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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
Entstehung
Seite
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Das Schulaufsichtsgesetz im Herrenhause rc. 125

der Provinz Posen hin ausgesprochen: „Hören Sie jetztauf mit Petitionen, im Reichstage Hilst das doch nichts,da führt es nur zu unangenehmen Diskussionen." „Abersetzen Sie ja, sagt der erste Briefsteller, demnächst diePetitionen in regelmäßigen Zwischenräumen fort, richtenSie dieselben aber nicht an den Reichstag, sondern richtenSie sie direkt an die Fürsten, dort macht es immer-hin mehr Eindruck." Der Briefsteller sagt: „Wenn wirauch von den deutschen Fürsten nichts zu erreichen hoffen,so steht doch früher oder später mit Sicherheit in Aus-sicht, daß die katholischen Mächte zu gunsten Sr. Heilig-keit einschreiten werden, und dann werden die deutschenFürsten nicht wagen, dieses Einschreiten zu hindern, wennsie durch die Petitionen den Eindruck bekommen, daßdie katholische Bevölkerung damit sehr unzufrieden seinwürde."

Es ist also hier ein leichter Versuch der Anlehnungan fremde Mächte, wenn ihre politischen, ja vielleichtkriegerischen Interessen andere sein sollten als die Deutsch-lands, das Ausland durch starke Petitionen in der Be-völkerung zu unterstützen, ein Versuch, der bei einigenweiteren Entwickelungen und bei einer mißtrauischerenund prozeßsüchtigeren Regierung, als die unsrige, wohlmit dem Richter in Berührung führen könnte, wenn ersich weiter entwickelt.

Das führe ich nur zur Erläuterung der Bedeutungan, die solche Petitionen haben können. Ich bin über-zeugt, wenn die Herren noch mehrere brauchen, so werdensie auch noch mehr bestellen können, wenn sogar deutschekatholische Parteigenossen, die ganz entfernte Provinzenbewohnen oder entfernte Bischofssprengel haben, im ständesind, solche Petitionen in der Provinz Posen nach Be-