z 40 Dis Landtagssession 1871—1872.
bericht Leidenschaftlichkeit vorgeworfen habe; Bestre-bungen aber lassen sich doch schwer außer Gemeinschaftmit ihren Trägern Niederschlagen. Die Träger werdenimmer mitgetroffen. (Große Heiterkeit.)
Auch Graf Mielzinski beschwerte sich: „Die Worte des Für-sten Reichskanzlers legen jedem polnischen Edelmann die Pflichtauf, sich persönlich zu verteidigen. Ich glaube nun, da ich eben einpolnischer Edelmann bin, im Namen meiner andern hier anwesendenLandsleute antworten zu müssen." Darauf Fürst Bismarck:
Ich kann die Sache vielleicht durch eine faktischeBemerkung beschwichtigen. Der Herr Graf Mielzinskiwill das Wort für „die anderen" nehmen. Ich habenicht behauptet, daß er zu „den anderen" gehört, undihm daher keinen Anlaß zu persönlicher Bemerkung ge-geben. (Große Heiterkeit.) Ich erkläre ausdrücklich, daßich alle anwesenden Herren in die Kategorie rechne, indie ich den Herrn Grafen Bninski stelle, womit ich sagenwill, daß sie nicht zu den „anderen" gehören, in derenNamen Herr v. Mielzinski sprechen will.
10. Are Theorie vom beschränkten Unterthonenverston-e.
7. März 1872.
In der 14. Sitzung am 7. März setzte das Herrenhaus dieBeratung des Schulaufsichtsgesetzes fort. An der Debatte beteiligtensich u. a. Herr v. Kröcher, welcher etwa ausführte, der HerrMinisterpräsident habe gestern gesagt, es sei Ueberhebung, wenndas Herrenhaus die Sache besser verstehen wolle als das Ministerium.Er, der Redner, könne diese Theorie des beschränkten Unterthanen-verstandes, welche hiermit reaktiviert werde, nicht acceptieren. Derwährend der Rede eingetretene Ministerpräsident nahm sofortdas Wort: