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6 (1888) Der Kulturkampf : 1871 - 1873
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Die Landtagssession 18711872.

der dagegen geleistet wird, zu überwinden. Dabei sind die24000 000 Preußen heutzutage viel direkter und viel tieferinteressiert, als es früher in Frankfurt jemals der Fallwar. Daß diese Verständigung über das Auftreten imBundesrate lediglich im Schoße des Bundesrates statt-finden könne, das ist eine Fiktion, die sehr bald schwindet,sowie man den Geschäften praktisch näher tritt. Es istvielleicht gerade der Widerstand meines Kollegen im Bun-desrat, feine persönliche Abneigung gegen eine vorge-schlagene Maßregel, die ich zu überwinden habe; daskann ich nur, wenn mir die Mittel geboten werden, andie Quelle zu appellieren, aus der er seine Instruktionbezieht. Dort ist es vielleicht sehr wichtig, sich darüberaufzuklären, aus welcher von den verschiedenen Richtungen,die die Entschließung einer Regierung zu bestimmen pflegen,der Widerstand stammt, in welcher Richtung man wirk-sam sein muß, um ihn zu beseitigen. Es werden ja inallen Staaten die Abstimmungen doch nicht so glatt undausschließlich nach dem Bericht des Vertreters im Bundes-rat hergestellt, sondern dergleichen wird in jedem einzelnenStaate kollegialisch beraten, und es ist gewiß richtig,wenn die einzelnen Regierungen dabei Rücksicht nehmennicht nur auf die Vota aller ihrer Ministerien, auch der-jenigen, die gerade nicht mit den Reichsangelegenheitenbetraut sind, und zur Besorgung dieser glaube ich, wirdauch jeder Bundesstaat immer ein, wenn auch noch sokleines, für ihn Auswärtiges Amt besitzen müssen, d. h.einen Beamten, der speziell die Korrespondenz mit demVertreter am Reiche besorgt. Aber man hat nicht nurauf die Stimmung der Gesamtministerien Rücksicht zunehmen, man hat auch auf die Stimmung und die Auf-fassungen des eigenen Landtages Rücksicht zu nehmen.