräftigen Aristokratie die Grundlage des Staa-tes. Er st. 11. März 1830. Von ihm: Usksnss«tos ölviArsL jranyais, 1797 (in zwei Monaten 10Allst.); Zlömoiros conoernilui Llaris Xntoinslbs,Lond. 1804; Lssai sur In vis ckostVentnvortti, Lond.

1 s Teicher. 2) Volchert.

Lama, tnchartiges Wollenzeua; glatt, geköpertoder klein gemustert; wenig gcwant, auf der rechte»Seite etwas gerauht u. nur wenig geschoren, ähnlichdein Flanell; halbwollen L., Kette baumwollen,Schuß strcichwolleu; einfarbig, mehrfarbig, gestreiftu. karrirt; häufig zu Mänteln und Franenkleidernverarbeitet.

Lama, Xusllönia Gatt, der Familie derkameelartigeu Wiederkäuer, Ordnung derPaarzeher.Gebiß: SchncidezähneH, Eckzähne-j-, BackenzähneKopf lang, Hals lang, aufrecht gebogen, Rücken ohneHöcker, Schwanz kurz, lang behaart. Oberlippelang, sehr beweglich Ohren schmal u. spitz. Zehengetrennt, jede mit schwieliger Sohle. Südamerika,vorzüglich im Gebirge der WKüste. Während derRegenzeit bewohnen sie in Rudeln da? hohe Gebirge,die Niederungen werden von ihnen die übrige Jah-reszeit hindurch besucht. Gereizt, speien sie denFeind an. Die cultivirteu L. werden nützlich alsLastlhiere u. liefern in Milch u. Fleisch Nahrungs-mittel, auch ihre Wolle ist geschätzt. Alle erreichendie Größe des Esels. Arten: X. Iiuanaoo N. §«r.,Huanaco, Stammart des zahmen L. (X. iamaÄesm.); 71. vieunna Denn., stammart des Alpaco(X. xaeos Tefinckr). Alle L. besitzen ein langes,meist Helles Haarkleid. Farwick.

Lama, s. Lamaisnins.

Lamächos, Feldherr der Athener zur Zeit desPeloponuesischen Krieges, befreite im Auftrag desPerikles 453 Sinope von feinem Tyrannen; 424segelte er mit 10 Schiffen nach dem Pontos, schei-terte aber bei Heraklea; 421 war er, obwol stets fürden Krieg gestimmt, einer der Unterzeichner desFriedens des Nikias u. wurde 415 mit diesem u. Al-kibiades zum Feldherr» für die Expedition nach Si-cilien gewählt, wo über seinen Kriegs-plan, geradezuauf Syrakus zu steuern, wie über den vorsichtigenu. zaudernden des Nikias der deSAlkibiades siegte;er fiel im Kampfe vor Syrakus 414. Eichhoff.

Lamaismns, die eigenthümliche Form, welcheder Buddhismus (s. d.) bei den Tibetanern, Mon-

golen u. Kalmücken angenommen hat. Infolge derwährend eines halben Jahrtausends nach ihrer Ver-kündigung sehr erweiterten räumlichen AusdehnungdicserLchre bildeten sich zwei so zu nennende Kirchen,eine nördliche u. eine südliche, von denen die erstcreüber die ältere Gestalt derLehre weit hinanSging. Inihr kam das auszeichnende Dogma von der GroßenUcberfahrt (irnUiirsülm), die Rangstufen der Heiligenabmarkend, zur Geltung. So entstand eine Hier-archie von sogen. Bodhisattwa, die, nur den voll-endeten Buddha noch untergeordnet, alle übrigenWesen überragen. Zn ihnen gehören die Dhjnui-Buddha (L. der Beschallung), d. h. im reine» Aetherwohnende Abbilder der auf Erden gewandelt haben-den Vollendeten, deren Amt darin besteht, die Lehredes Hingegangenen auf Erden zu überwachen. Je-der von ihnen zeugt durch Emanation einen geist-lichen Sohn, seinen Stellvertreter auf Erden. UnterLiesenDhjani-Buddha nehmen zwei: Amitäbha u.sein cmauirter Sohn P ad m apä ui, als Vertreter desBuddha gegenwärtiger Wcltperiode, hervorragendeStellen ein. Die hierarchische Ausbildung der Buddha«lehre erfolgte seit Mitte des 7. Jahrh. in Tibet, woKönig Srongdsan sie in ihrer scholastisch-mystischenGestalt cinführte. Im 8. Jahrh. vermittelte derberühmte ans Indien berufene Geistliche Padina-Sambhawa die Übersetzung aller, dem Buddhazugeschriebcnen Lehren unter dem Titel Gandschur(genau diea-Azmr, d. i. Übertragung der sheiligensGebote) ins Tibetische. Der dritte'Glaubenskonigwurde ob unerträglich gewordener Priestcrherrschaftermordet n. eine Zeitlaug lag die Heilslehre darnie-der, bis sic im 10.11.Jahrh. von Neuem erstand,um immer festere Wurzel zu schlagen. Tibet wurdeein in Bielherrschaft gespaltenes Land voll Klöstern,welche das Volk in Leibeigenschaft hielten, bis einwahres Papsithum von cmauirteu Söhnen zweierDhjani-Buddha aufkam. Außer Tibet ist der eigent-licheL. fast nur bei dcndurch Tibet bekchrten llNongolenfestgewurzelt. Schon TschiuggiS-KhanS erste Nach-folger scheinen ihm günstig gewesen zu sein. Densieg erlangte die Heilslehre aber erst unter Kublai-Khan (126094), der sich ihr entschieden zuwandteu. zugleich den 19jährigen Mali Dhwädscha, Abt desSajaklosterS n. seitdem unter dem Namen Paspa(vonsrabiiis) bekannt, förmlich als Haupt der La-maischenGeistlichkeit u. auch als ziiiSpslichtigen Herr-scher von Tibet anerkannte, wenngleich die wirklicheRegierung des Landes dreien höchsten, vom Kaiserzu ernennenden weltlichen Beauelen übergeben wurde.Das Volk der Mongolen, welches die von seinemKaiser bevorzugteRcligion bald auuahm, erhielt mitderselben die uigurischc Schrift u. die Anfänge einerLiteratur. Dagegen nahm im ganzen Reiche Kn-blais n. seiner Nachfolger die Priesterwirthschaft soüberhand, daß ihr Druck eine der Hauptursacheuzum Sturze der mongolischen Dynastie (der Juan)in China geworden zu sein scheint. Während unterdieser die Äbte vonSaja in ihrerStcllung als KönigederLehre ».Vasallender Beherrscher Chinas sich be-haupteten, verfolgte die Mingdynastie eine anderePolitik, indem sie die Macht'jedes Einzelnen durchErtheilnug derKönigswürde au mehrere andere tibe-tische Patriarchen schwächt- u. durch diese Schwäch-ung der geistlichen Centralgewalt die Umgestaltungermöglichte, welche der L. unter Kaiser Jong-lo