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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
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Die Landtagssession 1871—1872.

noch irgend welche Belohnung von der Regierung sucht,sondern welcher allein Acht hat auf unseren Nutzen undunseren Vorteil; — sehet, ein solcher ist unser geliebterGeistlicher Rat Müller. Wir müssen uns daher so vielals möglich bemühen, daß wir solche Männer im Reichs-tage haben, denn nur solche brauchen wir, damit wir unswider die Gegner unseres heiligen Glaubens verteidigenkönnen.

Daher könnt Ihr nur wählen

„den Geistlichen Rat, Geistlichen Müller"auf Deutsch:

„den Geistlichen Rat Müller in Berlin",welcher, wie sein ganzes Leben hindurch, so auch im Reichs-tage offenbar sagen wird, was wir bedürfen.

Aber Achtung! Es ist durchaus nötig, daß Ihr Alleohne Ausnahme zur Wahl kommt, das ist Pflicht, dennanders verspielt Ihr.

Breslau, den 19. Januar 1872.

Das katholische Wahlkomitee für die Provinz Schlesien,gez. Graf v. Ballestrem, Graf Chamarrs, Graf Laz. Henkel,G. Porsch, vr. Rosenthal.

Nun, meine Herren, glauben Sie denn wirklich, daßjemand, der durch solche Mittel, auf solche platte, fürden gemeinen Mann, der nicht Deutsch kann, berechneteVerleumdung der Regierung hin eine Wahl erschleicht,daß er wirklich seine Wähler in dem Sinne vertritt, wieSie doch behaupten müssen, es zu thun? Können Sieferner, meine Herren, mit gutem Gewissen den Anspruchstellen, daß aus einer Fraktion, die sich ergänzt aufGrund dieses Programmes, wie ich es eben verlesenhabe, die Mitglieder des Staatsministeriums, die Ober-präsidenten gewählt werden sollen? Meine Herren, dasist kein ehrlich haltbarer Anspruch! (Heiterkeit.)