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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
Entstehung
Seite
89
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Eine Auseinandersetzung mit Herrn l>r. Windthorst. 89

Seiner Majestät des Königs, wohl erwogen und ge-nehmigt von allen Behörden des Staates. Denjenigen,welche die Reden des Herrn Abgeordneten Windthorst —ich weiß nicht,, ob noch für Meppen, lesen, könnte essehr wohl den Eindruck machen, als sei dieses Gesetz nunwirklich dazu bestimmt, das Heidentum bei uns einzuführen,— der gemeine Mann hat nicht den Beruf und oft nichtdie Fähigkeit, das zu prüfen — als solle hiermit wirk-lich mit des Königs aus dem Hause Hohenzollern Unter-schrift ein Staat ohne Gott eingeführt werden, als feiender Herr Abgeordnete für Meppen und die Seinigen hiernoch die alleinigen Verteidiger Gottes. Der Gott, anden ich glaube, möge mich davor bewahren, daß der HerrAbgeordnete für Meppen je die Disposition über dieSpendung seiner Gnaden für mich haben könnte. Ichwürde dabei nicht gut wegkommen. (Heiterkeit.)

Ich habe einen Zweifel ausgesprochen, ob der HerrAbgeordnete für Meppen noch den Trieben der Anhänglich-keit an alte Verhältnisse folge, zu deren Bethätigung erzuerst mit mir unterhandelt hat, und als deren Vertreterwir ihn zuerst kennen gelernt haben. Der Herr Ab-geordnete hat erklärt, er hänge unbedingt an der preußischenVerfassung. Ist der Zweifel damit gelöst? Man kannvon der Verfassung verschiedenen Gebrauch machen, mankann sie studieren, um sie zu befolgen, sie enthält aberauch manche Waffe, gegen die Regierung nützlich zuverwenden. Aber wie versteht er nun diese Verfassung?Er hat mit einiger Geringschätzung von den Majoritätengesprochen, auf die ich mich zu stützen bemüht wäre; erhat mich in die Lage gebracht, bei meinen früherenFreunden für einen Mann zu gelten, der blindlings einerMajoritätsherrschast folgt. Ich werde sogleich das Material