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Die Reichstagssession 1872.
beseelter Kanzler jemals seine Zustimmung dazu gebenwird, daß die eigenen Einnahmen des Reiches ohne hin-länglichen Ersatz vermindert werden. Die Anweisung aufandere Steuern ist problematisch, die Anweisung aufMatrikularbeiträge kann ich nicht annehmen. Wenn vonseiten solcher Elemente, die ich als zentrifugalebezeichnen möchte, die Hinweisung auf die Matri-kularbeiträge bereitwillig entgegengenommen wird, alsErsatz für die eigene Reichssteuer, so kann ich mir dassehr leicht erklären, indem aus einem Reiche, welchesnur auf Matrikularbeiträge gegründet märe, in Fällen,die ich nicht voraussehen und nicht erleben mag, dieFreizügigkeit außerordentlich erleichtert wird. Manwürde seine Sachen beim Auszuge sehr bald mitnehmenkönnen. Das große Bindemittel einer starken gemein-samen Finanzeinrichtung, eines gemeinsamen Finanz-systems fehlt einem Reiche, welches nur auf Matrikular-beiträge begründet ist. Daß die Matrikularbeiträge un-gleich treffen, ist eine Sache der Gerechtigkeit, aberdaß man sie überhaupt zu vermindern sucht, ist meinesErachtens Aufgabe einer wohlerwogenen Neichspolitik. Ichweiß nicht, ob es nicht noch schlechtere Steuern, als dieSalzsteuer, in den einzelnen Ländern gibt, und ich möchtedoch dagegen auch Zeugnis ablegen, daß nicht geradediese Reichssteuern, — wir haben sehr wenig Objekte,die wir im Reiche besteuern können, sie sind vertrags-mäßig festgestellt, — so gekennzeichnet werden, als seiensie höchst ungerechte, und es sei eine unnötige Be-drückung des armen Mannes, wenn sie auch nur nocheinen Tag in dem Maße fortbestünde, in dem sie seitJahren bestanden hat. Es ist jedesmal die Steuer, diedas Reich gerade am meisten braucht, als eine den armen