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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
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Das parlamentarische Regime.

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stimmt worden wäre, daß Beschlüße, die mir zuwidergefaßt wären, wenn ich auch vielleicht nicht alles durch-setzen konnte, was ich wünschte —ich bin darin vielleichtauch zu sanguinisch und zu rasch — wenigstens nicht mitdem Aufwands von Mitteln, die mir bei meiner sonstigenThätigkeit als Ueberschuß verbleiben.

Ob es nützlich ist, dem preußischen Staate eine an-dere Verfassung, auch in dieser Beziehung mehr der eng-lischen ähnlich zu geben, und ich glaube, der Herr Vor-redner erstrebt einen solchen Zustand,-wir sind dem-

selben näher gekommen, wenn ich auch nicht glaube, daßwir ganz zu demselben gelangen werden, dazu sind dieNationen in ihrer ganzen Zusammensetzung zu verschie-den. Es kann ja sein, daß man es für wünschenswerthält, daß das preußische Ministerium anders organisiertwerde, daß unser Staatsrecht geändert werde, daß un-serem Ministerpräsidenten mindestens die Befugnisse, wiesie etwa der Präsident eines Regierungskollegiums hat,das Inhibieren, das Veto auf königliche Entscheidung hin,beigelegt wird, das alles ist aber nicht vorhanden, undich kann so rasch die Dinge nicht ändern, wie meineKräfte verbraucht werden, ich muß meine Aenderungenrichten nach den Dingen, wie sie bis jetzt liegen. Derrichtige Ausdruck der jetzigen Sachlage wäre eigentlichder, daß man den Titel des Ministerpräsidenten, dernichts weiter bedeutet, ganz fallen ließe und lediglich nachdem Prinzip ginge, daß von den gleichberechtigten achtMinistern jederzeit der älteste den Vorsitz führte. Sollaber der Titel des Ministerpräsidenten irgend etwas sichder Idee, die man sich von seinem Ansehen und seinemEinflüsse macht. Näherndes gewinnen, dann erfordert esnach der heutigen Lage einen solchen Aufwand von taux-

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