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Die Landtagssession 1871—1872.
erwidern, daß wir gewiß alle stets in der Lage sind,subjektiv zu urteilen; aus dem Angebornen, aus demalten Adam, der in unserm Fleische steckt, können wiralle nicht heraus, auch der Herr Abgeordnete nicht.(Heiterkeit.)
Der Herr Vorredner ist außerdem zurückgekommenauf die gestern von dem Herrn Abg. Windthorst un-bewiesene, nur unterstützt durch das Ansehen seiner sub-jektiven Neberzeugung hingesiellte Behauptung, daß dieKatholiken gerechte Klage wegen zu geringer Beteiligungbei den Anstellungen hätten. Ja, meine Herren, ich habegestern schon gesagt: wir brauchen für die ganze Rich-tung, in der wir die Staatsregierung führen, eine Majo-rität, solange konstitutionell regiert werden soll; ich habegestern schon erwähnt: die finden wir nicht, wenn wirdie Wege gehen wollten, die diese Herren vor mir unsempfehlen; aber ich frage weiter: wollen denn dieseHerren überhaupt Anstellungen unter dieser Regierunghaben? Ich glaube, nein, und wenn sie sie wollten,könnten sie nach ihrem Gewissen und nach ihrer Ueber-zeugung sie annehmen? (Sehr richtig!)
Ich glaube, darin sind Thatsachen schlagender alsalle Worte, und ich möchte den Herrn Vorredner daraufaufmerksam machen, wenn er sagt, diese Fraktion seikeine konfessionelle, daß man das nach den Worten derHerren allerdings niemals glauben sollte, aber nach ihrenWerken verhält es sich denn doch ganz anders.
Meine Herren, mir liegt hier z. B. ein im Sinnedieser Fraktion und behufs Verstärkung derselben erlasse-ner Wahlaufruf vor, nicht etwa von Einzelnen, sondernvon einem Komitee, welches sich in unserer größten undvolkreichsten Provinz des vollen Vertrauens aller An-