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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
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Die Landtagssession 1871—1872.

Faktoren über einen so weiten Umfang von Ideen, wiein einem Unterrichtsgesetz, herbeizuführen, vorläufig miteinem kürzeren Gesetz, wenn Sie wollen, mit einem ge-wissen Notstandsgesetz, Abhilfe zunächst zu versuchen.

Der Herr Graf Bninski hat, wie viele Redner auchin dem andern Hause vor ihm und wahrscheinlich auchin diesem, um den Eindruck und die Stimmung zu schil-dern, aus die eingegangenen Petitionen wiederum einenerheblichen Accent gelegt. Meine Herren! In allen ka-tholischen Bezirken ist es bei dem Ansehen, dessen sichdie Geistlichkeit erfreut, außerordentlich leicht, Petitionenzustande zu bringen, auch wenn man nicht lauter Peti-tionen mit unterkreuzten Unterschriften annehmen will.Aber noch viel leichter ist es in den polnischen Be-zirken, wo die Leute an eine gute Disziplin gewöhnt sind.Es ist so leicht, daß es mir z. B. neuerlich nachgewiesenist, daß zur Zeit des Reichstages die Petitionen für SeineHeiligkeit den Papst von den deutschen Mitgliedern desZentrums bestellt und abbestellt wurden. Es hat mirbeispielsweise eine neuerliche polizeiliche Beschlagnahmevon Papieren einige Briefe zu Gesicht gebracht, vonwelchen die Polizei notwendig hielt, die höchsten Behördenin Kenntnis zu setzen, um ihnen Leitfaden und Anknüpfungs-punkte bei etwa späteren Untersuchungen auf anderemFelde zu geben. Es fand sich darunter ein Brief eineshervorragenden Mitgliedes der Zentrumspartei an einenhochgestellten und neuerdings vielgenannten Kanonikus,Priester in Posen, in dem ihm, wenn ich mich rechterinnere, gesagt wurde: „Schicken Sie uns jetzt keinePetitionen mehr an den Reichstag."

Dasselbe wurde gleichzeitig von einem vielgenanntendeutschen Bischöfe in französischer Sprache ebenfalls nach