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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
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196 Der Minister d. Ausw. Angelegenheiten; die MaigeseHe.

dem auf der einen Seite oder anderen Seite ein Austrittaus dem Kabinet stattfand.

Ich habe es daher für meine angelegentlichste Auf-gabe gehalten, den jetzigen Personalbestand des Kabinetsüber diese Krisis hinüberzuführen, so daß aus einem Aus-scheiden keine Rückschlüsse auf Meinungsverschiedenheiten,sei es zwischen Seiner Majestät und den Räten derKrone, sei es innerhalb des Ministeriums, gemacht wer-den konnten. Gerade angesichts der wichtigen Aufgaben,die Ihnen, meine Herren, vorliegen, schien es mir vonder höchsten Wichtigkeit, das bisherige Ministerium diesenAufgaben in möglichster Geschlossenheit entgegenzuführen,und ich glaube, wir werden die Wirkung davon in denResultaten bei den Abstimmungen nicht zu bereuen haben.

Die Vervollständigung des Ministeriums aus derMajorität der Kammer, — ja, meine Herren, das ist sehrviel leichter gesagt, als gethan. Um das zu thun, mußman eine mehr oder weniger konstante Majorität haben.Wo liegt die Majorität, dieses Arkanum des konstitutio-nellen Systems? Das war in England sehr leicht zusehen; so lange es nur zwei Parteien gab, Whigs undTories, war es ein einfaches Rechenexempel: man zähltenach, und wer die Majorität hatte, setzte sich in den Besitzder Verwaltung. Das ist auch in England nicht mehrthunlich; und das halte ich für das wesentliche Motiv,warum die englische Regierung in ihrer inneren Verwal-tung nicht mehr dieselbe konstante Energie nach bestimm-ten Richtungen verfolgen kann, wie früher. Es gibt jetztwenigstens fünf Fraktionen, mit denen gerechnet werdenmuß, von denen man schon die Vertreter mehrerer zu-sammengreifen muß, unl überhaupt zu einer Majoritätzu gelangen, eine Majorität, die schwankend wird, indem