Die Herabsetzung oder Aufhebung der Salzsteuer. 157
Mann besonders drückende bezeichnet worden. Als man indem Lokale am Dönhofsplatze über die Tabakssteuer sprach,erinnere ich mich, daß „die Pfeife des armen Man-nes" eine sehr große Rolle spielte*). (Heiterkeit.) Wievon Petroleum gesprochen wurde, war es die Beleuch-tung des armen Mannes; aber solange wir nochdas Brot und das Fleisch besteuern, muß ichsagen, rechne ich dergleichen Aeußerungen indas Gebiet derjenigen politischen Heuchelei,die man auf politischem Gebiete für erlaubt hält (O!O! Pfui!) und sich und anderen konzediert. Meine Herren,Sie sehen, ich nehme mich nicht aus. Ich mache unterUmständen auch davon Gebrauch. Etwas Verletzendesliegt also darin nicht, und in konstitutionell ausgebildetenStaaten geht der Accent, den man unter Umständen auf„die Pfeife des armen Mannes" legt, als könnte er dieSpeise leichter als den Tabak entbehren, viel weiter alsbei uns; aber ich muß sagen, solange wir in einem sehrgroßen Bundesstaate noch das Brot und das Fleisch be-steuern, haben wir kein Recht, die Salzsteuer auf dieseWeise zu brandmarken, als wäre es gerade ein Mangelan Pflichtgefühl, daß die Regierungen sie nicht schon langeaufgehoben haben. Solange von dem armen Manne,von dem es zweifelhaft ist, ob er nach Ihrer Ansichtseine neun Silbergroschen für das Salz aufbringen kann,— von dem ich aber nicht zugebe, daß er sie vollständigträgt, denn der Abg. Grumbrecht ist uns für seine zwölfSilbergroschen jeden Beweis schuldig geblieben, ich stelledem die Behauptung gegenüber, daß er nicht einmal dieseneun Silbergroschen vollständig trägt —aber solange, sage
*) Vgl. Bd. IV, S. 278 und 306, wie überhaupt die steuer-politischen Reden desselben Bandes.