Eine Auseinandersetzung mit Herrn vr. Windthorst. 87
Mir ist dabei.. . (Unruhe im Zentrum; der Redner,zu dieser Partei gewendet, den begonnenen Satz abbrechend:)Sie sitzen so dicht vor mir, daß ich jedes Wort höre.Sie werden nachher volle Zeit haben, mir zu antworten;ich habe das Angesicht der Herren noch nicht gesehen, ichhöre aber jedes Ihrer Worte, jetzt stört es mich, und ichglaube. Sie haben doch auch das Interesse, mich deutlichbis zu Ende zu hören. — Diese Elemente des Streites,mit denen Sie die Mission des Friedens, die Ihnen ob-liegt, sich erschwert haben, sind mehrere. Einmal, daserste davon ist meines Erachtens, die Wahl Ihres „ge-schäftsführenden Mitgliedes", welches sich auf die Ma-jorität der Fraktion stützt, gewöhnlich im Namen derFraktion zu sprechen pflegt und ihr den Namen haupt-sächlich gegeben hat. Es bestand, ehe die Zentrumsparteisich bildete, eine Fraktion, die man als „Fraktion Meppen"bezeichnet«; sie bestand, so viel ich mich erinnere, ausEinem Abgeordneten, einem großen General ohne Armee;indessen wie Wallenstein ist es ihm gelungen, eine Armeeaus der Erde zu stampfen und sich damit zu umgeben.Sind die Interessen des Führers und der Armee nunidentisch? Das ist die Frage, die ich zu erwägen gebenmöchte, oder kämpft diese Armee, im Vertrauen auf dieGeschicklichkeit ihres Führers, vielleicht doch unter seinerLeitung für Zwecke, die nicht die ihrigen sind?
Der Herr Abgeordnete vr. Windthorst ist mir zuerstin meinem Leben bekannt geworden als treuer Anhängerdes Königs Georg V., und ich habe den Vorzug gehabt,mit ihm in dieser Eigenschaft Verhandlungen über dieintimeren Angelegenheiten Sr. Majestät des Königs Georgzu führen. Ich habe bisher nicht wahrgenommen, daßer dieser durch seine ganze Vergangenheit begründeten