Das Schulaufsichtsgesetz im Herrenhause rc. izg
wesen; es hat seine übertriebene Wichtigkeit erst durchden uns ganz unerwarteten Widerstand der konservativenPartei evangelischer Konfession bekommen, ein Wider-stand, in dessen Genesis ich hier nicht näher eingehenwill — ich könnte es nicht, ohne persönlich zu werden —der aber für die Staatsregierung eine tief schmerzlicheund für die Zukunft entmutigende Erfahrung bildet. Ichkann indessen, nachdem ich Ihnen auseinandergesetzt habe,in einer Offenheit, zu der konservative Leute die Staats-regierung niemals zwingen sollten, — Sie sollten mehrVertrauen zu uns nach zehnjähriger Regierung haben.Sie sollten uns etwas mehr aufs Wort glauben inDingen, die wir verstehen müssen, — nachdem Sieuns zu dieser Offenheit genötigt haben, mit der ich die Ge-nesis dieses Gesetzes und seine Tendenz dargelegt habe,. . .mit anderen Worten, Sie sollten die Notwendigkeit, daßunsere bisher nicht deutsch sprechenden Landsleute Deutschlernen, anerkennen. Das ist für mich der Hauptpunktdieses Gesetzes, und ich hoffe, daß das Herrenhaus miteiner möglichst großen Majorität, mit einer Majorität,die der Regierung den dankbaren Eindruck läßt, daß sieauch in dieser wichtigen Sache, wie sonst, die Unter-stützung des Herrenhauses gehabt hat, die Vorlage derNegierung so annimmt, wie sie jetzt vorliegt. (LebhaftesBravo.)
Einige „thaisächliche Berichtigungen" knüpften sich an dieseRede. Herr v. Waldaw-Steinhöfel erklärte, er habe von demRecht und der Pflicht, seine persönliche Ansicht auszusprechen, leiden-schaftslos Gebrauch gemacht. Ferner habe er nicht gesagt, Leute,sondern Bestrebungen sollten niedergeschlagen werden. FürstBismarck:
Ich erlaube mir, faktisch zu berichtigen, daß ichnicht dem Herrn v. Waldaw, sondern dem Kommissions-