Die ultramontane Wahlagitation. 77
sein sollen, nicht mehr auf die alte hergebrachte und ehr-bare Weise erziehen will, damit sie nämlich nicht mehrgute Christen wären, sondern vielmehr Heiden (Hört! Hört!),die weder Religion haben, noch ehrbare Sitten, noch Fröm-migkeit; Ihr habt auch gehört, daß man aus diesem Grundesogar nichtkatholische Schulrevisoren berufen hat, damitdiese, welche nichts wissen von unserm heiligen Glauben,die Aufsicht über die Schulkinder hätten; Ihr habt weitergehört, daß man jetzt droht, die Geistlichen zu strafen, wennsie auf der Kanzel gegen die Gesetze sprechen sollten,welche man zum Schaden des katholischen Volkes ge-macht hat.
Was ist also zu thun? Soll die heilige Wahrheitverhüllt sein, daß unser katholisches Volk sich nicht errettenkönne von den zahlreichen Verfolgungen von seiten offenerund heimlicher Feinde, welche unter dem Scheine der Liebezu dem gemeinen Volke unsere und der katholischen Sachewahre Gegner sind? Sollen wir uns denen unterwerfen,welche schon so oft gezeigt haben, daß sie uns im Reichs-tage schaden wollen, auf daß wir Katholiken kein Rechtmehr und keine Hilfe im Deutschen Reiche hätten, unddamit wir allein nur die Sklaven derer wären, die keinenGlauben haben? (Hört! Hört!)
Sehet, geliebte Glaubensgenossen! darum muß mandurchaus nur gute Katholiken zum Reichstage wählen, welcheCharakter haben, welche sich nicht fürchten, die heilige Wahr-heit zu sagen vor allen Abgeordneten und sogar vor derRegierung, um das Recht der jetzt so gottlos nichtswürdigverfolgten und verachteten Katholiken zu verteidigen. (Hört!Hört!)
Sehet, so ein tapferer Mann, der sich nicht fürchtet,solch ein kluger Mensch, welcher die Bedürfnisse des ober-schlesischen und des ganzen Volkes gut kennt, solch einehrlicher Volkssreund, welcher weder den eigenen Gewinn,