Eine Auseinandersetzung mit Herrn vr. Windthorst. 83
dern für das Haus ein. Uebrigens dürfe er den Ministerpräsi-denten daran erinnern, daß derselbe am 30. und 31. Januar dasPrinzip der parlamentarischen Majorität klar und bestimmt undunumwunden ausgesprochen habe. Fürst Bismarck erwiderte:
Ich würde in die sachliche Diskussion von neuemeingehen müssen, wenn ich die Deduktionen beantwortenwollte, die der Herr Redner mir gegenüber gemacht hat;ich behalte mir das sür ein andermal vor und beziehemich einsach auf die stenographischen Berichte seiner Redeund meiner Aeußerungen, um zu konstatieren, daß er inseiner Aeußerung die meinigen — obschon ich überzeugtbin, daß er sie im Gedächtnis hatte — doch nicht ganzgenau wiedergegeben hat.
5. Eine Auseinandersetzung mit Herrn Di. Windthorst;das Schutaufstchtsgesetz.
9. Februar 1872.
Die vorbehaltene Beantwortung der Windthorstschen Deduk-tionen (vgl. den Schluß von Nr. 4) erfolgte bereits in der nächstenSitzung des Abgeordnetenhauses am 9. Februar bei der Fortsetzungder Beratung des Schulaufsichtsgesetzes. Nachdem der konservativeAbg. Strosser die Vorlage bekämpft und der KultusministerOr. Falk dieselbe verteidigt hatte, erhob sich der Ministerprä-sident zu folgender Rede:
Ich habe der sachlichen Darlegung meines HerrnKollegen von meinem allgemeineren politischen Stand-punkte aus wenige Worte hinzuzufügen, zu denen ichgenötigt bin dadurch, daß von seiten der Redner hierdieser Frage eine Dimension gegeben worden ist, welchesie auf den ersten Anblick nicht notwendig hat. Mandarf wohl sich über die Gründe klar zu machen suchen,