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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
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Die Reichstagssession 1872.

ich, wie Sie von dem armen Manne 1530 SilbergroschenKlassensteuer in den letzten Stufen nehmen, so kann erauch für diesen Betrag kein Salz kaufen für das Geld,das sie ihm in Gestalt der Klassensteuer abnehmen. Also,wenn Sie den Leuten bei dem Salze eine Erleichterunggeben wollen, ihnen aber dafür das Geld direkt aus derTasche nehmen, ohne sie zu fragen, ob sie satt sind odernicht, ohne sie zu fragen, ob sie dafür Salz kaufen wollenoder nicht, so kann ich Ihnen das Recht nicht einräumen,die Salzsteuer, als ob sie die allerschlechteste sei, als obes gewissermaßen eine Schmach für die Regierungenwäre, sie noch weiter bestehen zu lassen, darzustellen.Man muß sich überhaupt, wenn man den Staat ernstlichwill, und wenn man in sich das Gefühl der staatlichenVerantwortlichkeit hat, hüten, von irgend einer Steuer,die man heute noch nicht entbehren kann, mit dieser, ichkann wohl sagen, Maßlosigkeit zu sprechen, als wenn eseine ungerechte Bedrückung wäre, daß sie überhaupt nochgezahlt wird. Alle Steuern sind unangenehm,alle lästig, und alle haben die traurige Eigenschaft, daßerst diejenigen, welche von der großen Masse, von denArmen gezahlt werden, überhaupt dem Finanzministerden Seckel füllen, indem die Reichen nicht zahlreich genugsind, um sie allein decken zu können. Aber es macht mirden Eindruck: so oft wir über eine Steuer verhandeln,ob sie abgeschafft oder eingeführt werden soll, ist geradeimmer die, welche das Reich hat oder braucht, diejenige, welchedie allerdrückendste ist. Ich möchte das Glaubensbekenntnisablegen und offen bekennen ich muß den Mut derVerantwortlichkeit und der Meinung haben daß ichdie Salzsteuer noch nicht für die schlechteste unter denbestehenden halte, daß ich für das Reich die Matrikular-